«Nichts anbrennen lassen»

Priska Schoch, Co-CEO und HR-Verantwortliche von Gryps Offertenportal, führt allmonatlich mit jedem Mitarbeiter ein Gespräch. Für sie ein wichtiges Management-Tool und der Weg zu einem besseren Arbeitsklima.


Jeden Monat mit allen Mitarbeitern zum Gespräch zusammenzusitzen, ist das nicht Zeitverschwendung?
PS: «Nein, überhaupt nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich mit den 1:1-Gesprächen nicht nur das Arbeitsklima verbessert, sondern auch die Leistung und Motivation im Unternehmen gesteigert wird.»

Können Sie das näher erklären?
PS: «In den MA-Gesprächen geht es in erster Linie um ein Business-Austausch. Dieser findet unabhängig von den laufenden Arbeitsmeetings statt. Wo steht der Mitarbeiter im aktuellen Projekt? Was läuft gut? Wo kann man etwas verbessern? Gibt es irgendwo Probleme? Wenn man mit den Mitarbeitern einzig in Rahmen des jährlichen Mitarbeitergesprächs zusammensitzt, kann einiges anbrennen und in die falsche Richtung laufen. Der häufige Kontakt mit unseren Mitarbeitern ist für mich das beste Mittel, schnell zu erkennen wo diese stehen, wie sie ihr Potential entfalten können und ob und was geändert werden muss.

Priska_Schoch_Blog.JPGPriska Schoch, Co-CEO bei Gryps

Werden bei Gryps solche Gespräche spontan durchgeführt?
PS: «Nein. Die 1:1-Gespräche werden jeweils im Kalender fix terminiert. Es ist wichtig, diesen einen Routine-Charakter zu geben. Wer ohne Vorankündigung zu einem Gespräch aufgefordert wird, hat schnell das Gefühl, etwas stimme nicht. Das belastet eine Gesprächssituation unnötig. Es muss auch nicht immer eine Stunde lang diskutiert werden. Manchmal reichen auch fünf oder zehn Minuten.

Wie sieht es mit Persönlichem aus?
PS: «Bei Gryps pflegen wir eine offene Atmosphäre und einen respektvollen Umgang untereinander. Das ist ein wichtiger Teil unserer Unternehmenskultur. Während der Mitarbeiter-Gespräche kommen deshalb auch immer wieder persönliche Themen auf. Es kann zum Beispiel sein, dass bei einem Mitarbeiter eine private Situation gerade sehr belastend ist. Wenn ich als Führungsperson darüber Bescheid weiss, kann ich ein bestimmtes Verhalten einordnen und, wenn nötig, auch entlastende Unterstützung bieten.»

Gab es bei Gryps auch schon grössere Mitarbeiterprobleme?
PS: «Nein, zum Glück nicht! Dass wir ein junges Unternehmen sind, ist sicher mit ein Grund. Wir versuchen anderseits aber auch eine Atmosphäre zu schaffen, in der zielstrebiges und fokussiertes Arbeiten genau so geschätzt wird wie der Wert von Pausen und Ferien. Es geht uns um einen nachhaltigen Lebens- und Arbeitsstil. Wir sind überzeugt, dass eine gesunde, zufriedene Atmosphäre nicht nur Probleme minimiert, sondern auch zu einer besseren Arbeitsleistung führt.»

 

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Priska Schoch ist Mitgründerin und Co-CEO von Gryps Offertenportal AG in Rapperswil (SG). Zuvor arbeitete sie in verschienenen Management-Positionen bei IBM (Schweiz). Priska Schoch ist verheiratet und Mutter dreier erwachsener Kinder. 

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