Mehrwertsteuersatz Schweiz – Tipps für Gründer

Unternehmen sind in der Schweiz zur Abgabe der Mehrwertsteuer (MWST), unabhängig von der Rechtsform, verpflichtet. Der Mehrwertsteuersatz in der Schweiz gilt für Sie, sobald Sie einen Jahresumsatz von mehr als 100’000 CHF (im In- und Ausland) erzielen.

So gehen Sie als Firmengründer vor:

  • Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen steuerpflichtig ist. 
  • Nach Beginn der Steuerpflicht müssen Sie sich innert 30 Tagen unaufgefordert bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) anmelden.
  • Beziehen Sie das Anmeldeformular des ESTV oder nutzen Sie deren Online-Portal.
     

Mehrwertsteuersätze Schweiz

Die Mehrwertsteuer wird vom Bund auf alle Konsumgüter sowie Dienstleistungen erhoben. Das Unternehmen schlägt die Steuer auf den Preis der im Inland verkauften Produkte und Dienstleistungen auf und leistet eine Abgabe an den Bund. Dabei gelten diese Mehrwertsteuersätze in der Schweiz:

Mehrwertsteuersatz Schweiz Steuersatz  Konsumgüter und Dienstleistungen
Normaler Mehrwertsteuersatz  7.7% Güter und Dienstleistungen
Hotellerie und Parahotellerie  3.7% Beherbergungen inkl. Frühstück
Güter des täglichen Bedarfs 2.5% Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Medikamente sowie Eintritte an Sport- und Kulturveranstaltungen

 

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Freiwillige Steuerpflicht für Startups 

Mit der Firmengründung ist es möglich, das Unternehmen im Mehrwertsteuerregister einzutragen. In gewissen Fällen kann dies trotz eines Umsatzes unter 100’000 CHF bereits sinnvoll sein:

  • Sie erzielen als Startup noch geringe Umsätze, haben aber grössere Investitionen und möchten die Vorsteuerabzüge nutzen.
  • Sie sind Zulieferer oder Dienstleister für mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen.

Fazit: Sobald Sie den Jahresumsatz von 100'000 CHF überschreiten, lohnt es sich, die Mehrwertsteuerpflicht zusammen mit einem idealen Berater, wie z.B. einem Treuhänder, abzuklären.


Vorsteuerabzug

Durchläuft ein Produkt in der Wertschöpfungskette mehrere Stationen, dürfen Sie als Unternehmen die bereits bezahlten Mehrwertsteuerbeträge der vorangehenden Stationen abziehen.
 

Mehrwertsteuersatz Schweiz – Online-Abrechnung wird Standard

Am 19. Juni 2018 erschien eine Medienmitteilung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (kurz ESTV), welche die Online-Deklaration der MWST Abrechnung zum zukünftigen Standard proklamierte. Die MWST-Abrechnung kann demnach nicht mehr beliebig lang in Papierform eingereicht werden. 

Die Mehrwertsteuer in der Schweiz geben Sie also zukünftig via Online-Plattform der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESVT) Suisse Tax ab. Das bietet diese Vorteile:

  • Die Einreichung der Mehrwertsteuer Schweiz ist jederzeit möglich (24/7).
  • Sie können online Fristverlängerungen beantragen.
  • Abrechnungen können so nachträglich korrigert werden.
  • Die MWST Abrechnungen können dank der Abrechnungshistorie jederzeit eingesehen werden.


Unterschied zwischen vereinbarten und vereinnahmten Entgelten?

Die empfohlene Methode: Abrechnung nach vereinbarten Entgelten
Diese Abrechnungsart wird von der Steuerverwaltung als Standard-Methode verwendet und empfiehlt sich allen Geschäftsführern mit einer professionell geführten Buchhaltung (Haupt- und Nebenbuch). Bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten (Art. 39 Abs. 1 MWSTG) wird die MWST zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung fällig. Die Umsätze sind in der MWST Abrechnungsperiode zu deklarieren, in der die Rechnung gestellt wurde. 

Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten
Diese Methode eignet sich ausschliesslich für die einfachsten Buchhaltungssysteme ohne NebenbücherDer Zeitpunkt der Zahlung einer Rechnung (gilt für Kunden- und Lieferantenrechnungen) ist relevant für die Steuerbemessung. Bei der Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten (Art. 39 Abs. 2 MWSTG) ist der Umsatz also in derjenigen MWST Abrechnungsperiode zu deklarieren, in der die Zahlung tatsächlich eintrifft oder ausgeht. Der Nachteil besteht darin, dass Sie mit einer vereinnahmten Buchhaltung keine tagesaktuellen Zahlen erhalten. Zudem muss diese Abrechnungsart bei der Eidg. Steuerverwaltung mit einem separaten Formular zur Genehmigung eingereicht werden. 

Im Endergebnis bezahlt jeder denselben Betrag an Mehrwertsteuer, egal ob die vereinbarten oder vereinnahmten Entgelten als Abrechnungsmethode gesetzt werden. Der Unterschied liegt einzig im Zahlungszeitpunkt.

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