Mehrwertsteuer Schweiz – Übersicht & Tipps

Unternehmen sind in der Schweiz zur Abgabe der Mehrwertsteuer MWST, unabhängig von der Rechtsform, verpflichtet. Der Mehrwertsteuersatz in der Schweiz gilt für Sie, sobald Sie einen Jahresumsatz von mehr als 100’000 CHF (im In- und Ausland) erzielen.

Mehrwertsteuersätze Schweiz

Die Mehrwertsteuer wird vom Bund auf alle Konsumgüter sowie Dienstleistungen erhoben. Das Unternehmen schlägt die Steuer auf den Preis der im Inland verkauften Produkte und Dienstleistungen auf und leistet eine Abgabe an den Bund.

Dabei gelten diese Sätze für MWSt in der Schweiz:

  • 7.7% für Güter und Dienstleistungen (normaler MwSt-Satz)
  • 3.7% für Beherbergungen inkl. Frühstück (Hotellerie und Parahotellerie)
  • 2.5% für Güter des täglichen Bedarfs (Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Medikamente sowie Eintritte an Sport- und Kulturveranstaltungen)

So gehen Sie bei der Mehrwertsteuer Schweiz vor:


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Freiwillige Steuerpflicht für Startups 

Mit der Firmengründung ist es möglich, das Unternehmen im Mehrwertsteuerregister einzutragen. In gewissen Fällen kann dies trotz eines Umsatzes unter 100’000 CHF bereits sinnvoll sein:

  • Sie erzielen als Startup noch geringe Umsätze, haben aber grössere Investitionen und möchten die Vorsteuerabzüge nutzen.
  • Sie sind Zulieferer oder Dienstleister für mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen.

Fazit: Sobald Sie den Jahresumsatz von 100'000 CHF überschreiten, lohnt es sich, die Mehrwertsteuerpflicht zusammen mit einem idealen Berater, wie z.B. einem Treuhänder, abzuklären.


Vorsteuerabzug bei Mehrwertsteuer Schweiz

Durchläuft ein Produkt in der Wertschöpfungskette mehrere Stationen, dürfen Sie als Unternehmen die bereits bezahlten Mehrwertsteuerbeträge den vorangehenden Stationen abziehen.


MWSt Schweiz – Online-Abrechnung wird Standard

Am 19. Juni 2018 erschien eine Medienmitteilung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (kurz ESTV), welche die Online-Deklaration der MWST Abrechnung zum zukünftigen Standard proklamierte. Die MWST-Abrechnung kann demnach nicht mehr beliebig lang in Papierform eingereicht werden. Im Verlauf des Jahres 2020 erfolgt der Wechsel von der Papier-Abrechnung zur Online-Abrechnung.

Die Mehrwertsteuer in der Schweiz geben Sie also zukünftig via Online-Plattform der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESVT) SuisseTax ab. Die ESTV SuisseTax bietet diese Vorteile:

  • Die automatische Zustellung der Papier-Abrechnung durch die ESTV entfällt. Die Papierabrechnung wird zukünftig nur noch auf schriftliches Gesuch hin zugeschickt.
  • Die Einreichung der Mehrwertsteuer Schweiz ist jederzeit möglich (24/7).
  • Sie können online Fristverlängerungen beantragen.
  • Abrechnungen können so nachträglich korrigert werden.
  • Die MWST Abrechnungen können dank der Abrechnungshistorie jederzeit eingesehen werden.

Im Verlauf des Jahres 2020 erweitert das ESTV die digitalisierte "SuisseTax" mit der "MWST-Abrechnung easy". Bei dieser neuen Form benötigen Sie keinen individuellen Account und Sie können fortzu wählen, ob Sie die MwSt-Abrechnung in digitaler Form einreichen oder diese z.B. von Ihrem Steuerberater ausgedruckt und von Ihnen unterzeichnet und der Steuerverwaltung zugesendet wird.


Unterschied zwischen vereinbarten und vereinnahmten Entgelten?

Die empfohlene Methode: Abrechnung nach vereinbarten Entgelten
Diese Abrechnungsart wird von der Steuerverwaltung als Standard-Methode verwendet und empfiehlt sich allen Geschäftsführern mit einer professionell geführten Buchhaltung (Haupt- und Nebenbuch). Bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten (Art. 39 Abs. 1 MWSTG) wird die MWST zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung fällig. Die Umsätze sind in der MWST Abrechnungsperiode zu deklarieren, in der die Rechnung gestellt wurde. 

Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten
Diese Methode eignet sich ausschliesslich für die einfachsten Buchhaltungssysteme ohne NebenbücherDer Zeitpunkt der Zahlung einer Rechnung (gilt für Kunden- und Lieferantenrechnungen) ist relevant für die Steuerbemessung. Bei der Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten (Art. 39 Abs. 2 MWSTG) ist der Umsatz also in derjenigen MWST Abrechnungsperiode zu deklarieren, in der die Zahlung tatsächlich eintrifft oder ausgeht. Der Nachteil besteht darin, dass Sie mit einer vereinnahmten Buchhaltung keine tagesaktuellen Zahlen erhalten. Zudem muss diese Abrechnungsart bei der Eidg. Steuerverwaltung mit einem separaten Formular zur Genehmigung eingereicht werden. 

Im Endergebnis bezahlt jeder denselben Betrag an Mehrwertsteuer, egal ob die vereinbarten oder vereinnahmten Entgelten als Abrechnungsmethode gesetzt werden. Der Unterschied liegt einzig im Zahlungszeitpunkt.

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FAQ: Häufige Fragen zum Thema Mehrwertsteuer Schweiz


Ab wann ist man in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig?
Sobald Sie einen Jahresumsatz erwirtschaften, der höher ist als 100’000 CHF, sind Sie verpflichtet einen gewissen Prozentsatz des Umsatzes an die Mehrwertsteuer zu entrichten. Der Steuersatz ist dabei abhängig von der Branche, in der Sie sich befinden und/oder dem Produkt, welches Sie verkaufen. Wenn Sie Ihren Firmenstandort in der Schweiz angegeben haben, der Umsatz aber hauptsächlich im Ausland entsteht, sind Sie auch dann verpflichtet, die Mehrwertsteuer zu den geltenden Prozentsätzen in der Schweiz zu bezahlen.

Was kostet die Mehrwertsteuer Bearbeitung durch den Treuhänder?
In der Regel berechnet ein Treuhänder für diese anspruchsvollere Aufgabe Preise von 120 - 250 CHF / Stunde. Dabei kommt es stark darauf an, wie komplex und gross Ihre Buchhaltung ausfällt. Kombiangebote sind nicht selten, bei denen der Treuhänder nebst der Mehrwertsteuer auch den Jahresabschluss oder die Steuererklärung übernimmt. Beachten Sie für ausführlichere Preisangaben unsere KMU Kosten-Benchmarks.

Ist die Mehrwertsteuer in der Schweiz bereits digitalisiert?
Ja, denn Mitte 2018 erschien eine Medienmitteilung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), welche die Online-Deklaration der MWST Abrechnung zum zukünftigen Standard proklamierte. Damit wird ein bedeutender Schritt hin zur Digitalisierung gemacht. Die Einreichung in Papierform wird in einigen Jahren nicht mehr möglich sein.

Warum tragen sich gewisse Jungunternehmen im Mehrwertsteuerregister ein, auch wenn Sie noch keine Mehrwertsteuer bezahlen?
Gerade wenn Sie ein Produkt betreiben, dass in der Herstellung mehrere Stationen durchläuft, lohnt es sich für Sie als Startup, sich im Mehrwertsteuerregister einzutragen. So können Sie die bereits bezahlen Mehrwertsteuerbeträge in der Herstellungskette abziehen. Sind Sie Zulieferer oder Dienstleister für mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen, erhöht dies das Vertrauen in Ihre neu gegründete Firma, wenn Sie den Eintrag ins Mehrwertsteuerregister vornehmen.

Was ist der Unterschied von vereinnahmten und vereinbarten Entgelten bei der Abrechnungsmethode der Mehrwertsteuer?
Bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten wird die MwSt im Zeitpunkt der Rechnungsstellung fällig. Ebenso kann die Vorsteuer auf Aufwänden und Investitionen im Zeitpunkt des Rechnungsdatum geltend gemacht werden. Die Umsätze sind also in der MwSt Abrechnung zu deklarieren, in der die Rechnung (Rechnungsdatum) gestellt wurde. Bei der Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten ist der Zeitpunkt der Zahlung einer Rechnung relevant.