Maskenpflicht und Co. – Welche Firmen sind betroffen?

Ab dem 27.08. bzw. dem 24.08. gilt in den Kantonen Zürich und Basel Stadt beim Betreten eines Einkaufsgeschäfts die Maskentragepflicht. Ausserdem beschränkt Zürich die Anzahl zulässiger Personen in Innenräumen von Gastronomiebetrieben. Mit diesen Massnahmen werden nicht nur Kunden in die Pflicht genommen, auch Unternehmen müssen sicherstellen, dass die neuen Bestimmungen eingehalten werden. Wer genau ist nun davon betroffen?
 

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Maske im Einkaufsladen

Maskenpflicht in Zürcher und Basler Geschäften

Einige westschweizer Kantone* haben aufgrund steigender Infektionszahlen schon im Frühsommer vorgelegt, nun ziehen aus demselben Grund auch die Kantone Zürich und Basel Stadt nach: Ab dem 27.08. bzw. dem 24.08 gilt in diesen Kantonen die Maskentragepflicht beim Betreten eines Ladenlokals, Einkaufszentren und Märkten. Die bisherigen Massnahmen – Desinfektionsmittel bereitstellen, Distanzmarkierungen am Boden anbringen, Abstand halten etc. – werden dadurch verschärft. 

Die Umstellung ist bzw. war ohne grosse Vorbereitungszeit umzusetzen und kann so zu Schwierigkeiten führen. Gut möglich ist, dass noch nicht alle Kunden, z.B. solche aus anderen Kantonen, von den neuen Massnahmen wissen. Deshalb empfiehlt es sich, die Kunden schon vor dem Betreten des Gebäudes darauf aufmerksam zu machen. Der Kanton Zürich stellt dazu ein Plakatsujet zur Information zur Verfügung, dieses kann kostenlos heruntergeladen und verwendet werden

Wird die Maskenpflicht nicht eingehalten, drohen rechtliche Probleme. Weisen Sie Ihre Kunden deshalb mit Plakaten, Fensterbildern oder auch per Newsletter und Social Media darauf hin. Um keine Kunden zu vergraulen, macht es Sinn, Masken an diejenigen Kunden zu verteilen, die keine dabei haben – das immerhin während der ersten paar Tage. Denken Sie daran, dass auch zwingend alle Mitarbeitende der Pflicht nachkommen müssen, sofern diese nicht durch Plexiglasscheiben geschützt sind. 

Theoretisch entfällt damit die Abstandsregel. Wir empfehlen zwar nicht, diese gänzlich zu aufzulösen, doch immerhin ist so bei Bedarf auch wieder die persönliche Beratung durch Mitarbeitende möglich. 

Ausnahmen: 
Von der Pflicht befreit sind drei Personengruppen: Kinder unter zwölf Jahren, Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können und Verkaufsangestellte, die durch eine Plexiglasscheibe geschützt sind.

*Waadt, Genf, Jura und Neuenburg. Ab 28.08 auch Freiburg und ab 31.08. Wallis.
 

Angabe von Kontaktdaten auch in Gastrobetrieben notwendig

Im Kanton Zürich werden auch in Gastronomiebetrieben die Massnahmen verschärft. Was bis jetzt auf Freiwilligkeit beruhte, wird verpflichtend. Restaurants, Bars etc. müssen nun die Kontaktdaten ihrer Gäste zur Rückverfolgbarkeit aufnehmen und mit der ID oder dem Pass überprüfen. In Gastronomiebetrieben muss bei Personengruppen und Familien nur eine Person die Kontaktdaten hinterlassen. 

Bisher galt eine eine solche Pflicht nur in Clubs der Kantone Zürich, Bern, Luzern, Basel Stadt, Basel Land, Glarus, Solothurn, Schaffhausen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin, Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf sowie schweizweit im Falle, dass kein Schutzkonzept vorliegt und der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann.
 

Beschränkte Anzahl Personen im Raum – Firmenevents weiterhin möglich?

Geplante Firmenevents im Kanton Zürich könnten von den neuen Massnahmen betroffen sein, dies zumindest, wenn mehr als 100 Personen teilnehmen werden und es sich um einen Event in einem Innenraum handelt. Ein solcher Anlass kann nur durchgeführt werden, wenn entweder ein Schutzkonzept vorliegt, Masken getragen werden oder der Abstand von 1.5 Metern eingehalten werden kann. Die Beschränkung auf 100 Personen gilt nur für Innenräume. Gibt es auch einen Aussenbereich, sind dort zusätzlich bis zu 200 Personen erlaubt. 

An diese Beschränkung müssen sich insbesondere auch Gastrobetriebe, darunter auch Bars und Clubs, halten. Dies gilt sowohl für Events als auch für den normalen Betrieb. In beiden Fällen gilt, dass der Aussenbereich klar vom Innenbereich abgegrenzt werden muss. 
 

Firmenevents in der Schweiz

An den bereits vom Bund angekündigten Lockerungen bei Versammlungen ändert sich vorerst nichts. Grossveranstaltungen ab 1000 Personen werden voraussichtlich ab Oktober wieder erlaubt, sofern die Bewilligung des Kantons vorliegt und das Contact Tracing gewährleistet werden kann. Bei Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen sind Unterteilungen in Sektoren von jeweils maximal 300 Personen vorgeschrieben. Dies gilt nur, sofern der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann oder andere Schutzmassnahmen ergriffen werden. Engagieren Sie bei Bedarf eine Agentur für Eventplanung, diese sorgt dafür, dass alles reibungslos über die Bühne läuft.
 

Schwangere gehören neu zu den besonders gefährdeten Personen

Schwangere gelten nach neuester Evaluation zur besonders gefährdeten Gruppe. Arbeitgeber sind gestützt auf die Mutterschutzverordnung dazu verpflichtet, ihre schwangeren Angestellten vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das ist zum Beispiel durch Home Office sehr gut möglich. Es können aber auch andere Beschäftigungen zugewiesen werden. In jedem Fall muss der Arbeitgeber Alternativen anbieten. Falls das Arbeiten gar nicht mehr möglich ist, kann der behandelnde Frauenarzt ein Berufsverbot ausstellen. 
 

Prävention im KMU auch weiterhin wichtig

Die neuen, regional unterschiedlichen, Massnahmen sind vor allem präventiver Natur. Es soll verhindert werden, dass sich erneut Risikogebiete entwickeln. Auch Firmen tun gut daran, sich vor Augen zu führen, was bei einer Infektion im Betrieb passieren könnte: eine lange Liste von Mitarbeitern in Quarantäne. Wichtig ist deshalb, dass auch Unternehmen über ein internes Schutzkonzept verfügen. Stellen Sie sich diese Fragen: 

  • Was passiert, wenn meine Mitarbeiter in Quarantäne müssen? Ist Home Office möglich? 
  • Wie gehe ich mit Mitarbeitern um, die in ein Risikoland reisen? Mehr dazu im Blog Darf ich meinen Mitarbeiten den Urlaub im Ausland verbieten?
  • Ist die Arbeit vor Ort unumgänglich? In unserem Blog Zurück aus dem Home Office zeigen wir, welche Massnahmen Sie treffen können, damit Sie und Ihre Mitarbeitenden beim Arbeiten im Büro stets geschützt sind.
  • Besitzen Sie im Falle einer ärztlich verordneten Quarantäne eine Krankentaggeldversicherung?
  • Wird der Mindestabstand zwischen Mitarbeitenden nach wie vor eingehalten? 
  • Stehen immer genügend Desinfektionsmittel zur Verfügung?

Die verschärften Massnahmen einiger Kantone zeigen, dass Corona noch nicht vorbei ist. Mit den steigenden Fallzahlen macht es ohnehin Sinn, sich die Risiken für Unternehmen einmal mehr vor Augen zu führen und sicherzustellen, dass alle notwendigen Vorkehrungen getroffen sind. 

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