8 Take-aways für digitales Marketing und Digitalisierung im KMU

Wie versammelt man möglichst viele Entscheiderinnen und Macher und hält diese einen ganzen Tag lang bei Laune? Man begeistert sie mit unterhaltsamen Präsentationen und Praxistipps von top Speakern aus den Bereichen Digital Marketing und Digitale Transformation! Hier unsere 8 Take-aways des Business2Web Digital Days 2022:

Digital_Day im Haus der Wirtschaft

E-Commerce auf Wachstumskurs

Mussten Sie während den Lockdowns auch plötzlich einen neuen Bürostuhl oder einen neuen Bildschirm online bestellen? Die Pandemie hat den Onlinehandel regelrecht beflügelt. Auf einen Schlag musste alles im Internet verfügbar sein. Obwohl sich die Nachfrage wieder eingependelt hat, bleibt das Internet weiterhin zentral für die Kundengewinnung, auch für stationäre Shops. Denn:

Das Einkaufserlebnis ist immer im Gange, es ist nicht-linear, geräte- und kanalübergreifend.
(Evelyn Leu, Original: The shopping journey is always on, non linear, multi-device, omnichannel.)

Ob wir die neue Stehlampe nun direkt im Laden kaufen oder sie online bestellen, wir haben uns ziemlich sicher online darüber informiert, vielleicht auch mehrmals. Bis es zu einem Kaufabschluss kommt, gibt es je nach Produkt oder Service zunächst einmal bis zu 500 Kontaktpunkte.

Die Rolle des Onlineshoppings oder allgemein der Onlinepräsenz wird deshalb nur noch weiter an Wichtigkeit zunehmen.


Nutzer verlangen Transparenz und Nachhaltigkeit

Die letzten zwei Jahre haben eine Erwartungshaltung in uns geweckt: Wir wollen alles sofort, wir erwarten Transparenz und wir kaufen nicht das Erstbeste, wir sind informiert und wollen nachhaltige Produkte. Deshalb finden wir heute vermehrt Shops, die etwa einen CO₂-Zuschlag für die klimaneutrale Lieferung oder die Lieferung per Elektroauto anbieten. An weiteren Umsetzungsmöglichkeiten hapert es derzeit noch. Unternehmen müssen sich aber zukünftig viel zentraler mit der Frage auseinandersetzen, was ihre Kunden und Kundinnen eigentlich wollen: Transparenz und Nachhaltigkeit.


Kein Marketing ohne Automation

96% der Schweizer Bevölkerung sind im Internet unterwegs. Das generiert eine gewaltige Datenmenge und wertvolle Insights ins Nutzerverhalten. Wir sind jedoch nicht mehr in der Lage, alles manuell zu tracken und auszuwerten. Dabei kann nur Automation helfen. Es lohnt sich auch für KMU, dieses Thema genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei geht es nicht nur um die Auswertung von Nutzungsdaten, sondern auch um die intelligente Ausspielung von Inhalten je nach Kundenbedürfnis und aktueller Stelle in der Customer Journey.


Guter Content zahlt sich aus

Die Konsumenten werden immer anspruchsvoller. Sie informieren sich aktiv und wollen Transparenz. Ein Unternehmen kommt deshalb nicht um guten Content drumherum. Das kostet Zeit, denn gute Texte, kreative Videos, unterhaltsame Podcasts etc. kreieren sich nicht von allein und oft auch nicht auf den ersten Versuch. Die investierten Ressourcen zahlen sich aber um ein Vielfaches wieder aus. Nutzer lassen sich nicht durch ein Produkt beeindrucken, sondern durch die Botschaft dahinter. Sie klicken nur, wenn sie etwas Interessantes sehen, das ihre Zeit wert ist. Hier kommt Marketing Automation wieder ins Spiel, die den Nutzern je nach Interesse und je nach Kanal den richtigen Content ausspielt.


Fachkräftemangel und Digital Leadership

Firmen möchten ihre Mitarbeitenden aktuell wieder vermehrt im Büro haben. Dabei wollen nur 30% der Angestellten wieder zurück ins Büro. Nur ein Tag Homeoffice ist da kein Kompromiss. Tatsächlich erwarten Mitarbeitende viel mehr Veränderung, als die Entscheider in der Geschäftsleitung denken. Grosse Unternehmen machen es vor. Sie erlauben mobiles Arbeiten und bauen eine Kultur auf, die dies auch akzeptiert und lebt. KMU müssen sich dieser Veränderung stellen, wenn sie als attraktive Arbeitgebende gesehen werden möchten.


Das Metaversum kommt

Das Metaversum ist eigentlich schon da, befindet sich aber noch in den Kinderschuhen. Im Moment können wir also noch gut darauf verzichten, oder etwa nicht? Viele KMU beschäftigen sich aktuell mit der Frage, ob und weshalb sie diesem Trend jetzt schon nachgehen sollten. Das Metaversum wird vermutlich noch einige Jahre wachsen müssen, doch den Anschluss möchten sie nicht verpassen. Geschätzt werden 20–30% der Menschen häufig auf diesen Plattformen unterwegs sein. KMU sollten sich deshalb tatsächlich jetzt schon mit den Möglichkeiten des Metaversums auseinandersetzen.

Einsatzbereiche zeigen sich unter anderem in der Ausbildung interner Talente und in der Kundenberatung. KMU können jetzt schon mit den dazugehörigen Technologien experimentieren: Augmented und Virtual Reality. Diese werden bereits erfolgreich eingesetzt, etwa um neue Möbel in den eigenen vier Wänden zu visualisieren oder für den virtuellen Firmendurchgang mittels VR-Brille.

Tipp: Wenn Sie das Thema interessiert, Sie dazu aber keinen Zugang haben, können Sie jetzt schon Technologie-affine Mitarbeitende aktivieren und diese die Möglichkeiten für Ihr Unternehmen erforschen lassen.


SEO und SEA: Das Zusammenspiel macht’s

Fokussierte die Suchmaschinenoptimierung (SEO) vor einigen Jahren noch rein auf Keywords, wird sie heute als Teil des Content-Marketings angesehen. Die Ausarbeitung von Personas, also fiktiven Personen, die eine oder mehrere Zielgruppen repräsentieren, und Customer Journeys, wie es im Content-Marketing üblich ist, dient deshalb auch dem Aufbau einer SEO-Strategie: Nach welchen Keywords würde eine Persona suchen? In welchen Themenwelten bewegt sie sich?

Diese Erkenntnisse dienen der Erstellung von relevantem Content. Doch mit SEO allein ist es in vielen Fällen noch nicht getan. Bezahlte Werbung, also SEA, gehört genauso zu einer erfolgreichen Marketing-Strategie und baut auf dem SEO-optimierten Content auf. Dabei gilt: SEO braucht Zeit und verfolgt langfristige Ziele, SEA kann als Überbrückung eingesetzt werden, solange SEO noch nicht greift oder nicht die gewünschten Resultate erzeugt.


TikTok ist das neue Instagram

TikTok ist der Kanal der Jungen. Gerade deshalb sind wohl viele Unternehmen noch nicht auf TikTok aktiv. Dabei ist der Kanal wie dafür gemacht, junge Talente zu finden. Der Einstieg kann zugegebenermassen schwierig sein. TikTok ist extrem schnelllebig und die Videos sind humorvoll. Das liegt nicht unbedingt in der Natur eines KMU. Deshalb ist umso wichtiger: Lassen Sie Ihre jüngeren Kollegen und Kolleginnen ans Werk!

Die Lernenden, Praktikanten und jungen Mitarbeitenden haben viel zu sagen und einige finden mit der richtigen Unterstützung Spass am Erstellen von Videos. TikTok-Videos bedeuten authentische Werbung und Marketing für Ihr Unternehmen, ohne dass Sie viel investieren müssen. Voraussetzung ist, dass Sie zusammen mit Ihren Mitarbeitenden die Richtlinien festlegen, sie in die Grundlagen der Videoproduktion einführen (das können auch Videos auf YouTube sein) und Ihnen vertrauen. So steigern Sie gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit. Win-win!

Ein Unternehmen, das auf diese Weise bereits erfolgreich Lehrstellen-Marketing und Employer Branding praktiziert, ist etwa die Bystronic Group.

 

Quellen

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