GmbH gründen Schweiz

Die beliebteste Gesellschaftsform unter Gründern ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Mit unserer Checkliste (s.u.) erfahren Sie die Vor- und Nachteile der drei beliebtesten Rechtsformen in der Schweiz: GmbH, Einzelfirma und Aktiengesellschaft (AG).


GmbH gründen Schweiz – Darauf kommt es an

Unser Jurist Moritz erklärt, worauf es ankommt: Warum ist die Gründung einer GmbH so beliebt? Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine GmbH gründen wollen? Übersicht und Tipps zum Thema GmbH gründen in der Schweiz finden Sie in unserem Video:


Gesellschaftsformen Schweiz – Übersicht

Über 99% der Unternehmen in der Schweiz sind KMU. KMU sind kleine und mittlere Unternehmen bei denen weniger als 250 Mitarbeiter angestellt sind. Sie bilden in der Schweiz ungefähr zwei Drittel der Arbeitsplätze. Die am häufigsten gewählten Rechtsformen für kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz sind die Einzelfirma, Aktiengesellschaft (AG) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

  • Die Gründung einer GmbH in der Schweiz wird in knapp 40% der Fälle gewählt.
  • Auf dem zweiten liegt die Einzelfirma mit ca. 28%.
  • Den dritten Platz belegt die AG (26%).
  • Die restlichen Prozente bilden die Kommandit- und Kollektivgesellschaften sowie Vereine und Genossenschaften.

Weitere Fakten und Trends finden Sie auch in unserer Infografik für Neugründer.


GmbH gründen Schweiz – die beliebteste Rechtsform für KMU

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, auch unter der Abkürzung GmbH bekannt, ist eine Kapitalgesellschaft, die ein festes Stammkapital von 20’000 CHF benötigt. Die Besonderheit bei einer GmbH liegt in ihrer Haftungsregel. Gesellschaft mit beschränkter Haftung heisst, dass Sie als Gesellschafter/in im Falle eines Konkurs mit dem Gesellschaftsvermögen statt Privatvermögen haften. Die Gründung ist nach dem obligatorischen Handelsregistereintrag erfolgreich abgeschlossen.

Wer:

  • Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
  • Jeder Gesellschafter und jede Gesellschafterin beteiligt sich mit mind. 1 Stammanteil am Gesellschaftskapital.
  • Eine juristische Person zusammen, die mit der Gründungsversammlung vor dem Notar und dem Eintrag im Handelsregister entsteht (analog zu AG). Eine übersichtliche Checkliste für die nötigen formalen Aspekte finden Sie hier.

Vorteile:

  • Im Vergleich zur AG (Stammkapital 100’000 CHF) ist für die GmbH Gründung ein tiefes Stammkapital von 20’000 CHF erforderlich.
  • Die GmbH verfügt über einen Haftungsschutz, sodass Sie bloss mit Ihrem Gesellschaftsvermögen und nicht mit dem Privatvermögen haften.
  • Grosse Freiheiten bei Firmennamen, nur der Zusatz "GmbH" ist zwingend.
  • Die GmbH Gründung kann von nur einer Person abgeschlossen werden.
  • Beschliessen Sie, Ihre Stammeinlagen zu verkaufen, ist der daraus entstandene Gewinn steuerfrei.
  • Sollten Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt für eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (AG) interessieren, ist dies auch ohne Liquidation möglich.

Nachteile:

  • Buchführungspflicht
  • Ab 10 Vollzeitangestellten muss eine Revisionsstelle zur Überprüfung der Jahresrechnung angegeben werden.
  • Separate Besteuerung, da sich die GmbH aus einer juristischen Person zusammensetzt. Unter Umständen hat das eine Doppelbesteuerung zur Folge: Macht die Gesellschaft Gewinn, bezahlt sie Ertragssteuern. Wird aus dem Gewinn eine Dividende ausgezahlt, hat man diese zusätzlich als persönliches Einkommen zu versteuern.
  • Geschäftsführer einer GmbH haben kein Recht auf eine allfällige Arbeitslosenentschädigung, ausser bei einem endgültigen Verlassen des Arbeitsplatzes. Diese Regelung gilt auch für die Ehepartner, die in der gleichen GmbH tätig sind.
  • Die Wahl für die Rechtsform der GmbH kann zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand führen.

Gut zu wissen:

  • Eine eingeschränkte Revision genügt bei einer GmbH in den allermeisten Fällen.
  • Das oberste Gremium in der GmbH ist die Gesellschafterversammlung. Sie bestimmt die Geschäftsführer, die Statuten und wenn erforderlich auch die Revisionsstelle.
     
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Einzelfirma gründen Schweiz – Unkomplizierter Gründungsprozess

Als Einzelunternehmen gelten alle Unternehmen, die von einer einzelnen Person gegründet werden. Auch wenn Sie sich als Freiberufler/in selbständig machen (z.B. Anwalt, Arzt, Architekt etc.), gründen Sie somit eine Einzelfirma und sind dessen Inhaber/in.

Wer:

  • Kleinst- oder Kleinfirmen
  • Natürliche Person, die in eigenem Namen und unter eigener Verantwortung ein Unternehmen betreibt.

Vorteile:

  • Die unternehmerische Tätigkeit kann sofort aufgenommen werden.
  • Lediglich der Eintrag ins Handelsregister und die Buchführungspflicht sind ab 100’000 CHF gesetzlich vorgeschrieben.
  • Als Inhaber/in verfügen Sie über eine grosse unternehmerische Freiheit.
  • Die Gründung ist einfach, benötigt keine Formalitäten und die Gebühren sind tief, ausser der Eintrag ins Handelsregister ist obligatorisch (gesetzlich vorgeschrieben ab einem Jahresumsatz 100’000 CHF).
  • Steuertechnisch ist die Einzelfirma günstiger, da keine steuerliche Doppelbelastung von Unternehmens- und Unternehmereinkommen respektive -vermögen stattfindet.

Nachteile:

  • Der grösste Nachteil stellt für viele die Haftung mit dem Privatvermögen als auch mit dem Geschäftsvermögen dar.Haftung mit dem Privatvermögen.
  • Je nach Kanton keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung und keine Familienzulagen.
  • Begrenzte Freiheiten bei der Wahl des Firmennamens: Familienname muss zwingend integriert sein.
  • Vorschriften bei der Buchführungspflicht: Bilanzierungsvorschriften für im Handelsregister eingetragene Einzelfirmen; diese sind jedoch weniger streng als bei einer AG oder GmbH.
  • Als Inhaber/in sind Sie alleine für Ihre Einzelfirma verantwortlich, was manchmal zu einer Überforderung führen kann.
  • Grosse finanzielle Verantwortung aufgrund der uneingeschränkten Haftung.

Gut zu wissen:

  • Die Anmeldung bei der SVA (Sozialversicherungsanstalt des Kantons) ist aufgrund der Beiträge an die AHV, IV und EO gesetzlich vorgeschrieben.


AG gründen Schweiz – Grosser Aufwand bei minimalem Risiko

Die Gründung einer Aktiengesellschaft kann durch eine oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen erfolgen. Das von ihnen eingebrachte Kapital wird dabei in Teilsummen, gemeint sind Aktien, zerlegt. Die Entstehung einer AG erfolgt erst nach dem obligatorischen Eintrag in das kantonale Handelsregister.

Wer:

  • Sowohl Kleinfirmen als auch Grossfirmen
  • Mindestens ein Aktionär, wobei dies natürliche oder juristische Personen oder andere Handelsgesellschaften sein können.

Vorteile:

  • Haftung wie bei der GmbH ausschliesslich mit dem Gesellschaftsvermögen, Aktionäre haften nur für Ihren Anteil am Aktienkapital.
  • Mehrere Partner können sich als Aktionäre beteiligen, die gegen aussen anonym bleiben.
  • Grosse Freiheiten bei der Namenswahl, lediglich der Zusatz “AG” ist vorgeschrieben.
  • Die Aktionäre können sich von der AG als Arbeitnehmer anstellen lassen und so einen normalen Lohn beziehen. Dabei profitieren sie v.a. von sozialversicherungsrechtlichen Arbeitnehmerrechten geniessen, wie etwa die obligatorische Unfallversicherung.
  • Bei einer Streuung der Aktien durch die Gründer/in im eigenen Umfeld, kann dies zu einer erhöhten Einflussnahme führen.
  • Kein Eintrag im Handelsregister notwendig für die Aktionäre.

Nachteile:

  • Die Gründung der Aktiengesellschaft ist mit grossen Aufwand verbunden:
  • Die Gründungsversammlung der Aktionäre vor dem Notar ist dazu notwendig, ebenso der Eintrag im Handelsregister.
  • Hohe finanzielle Hürden: Ein Mindestkapital von 100’000 CHF ist nötig, davon muss die Hälfte, also 50’000 CHF vorab eingezahlt (liberiert) sein.
  • Strenge Bilanzierungsvorschriften, z.B. für die gesetzlichen Reserven.

Gut zu wissen:

  • Bezüglich Buchführungspflicht, Revision und Doppelbesteuerung gelten die gleichen Gesetze wie bei der GmbH.

Möchten Sie noch mehr Infos zum Thema GmbH, Einzelfirma oder AG gründen?

Weiterführende Tipps und Tools für Firmengründer/innen:


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