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Schreiben im Web

Schreiben im Web

Texte schreiben, die ankommen

Komplexe Sachverhalte auf den Punkt bringen – darum geht es immer wieder in der Kommunikation. Wer Aufträge akquirieren, Ideen durchsetzen, Produkte bewerben, wissenschaftliche Ergebnisse publizieren und Kredite und Fördermittel beantragen will, muss vor allem Eines können: Texte schreiben, die ankommen. 

Ihre Inhalte mögen top sein, doch wenn es Ihnen nicht gelingt, sie in attraktive Texte zu verpacken, verkaufen Sie sich unter Wert. Fünf Punkte müssen Ihre Texte erfüllen, damit Interessenten und Kundinnen sie gerne lesen:

  • Optisch strukturiert
  • Lesefreundlich
  • Logisch aufgebaut
  • Präzise
  • Anregend
Tipp Wie Sie das alles in Ihrem Text unter einen Hut bringen, zeigt Ihnen die unten stehende Checkliste «Schreiben im Web».

Optisch strukturiert für mehr Verständlichkeit

Der wichtigste Verständlichmacher ist eine klare Textstruktur. Massvoll eingesetzt verdeutlichen Elemente wie Lead, Zwischentitel, Bulletpoints die Informationen und lenken den Blick auf Kernaussagen. Die folgenden Strukturelemente sorgen dafür, dass die Leser die Orientierung behalten:

  • Überschriften
  • Lead
  • Absätze und Zwischentitel
  • Aufzählungspunkte (Bulletpoints)
  • Bilder, Videos, Grafiken 
  • Links

Lesefreundlich für mehr Lust zum Lesen

Lesefreundlich sind Ihre Texte, wenn Sie sich kurz halten und verständlich formulieren (Beispiele zu den folgenden Punkten aus I. Hajnal, F. Iten: «Verständlichkeit in Schule, Verwaltung, Politik und Wissenschaft».

    Beispiel
    Text 1Text 2
    «Was ist Raub? – Raub ist dasjenige Delikt, das jemand, sofern die Intention der rechtswidrigen Aneignung besteht, durch Entwendung eines ihm nicht gehörenden Gegenstandes unter Anwendung von Gewalt oder von Drohungen gegenüber einer anderen Person begeht.»«Was ist Raub? – Jemand nimmt einem anderen etwas weg. Er will es behalten. Aber es gehört ihm nicht. Beim Wegnehmen wendet er Gewalt an oder droht dem anderen, dass er ihm etwas Schlimmes antun werde. Dieses Verbrechen heisst Raub.»
    Analyse
    • Unnötige Fremdwörter – Delikt, Intention
    • Abstrakte Wörter – Entwendung, Aneignung
    • Verschachtelter Satz
    • Schwierige Nominalgruppen – … eines ihm nicht gehörenden Gegenstandes unter Anwendung von Gewalt oder von Drohungen gegenüber einer anderen Person
    • Einfache Alltagswörter
    • Konkrete Wörter, viele Verben
    • Einfache Hauptsätze
    • Keine schwierigen Satzkonstruktionen

    Logisch für eine gute Orientierung im Text

    Achten Sie auf einen logischen Textaufbau, bieten Sie Ihren Leserinnen und Lesern Orientierung.

    Beispiel
    Text 1Text 2
    «Was ist Raub? – Jemand wendet gegen einen anderen Gewalt an. Das ist Raub, es gehört ihm nämlich nicht. Er will es für sich behalten, was er ihm wegnimmt. Zum Beispiel ein Bankräuber, der dem Angestellten mit der Pistole droht. Auch wenn man jemandem droht, dass man ihm etwas Schlimmes antun will, ist es Raub.»«Was ist Raub? – Raub ist ein Verbrechen: Jemand nimmt einem anderen etwas weg, was ihm nicht gehört. Er will es behalten. Dabei wendet er Gewalt an oder droht dem anderen etwas Schlimmes an. Drei Dinge sind wichtig:
    etwas wegnehmen, was einem nicht gehört;
    es behalten wollen;
    Gewalt oder Drohung.
    Beispiel: Ein Bankräuber droht dem Angestellten mit der Pistole und nimmt sich das Geld.»
    Analyse
    • Wechselnde, unklare Bezüge – was ist jetzt wieder mit «es» gemeint?
    • Gedankensprünge
    • Keine äussere Gliederung
    • Klare Bezüge
    • Klare Abfolge, Gedanken greifen ineinander
    • Einfache Orientierung durch Nummerierung zusammengehörender Passagen

    Präzise – genau und nur so viel wie nötig

    Verlieren Sie keine unnötigen Worte, abschweifendes Geschwafel will niemand lesen.

    Beispiel
    Text 1Text 2
    «Was ist Raub? – Ja, Raub, das darf man nicht machen. Raub ist ein verbotenes Verbrechen. Man darf es nicht mit Diebstahl verwechseln. Diebstahl ist zwar auch ein Verbrechen, aber Raub ist doch noch etwas anderes. Angenommen, jemand raubt etwas. Was heisst das? Das heisst: Er nimmt einem anderen etwas weg, was ihm nicht gehört, um es für sich zu behalten. Das ist natürlich nicht erlaubt. Jetzt muss aber noch etwas hinzukommen: Während der Verbrecher die Sache wegnimmt, wendet er Gewalt an gegenüber dem anderen. Zum Beispiel: Er wirft ihn einfach zu Boden – oder er schlägt ihn bewusstlos, dass er sich nicht mehr wehren kann. Es kann aber auch sein, dass er nur droht, dem anderen etwas anzutun. Auch dann ist es Raub, und der Mann (oder die Frau) wird wegen Raubes bestraft.»«Was ist Raub? – Ein Verbrechen. Wer einer anderen Person etwas wegnimmt, was ihm selber nicht gehört, um es zu behalten, begeht Raub. Hinzukommen muss, dass er dabei Gewalt anwendet gegen die andere Person oder sie bedroht.»
    Analyse
    • Langfädiger Vorspann
    • Unnötige Einschübe oder Nachsätze – «was heisst das?»
    • Unnötige Zusatzinformationen und Zusatzgedanken – «… dass er sich nicht mehr wehren kann.»
    • Wortflut
    • Direkter Einstieg ins Thema
    • Keine Einschübe oder Nachsätze
    • Nur die nötigsten Informationen und Gedankengänge
    • Der Sachverhalt wird mit möglichst wenig Wörtern ausgedrückt.

    Reizvoll und anregend – Aha-Effekte provozieren

    Ein guter Text regt zum Weiterdenken an und bezieht die Leserinnen und Leser mit ein.

    Beispiel
    Text 1Text 2
    «Was ist Raub? – Jemand nimmt einem anderen etwas weg. Er will es behalten, obwohl es ihm nicht gehört. Beim Wegnehmen wendet er Gewalt an oder er droht dem anderen, dass er ihm etwas Schlimmes antun werde. Dieses Verbrechen (Wegnehmen mit Gewalt oder Drohung) heisst Raub. Raub wird mit Gefängnis oder Zuchthaus bestraft.»«Was ist Raub? – Nimm an, du hast keinen müden Rappen in der Tasche. Da geht eine alte Dame mit ihrer Handtasche über die Strasse. Du überlegst nicht lange: ein kräftiger Schlag auf ihren Arm, und schon bist du mit der Tasche auf und davon. ‹Haltet den Dieb!›, ruft die Dame, weil sie es nicht besser weiss. Richtig müsste sie rufen: ‹Haltet den Räuber!›, denn wenn man dabei Gewalt anwendet oder Drohungen ausstösst, dann ist es Raub. Und wie endet die Geschichte? Nun, meistens endet sie im Knast.»
    Analyse
    • Nüchterner Textanfang
    • Anonym – «jemand»
    • Keine Bilder
    • Kein Widerhaken
    • Leichte Provokation am Textanfang – «Nimm an, du hast keinen müden Rappen»
    • Persönliche Ansprache – «du»
    • Farbige Bilder – «Also ist es Raub, wenn du einer alten Dame gewaltsam die Handtasche stiehlst.»
    • Widerspruch – «‹Haltet den Dieb!›, ruft die Dame … Richtig müsste sie rufen: ‹Haltet den Räuber!›»