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Suchmaschinenoptimierung (SEO) – Sichtbarkeit im Netz

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

8 Schritte, wie Sie Ihr Unternehmen in Toppositionen bringen

Wer nach neuen Produkten oder Lieferanten sucht, lässt sich entweder von Empfehlungen aus dem Umfeld beeinflussen oder sucht zu über 90 Prozent bei Google. Mit guten Suchmaschinenpositionen können Sie einen grossen Teil Ihrer Interessenten- und Kundengewinnung automatisieren.

Gerade für kleinere Unternehmen ist die Suchmaschinenoptimierung (SEO) mitunter erfolgsentscheidend, da sie in der Regel nicht über eine grosse Marketing- und Vertriebsabteilung und vor allem auch nicht über ein entsprechendes Budget verfügen. Hier finden Sie acht Schritte, mit denen Sie Ihr Unternehmen bei Google und anderen Suchmaschinen in Toppositionen bringen.

Tipp Google hat einen Leitfaden zur Suchmaschinenoptimierung veröffentlicht. Darin erhalten Sie detaillierte Informationen für Ihre Optimierung – direkt von der weltweit grössten Suchmaschine.

Themen und Suchbegriffe (Keywords) definieren

Als Erstes sollten Sie Ihre geschäftlichen Prioritäten klären. Welche Angebote wollen Sie primär fördern? Falls Sie noch nie Suchmaschinenoptimierung betrieben haben, empfiehlt es sich, zum Anfang nur ein Angebot zu definieren. Sonst ist die Gefahr gross, dass Sie sich verzetteln. 

Suchbegriffe: nahe am eigenen Thema bleiben

Viele Marketingverantwortliche, die zum ersten Mal Suchmaschinenoptimierung betreiben, neigen dazu, sehr generische Begriffe zu wählen – etwa Auto, Tische oder Wellness. Solch allgemeine Suchbegriffe führen nicht zum Ziel. Überlegen Sie, zum Beispiel als Küchenbauer, folgende Punkte:

  • Wer den generischen Suchbegriff «Küchen» optimieren will, muss viel Geld und Zeit in attraktive Inhalte zum Thema «Küchen» investieren. 
  • Anstatt den Suchbegriff «Küchen» auszuwählen, bestimmt ein Küchenbauer deshalb besser Suchbegriffskombinationen wie «Küchenbauer Winterthur».
  • Die Suchmaschinenoptimierung für die Kombination «Küchenbauer Winterthur» ist viel einfacher als für den Suchbegriff «Küchen». 
  • Zudem lassen sich mit der Suchbegriffskombination «Küchenbauer Winterthur» mehr potenzielle Kunden abholen, die konkret und in dieser Gegend an einer neuen Küche interessiert sind.

Sind die Abfragezahlen bei Google genügend gross?

Anschliessend geht es darum, abzuklären, welche Suchbegriffe und Suchbegriffskombinationen im Zusammenhang mit dem definierten Angebot bei Google tatsächlich abgefragt werden. Dazu eignet sich der Keywordplaner von Google.ch/ads (siehe Video). Dort sehen Sie, welche Suchbegriffe und Suchbegriffskombinationen wie oft bei Google.ch abgefragt werden. 

Ein weiteres spannendes Tool von Google ist Google Trends. Mit dieser App können Sie den Trend der Abfragezahlen zu einem Suchbegriff oder Thema analysieren.

So nutzen Sie den Keywordplaner von Google

Aktuelle Google-Positionen abklären

Nachdem Sie drei bis vier Suchbegriffe definiert haben, lohnt es sich, bei Google.ch die aktuellen Positionen zu analysieren. Es macht ja wenig Sinn, Suchmaschinenoptimierung zu betreiben für Suchbegriffe, die bereits bei Google.ch in den Top Ten gefunden werden.

TippKonzentrieren Sie sich am Anfang auf höchstens drei bis vier Suchbegriffe oder Suchbegriffskombinationen und optimieren Sie diese. Mit «Optimieren» ist beispielsweise die Erstellung von Landingpages gemeint. Landingpages sind themenspezifische und suchmaschinenoptimierte Unterseiten auf Ihrer Website, die auf einen bestimmten Suchbegriff oder eine Suchbegriffskombination ausgerichtet sind. Analysieren Sie dann den Erfolg und ziehen Sie weitere Begriffe in Betracht.

Inhalte der eigenen Website optimieren

In einem nächsten Schritt können Sie die bestehenden Inhalte Ihrer Website mit den zuvor definierten Suchbegriffen anpassen. Auf der Startseite können Sie mit einem kurzen Text einen Kernsuchbegriff zwei- bis dreimal integrieren. Noch besser eignen sich Angebotsseiten mit längeren Texten. Auch hier können Sie wichtige Suchbegriffe im Haupttitel sowie in Untertiteln oder Fliesstexten integrieren. 

Besonders wichtig ist die Integration von Suchbegriffen im «Title-Tag». Diese Titelbezeichnung ist für die Titel der aufgelisteten Einträge von Suchmaschinen bestimmt und wird beispielsweise beim Suchergebnis von Google blau und mit grösserer Schrift dargestellt. Title-Tags können Sie mit allen bekannten Content-Management-Systemen zur Verwaltung von Websites definieren.

Tipp Besonders viele Klicks erhalten Sie, wenn Sie beim Title-Tag den Suchbegriff respektive die Suchbegriffskombination an den Anfang setzen und mit attraktiven Inhalten kombinieren. Beispiel: Küchenbauer Winterthur: Bildergalerie, Tipps und Ideen.

Faustregel 1 – 3 – 3

Wenn Sie die bestehenden oder neue Inhalte optimieren möchten, gehen Sie am besten nach der Faustregel 1 – 3 – 3 vor. Das heisst:

  • Suchbegriff 1 x im H1-Titel (= Haupttitel) integrieren
  • Suchbegriff in jedem 3. H2-Titel (= Untertitel) integrieren
  • Suchbegriff in jedem 3. Satz im Fliesstext integrieren

Im sofort sichtbaren Bereich einer Webseite kann man die Suchbegriffsdichte etwas erhöhen und weiter gegen unten verkleinern.

Suchbegriff und Bilder

Wenn Sie Bilder verwenden, was empfehlenswert ist, sollte der Suchbegriff mindesten an folgenden Orten integriert werden:

  • Im Dateinamen des Bildes
    Beispiel: optiker-mueller-luzern.jpg
  • Im Title-Attribut des Bildes, das ist die Text-Legende, die erscheint, wenn jemand mit der Maus über ein Bild fährt, auch hier sollten Suchbegriffe integriert werden
    Beispiel: Optiker Müller Luzern: Brillen, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Sehtest 
  • Im Alt-Attribut des Bildes, das ist die Legende, die erscheint, wenn ein Bild nicht geladen wird:
    Beispiel: Optiker Müller Luzern bietet kompetente Beratung, eine grosse Auswahl an Brillen und Sonnenbrillen der neusten Generation sowie Kontaktlinsen.
Tipp Wollen Sie die Bilder auf Ihrer Website suchmaschinenoptimiert aufgearbeitet haben, lohnt es sich, einen Webprogrammierer, eine Webprogrammiererin zu beauftragen.

Attraktive Inhalte für Ihre Zielgruppen definieren

Attraktive Inhalte für Ihre User sind nützliche Informationen, Entscheidungshilfen sowie emotionale und unterhaltende Themen. Finden Sie heraus, was Ihre Zielgruppen interessiert und bewegt, und integrieren Sie solche Inhalte in Ihre Website. Damit unterstützen Sie die Suchmaschinenoptimierung enorm, denn solche Inhalte generieren positive Nutzersignale wie tiefe Absprungrate, lange Verweildauer, Klicks, Anfragen oder Bestellungen.

Wie Sie spannende Inhalte attraktiv aufbereiten, erfahren Sie unter «Content – zentral im digitalen Marketing».

Landingpages erstellen und intern verlinken

Eine Landingpage ist eine separate, themenspezifische und suchmaschinenoptimierte Unterseite Ihrer Website. Sie kombiniert attraktive Inhalte mit den von Ihnen definierten Suchbegriffen und Suchbegriffskombinationen. Der Einsatz von Landingpages ist für die Suchmaschinenoptimierung deshalb so wichtig, weil Sie so ein Thema mit Texten, Bildern und Videos intensiv behandeln können.

Für gute Positionen bei Google sind attraktive Inhalte auf Landingpages besonders relevant, wenn damit positive Nutzersignale wie tiefe Absprungraten der Besucher, lange Verweildauer und Klicks generiert werden. Die interne Verlinkung von Landingpages erfolgt über die normale Navigation einer Website, zum Beispiel über einen separaten Menü-Punkt «Tipps» oder «Ideen». Hier finden Sie mehr zum Thema Landingpages samt einem Beispiel.

Links von externen Websites generieren

Links, die von externen Websites auf Ihre Website führen – in der Fachsprache «Backlinks» –, sind für die Suchmaschinenoptimierung sehr wichtig. Die Basis für solche externen Links sind attraktive Inhalte auf Ihrer Website. Durch verschiedene Kommunikationsinstrumente wie Newsletter, Online-PR, Social-Media-Posts, Online-Werbung etc. können Sie diese attraktiven Inhalte bekannt machen und erhalten so Links von externen Websites.

Gute externe Links erfüllen möglichst viele der folgenden Kriterien. Sie kommen von externen Websites, die

  • thematisch passende Inhalte zu Ihren Suchbegriffen haben.
  • selber mit den für Sie interessanten Suchbegriffen bei Google relativ gut gelistet sind (zum Beispiel Top 50).
  • den Link im redaktionellen Teil ihrer Website platzieren (keine Links aus dem Footer-Bereich, weil dies oft zu unnatürlich vielen Links führt, wenn in der Fusszeile jeder Unterseite der gleiche Link gesetzt wird).
  • über den externen Link viele Besucher zu Ihrer Website vermitteln.
Gut zu wissen Google «mag» lieber Links aus dem redaktionellen Text einer Beschreibung oder eines Beitrags und bewertet sie besser als Footer-Links (Links aus der Fusszeile, dem untersten Teil einer Webseite).

Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Sie sich mit anderen Websites gegenseitig verlinken. Dies wird von Google punktuell toleriert. Sollte aber die Mehrheit der externen Links auf der Basis gegenseitiger Verlinkung entstehen, kann dies zu einer Abstrafung durch Google führen.

Suchmaschinenposition laufend überwachen

Wenn Sie die Google-Positionen einiger weniger Suchbegriffe überwachen wollen, lässt sich dies mit einer einfachen Excel-Tabelle machen, die Sie beispielsweise monatlich aktualisieren. Wenn Sie einige Hundert Suchbegriffe überprüfen wollen, empfiehlt sich eine Software für die Suchmaschinenoptimierung.

  • Ein kostenloses Tool für die Suchmaschinenoptimierung bietet Google mit der «Google Search Console» an. Neben den Suchmaschinenpositionen bietet die Google Search Console noch viele weitere Funktionen, beispielsweise eine Liste mit Links von externen Websites sowie eine Analyse von Fehlern auf Ihrer Website.
  • Professionelle Tools für die Suchmaschinenoptimierung wie Sistrix, Xovi, Ryte oder Searchmetrics bieten viele weitere Analysen an, beispielsweise Vergleiche mit Ihren wichtigsten Mitbewerbern. Diese Tools kosten aber in der Regel mindestens 100 Franken pro Monat.
Tipp Am besten besprechen Sie die Ergebnisse der «Google Search Console» mit Ihrem Webprogrammierer, Ihrer Webspezialistin.

Fehler und übertriebene Optimierung vermeiden

Technische Fehler wie beispielsweise Indexierungsfehler können dazu führen, dass Ihre Inhalte von Google nicht gelesen werden können und somit im Google-Index gar nicht angezeigt werden. In der «Google Search Console» werden solche und weitere technische Fehler angezeigt. 

Neben den technischen Fehlern werden von einigen Website-Betreibern Praktiken angewandt, die von Google nicht toleriert werden. Dazu gehören die folgenden Themen:

  • Versteckte Texte wie weisse Texte auf weissem Hintergrund, in denen sich grosse Ansammlungen von Suchbegriffen verbergen, die auf der Website nicht gezeigt werden sollen.
  • Zu stark auf einen einzelnen Suchbegriff optimierte Unterseiten:
    • Zu hohe Suchbegriffsdichte (Suchbegriffe werden in jeden Satz eingefügt)
    • Faustregel: Suchbegriffe in jeden dritten Satz integrieren
  • Doppelte Inhalte innerhalb der eigenen Website:
    • Google will möglichst doppelte Inhalte vermeiden.
    • Die Betreiber von Websites können doppelte Inhalte mit einem Canonical-Tag kennzeichnen und so Google mitteilen, welches doppelte Inhalte sind, die nicht von Google indexiert werden sollen.
  • Automatische Weiterleitungen: Eine «vertextete» Landingpage mit vielen Suchbegriffen wird nur eine halbe Sekunde angezeigt, danach wird automatisch auf eine schöne Produktseite weitergeleitet.
  • Offensichtlich gekaufte Links bei externen Websites
  • Unnatürliche Struktur der Links von externen Websites:
    • Zu viele Links mit dem gleichen Linktext
    • Zu viele Links, die direkt auf eine Unterseite führen
    • Unnatürliches Verhältnis von externen Links, die auf die eigene Startseite verweisen
    • Zu starkes Linkwachstum
  • Viele externe Links von thematisch unpassenden externen Seiten
  • Viele externe Links, die kaum Traffic generieren

Ziel von Google ist eine möglichst natürliche Struktur externer Links und möglichst wenig manipulative Eingriffe in eine Website durch die Suchmaschinenoptimierer. Besprechen Sie mit Ihrer Webspezialistin, wie Sie Fehler vermeiden.