Sozialversicherungen

KTG und UVG

Die freiwillige KTG Krankentaggeldversicherung sichert in der Schweiz die Lohnfortzahlung der Angestellten bei Krankheit. Daneben muss der Arbeitgeber für die Angestellten eine UVG Unfallversicherung für Berufsunfall und nicht Berufsunfall abschliessen.

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Krankentaggeldversicherung und Unfallversicherung

Die freiwillige Krankentaggeldversicherung (KTG) kann abgeschlossen werden, damit der Arbeitgeber das Risiko eines Ausfalls des Mitarbeiters absichern kann. Die Betriebs- und Nichtbetriebsunfallversicherung (NBU) muss vom Arbeitgeber immer abgeschlossen werden. Je nach Branchenzugehörigkeit bieten die KTG Versicherungen teils unterschiedliche Prämien an. 

Folgende Versicherungen können Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter abschliessen:

  • Berufsunfallversicherung BU
  • Nichtberufsunfallversicherung NBU
  • Unfallzusatzversicherung Zusatz UVGZ (für Löhne über CHF 148'200)
  • Krankentaggeld Versicherung KTG


 

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KTG - Krankentaggeldversicherung und UVG - Unfallversicherung

Während einige Versicherungen wie Berufsunfall für Arbeitgeber obligatorisch sind, so sind Krankentaggeld KTG und Zusatzversicherungen in der Schweiz freiwillig. Nachfolgend eine Aufstellung, wer welche Personenversicherungen abschliessen muss:

  Pflicht Beitragszahler
BU
Berufsunfall
obligatorisch Arbeitgeber
NBU
Nicht Berufsunfall
bei mehr als 8 Stunden pro Woche Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, beide
KTG
Krankentaggeld
freiwillig Nicht einheitlich geregelt. Üblich sind Arbeitgeber (AG) oder 50% AG und 50% Arbeitnehmer (AN). Da das KTG jedoch freiwillig ist, könnte man auch alles dem AN belasten, ausser der Betrieb untersteht einem GAV.
UVGZ
Unfall-Zusatz
freiwillig Arbeitgeber oder beide

KTG Schweiz - Übersicht

Wird ein Arbeitnehmer krank und kann die Arbeit nicht mehr ausführen, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Lohn je nach Anzahl Dienstjahre noch eine gesetzlich vorgegebene Zeit lang weiterhin zu entrichten. Die Dauer der gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht bemisst sich nach der Anzahl der Dienstjahre, die eine Person bereits im Unternehemen arbeitet.

Gegen diese Kosten kann sich der Arbeitgeber mit der Krankentaggeldversicherung absichern. Eine KTG Versicherung ist freiwillig, aber sehr zu empfehlen, da Sie das Unternehmen bei längeren Krankheitsfällen vor hohen Kosten schützt. Ebenfalls bekommen die Angestellten bei einer länger andauernden Krankheit über einen längeren Zeitraum einen Lohn ausbezahlt.

Kostenverteilung Taggeldversicherung

Da die KTG Versicherung freiwillig ist, kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmern den KTG Beitrag vom Lohn abziehen. Oft werden die KTG Prämien jedoch zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen. Bei den meisten Krankentaggeldversicherungen wird im Krankheitsfall 80% vom Lohn für 720 Tage in einem Zeitraum von 900 Tagen entrichtet. Es ist auch möglich, dass die Versicherungspolice ein Taggeld von 100% vorsieht. Nach Ablauf der 900 Tage treten meist Leistungen aus der IV (1. Säule) und der Beruflichen Vorsorge (2. Säule) in Kraft.

Der Arbeitgeber kann wählen, ab welchem Krankheitstag die Krankentaggeldversicherung einspringen soll. Dies kann bereits ab dem 2. Tag oder auch erst nach 30 Tagen der Fall sein. Die Frist wirkt sich dementsprechend auf den KTG Beitrag aus. Es lohnt sich verschiedene Krankentaggeldversicherer zu vergleichen. Eine Krankentaggeldversicherung muss aber mit den gesetzlichen Vorgaben mindestens gleichwertig, oder zum Vorteil für den Angestellten sein.

Oft wird vom Arbeitgeber eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung abgeschlossen, bei der alle Mitarbeiter angeschlossen sind.

Im Übrigen gibt es auch für selbständige Unternehmer Krankentaggeld-Versicherungen, welche deren spezielle Bedürfnisse im Krankheitsfall oder bei einem Unfall abdecken.

Lohnfortzahlung bei Krankheit

Im Krankheitsfall ist der Arbeitgeber nach OR dazu verpflichtet den Lohn für eine bestimmte Zeit weiterzubezahlen. Die genaue Dauer ist nicht explizit im Gesetz geregelt, bestimmt sich aber nach der Basler, Berner oder Zürcher Skala. Sofern kein Gesamtarbeitsvertrag, Normalarbeitsvertrag oder keine KTG vorliegt, beginnt die Lohnzahlung zu 100% ab dem ersten Krankheitstag. Karenztage gibt es keine.

Die Lohnzahlungspflicht wird pro Dienstjahr berechnet und fängt jedes Jahr von Neuem an. Mehrere Absenzen im gleichen Jahr werden addiert. Bei unregelmässigem Lohn wird auf einen Zeitraum von bis zu einem Jahr abgestellt, um einen durchschnittlichen Lohn zu erhalten.

Krankenttaggeldversicherung Vergleich

Für den Vergleich einer Krankenttaggeldversicherung erstellen Versicherungen Angebote unter Berücksichtigung von Schadensfällen der letzten 3 Jahren. Damit mögliche Schadensfälle korrekt angegeben werden, fragen die Versicherungen vor Offertstellung bei der bisherigen Versicherung nach der Schadensquote.

Folgende Informationen sollten beim Vergleich der Krankentaggeldversicherung bereit gehalten werden:

  • Police der bestehenden KTG Versicherung
  • Schadensfälle der letzten 3 Jahre oder Schadensquote
  • Gesamtlohnsumme der Mitarbeiter
  • Verhältnis von männlichen und weiblichen Angestellten

Betriebsunfall BU und Nichtbetriebsunfall NBU

Das Unfallversicherungsgesetz UVG sieht für die Unfallversicherungen zwei Bereiche vor:

  • Betriebsunfall
  • Nichtbetriebsunfall

Die Kosten für die Betriebsunfallversicherung trägt der Arbeitgeber und sie ist obligatorisch. Mitarbeiter, die mehr als 8 Stunden pro Woche arbeiten, müssen ausserdem auch gegen Nichtbetriebsunfall versichert werden. Diese Beiträge müssen jedoch nicht zwangsläufig vom Arbeitgeber bezahlt werden. Sie können auch vom Lohn abgezogen werden.

Achtung
Einige Branchen, zum Beispiel aus dem Baugewerbe, sind gezwungen, die Unfallversicherung bei der halbstaatlichen Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA abzuschliessen!

Unfallzusatzversicherung UVGZ

Während die UVG obligatorisch ist, gibt es die Möglichkeit, Angestellte oder einen Teil von ihnen zusätzlich zu versichern. Diese freiwillige Unfall-Zusatzversicherung (UVGZ) kann individuelle Bedürfnisse, die nicht in der UVG enthalten sind, abdecken. In der UVGZ können z. B. folgende Leistungen enthalten sein:

  • private oder halbprivate Zimmer im Spital
  • freie Arzt- und Spitalwahl
  • weltweite Deckung
  • Versicherung von Besuchern des Firmengeländes
  • ästhetische Korrekturen
  • Taggeld ab dem 1. Tag
  • Erhöhung des Taggeldes auf 100% des Lohns
  • Zahnschäden

Unfall Zusatzversicherungen kann man für alle seine Arbeitnehmer oder lediglich für einzelne Mitarbeiter abschliessen. Eine UVGZ kostet den Arbeitgeber zwar mehr, wirkt sich aber auch positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und den Ruf des Unternehmens aus.

UVG für Einzelunternehmer

Inhaber einer Einzelfirma sind vom UVG obligatorium ausgenommen. Es ist aber möglich, freiwillig eine UVG Versicherung abzuschliessen oder bei einer privaten Krankenkasse eine massgeschneiderte Lösung abzuschliessen. Daneben können auch Familienmitglieder, die bei einer Einzelfirma mitarbeiten, mit einer Unfallversicherung geschützt werden. Dabei können sie ähnlich wie beim KTG eine Wartefrist von üblicherweise zwischen 7 bis 90 Tagen wählen.

Beispiele für KTG und UVG Offertenanfragen:

Branche, Firmengrösse Anforderungen
Webdesignagentur, 7 Mitarbeiter

Eine neugegründete Webdesign Agentur benötigt diverse Versicherungen: , KTG und UVG. Der Abschluss sollte so schnell wie möglich erfolgen. Die Wartefrist beim KTG soll 30 Tage betragen. Es sind 5 Mitarbeiter im Unternehmen (GmbH) angestellt. 

Handel (Kassensysteme), 7 Mitarbeiter Eine GmbH, welche im Verkauf von Kassensystemen tätig ist, sucht eine neue Lösung für das KTG, UVG und die BVG, da man mit der bisherigen Versicherung leistungstechnisch nicht mehr zufrieden ist. In der Vergangenheit hatte ein Mitarbeiter einen kleineren Unfall. Ausserdem wünscht man noch eine Beratung betreffend der Betriebshaftpflichtversicherung und einer Rechtsschutzversicherung.