Finanzen & Steuern

Leistung erbracht, Rechnung gestellt. Geld erst in 30, 60 oder 90 Tagen?

In Zusammenarbeit mit  Logo der MantaFlow Finance AG

Teaserbild Ratgeberartikel Leistung erbracht, Rechnung gestellt. Geld erst in 30, 60 oder 90 Tagen?

Aktualisiert am 10.06.2026

Wie Unternehmen lange Zahlungsfristen überbrücken können

Eine Rechnung ist verschickt, die Arbeit erledigt – doch bis das Geld auf dem Konto eingeht, vergehen oft Wochen oder sogar Monate. Für viele Schweizer Unternehmen gehören Zahlungsfristen von 30, 60 oder 90 Tagen zum Geschäftsalltag. Besonders grössere Kundinnen und Kunden verlangen heute oft lange Zahlungsziele.

Das Problem: Löhne, Mieten, Lieferantenrechnungen, Sozialversicherungen und Steuern müssen trotzdem pünktlich bezahlt werden. Dadurch entsteht eine Finanzierungslücke zwischen Leistungserbringung und Zahlungseingang.

Dieser Artikel zeigt auf, welche Auswirkungen lange Zahlungsfristen auf die Liquidität haben und welche Möglichkeiten Unternehmen nutzen können, um schneller an ihr Geld zu gelangen.

Warum lange Zahlungsfristen für Unternehmen problematisch sein können

Mit jeder ausgestellten Rechnung gewährt ein Unternehmen seinem Kunden faktisch einen Kredit. Bis die Rechnung bezahlt wird, bleibt das Geld gebunden.

Je länger die Zahlungsfrist, desto mehr Kapital steckt in offenen Forderungen. Das kann insbesondere bei wachstumsstarken Unternehmen oder Branchen mit hohen Vorleistungen zu Herausforderungen führen.

Typische Folgen sind:

  • Eingeschränkte Liquidität
  • Verzögerte Investitionen
  • Höherer Finanzierungsbedarf
  • Schwierigkeiten bei der Begleichung laufender Kosten
  • Weniger finanzieller Spielraum für Wachstum

Beispiel aus der Praxis

Ein Unternehmen stellt monatlich Rechnungen über 100'000 Franken mit einer Zahlungsfrist von 60 Tagen aus.

Nach zwei Monaten sind bereits Forderungen von 200'000 Franken offen, obwohl die Leistungen erbracht wurden. Dieses Geld steht dem Unternehmen aktuell nicht zur Verfügung.

Je stärker ein Unternehmen wächst, desto grösser wird dieser Effekt. Ausgerechnet erfolgreiche Unternehmen geraten dadurch häufig unter Liquiditätsdruck.

Gut zu wissenUnter Liquidität versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens, seine laufenden Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht erfüllen zu können. Auch profitable Unternehmen können in Liquiditätsengpässe geraten, wenn Kunden erst Wochen oder Monate nach Rechnungsstellung bezahlen.

Anzeige
Anzeige von MantaFlow

Welche Möglichkeiten gibt es, schneller an Liquidität zu gelangen?

Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, die Zeit bis zum Zahlungseingang zu überbrücken.

Eigene Reserven nutzen

Die einfachste Lösung besteht darin, vorhandene Liquiditätsreserven einzusetzen.

Vorteile

  • Keine Finanzierungskosten
  • Keine externen Partner notwendig

Nachteile

  • Reserven werden aufgebraucht
  • Weniger finanzieller Spielraum
  • Nicht für jedes Unternehmen möglich

Bankkredit oder Kontokorrent

Viele Unternehmen greifen bei Liquiditätsengpässen auf Kreditlinien ihrer Hausbank zurück.

Vorteile

  • Flexible Nutzung
  • Bewährte Finanzierungsform

Nachteile

  • Kreditprüfung erforderlich
  • Oft zusätzliche Sicherheiten notwendig
  • Kreditlimiten wachsen nicht automatisch mit dem Umsatz

Insbesondere junge Unternehmen oder KMU mit starkem Wachstum erhalten nicht immer die gewünschte Finanzierung.

Zahlungsziele bei Lieferanten verlängern

Manche Unternehmen versuchen, längere Zahlungsfristen mit ihren Lieferanten zu vereinbaren.

Vorteile

  • Keine zusätzliche Finanzierung notwendig
  • Schnell umsetzbar

Nachteile

  • Nicht dauerhaft skalierbar
  • Abhängigkeit von Lieferanten
  • Kann Geschäftsbeziehungen belasten

Debitorenfinanzierung

Eine weitere Möglichkeit ist die Debitorenfinanzierung. Dabei werden offene Forderungen genutzt, um schneller an Liquidität zu gelangen. Unternehmen erhalten einen Grossteil des Rechnungsbetrags bereits kurz nach Rechnungsstellung und müssen nicht bis zum Zahlungseingang warten.

Dadurch wird Kapital freigesetzt, das bereits erwirtschaftet wurde, aber noch in offenen Forderungen gebunden ist.

Was ist Debitorenfinanzierung?

Unter Debitorenfinanzierung versteht man Finanzierungsmodelle, bei denen offene Forderungen gegenüber Geschäftskundinnen und Geschäftskunden zur Liquiditätsbeschaffung genutzt werden.

Statt auf die Zahlung der Kundin zu warten, erhält das Unternehmen einen Grossteil des Rechnungsbetrags bereits im Voraus.

Die Finanzierung orientiert sich dabei primär an den offenen Forderungen und nicht an klassischen Sicherheiten wie Immobilien oder Maschinen.

Factoring als bekannteste Form der Debitorenfinanzierung

Die bekannteste Form der Debitorenfinanzierung ist das Factoring. Beim Factoring werden offene Forderungen an einen spezialisierten Finanzierungsanbieter übertragen. Dieser stellt dem Unternehmen den Rechnungsbetrag grösstenteils sofort zur Verfügung.

Je nach Modell können zusätzlich folgende Leistungen übernommen werden:

  • Debitorenmanagement
  • Zahlungsüberwachung
  • Mahnwesen
  • Inkasso
  • Schutz vor Forderungsausfällen

Factoring wird heute von Unternehmen unterschiedlichster Grössen genutzt – vom KMU bis zum internationalen Konzern.

Offenes und stilles Factoring

Beim offenen Factoring wird der Kunde über die Abtretung der Forderung informiert und bezahlt direkt an den Finanzierungsanbieter.

Beim stillen Factoring bleibt die Finanzierung für die Kundin im Hintergrund. Die Kundenbeziehung und die Kommunikation bleiben unverändert bestehen.

Welche Variante geeignet ist, hängt von der jeweiligen Unternehmenssituation und den Anforderungen der Kundinnen und Kunden ab.

TippFactoring eignet sich besonders für Unternehmen mit Geschäftskundinnen und -kunden, regelmässigen Rechnungen und Zahlungsfristen ab 30 Tagen. Je länger die Zahlungsfrist, desto grösser ist häufig der Liquiditätseffekt.

Digitalisierung und Integration

Während Factoring früher oft mit Papierdokumenten, manuellen Prüfungen und längeren Bearbeitungszeiten verbunden war, setzen moderne Anbieter zunehmend auf digitale Prozesse.

Je nach Anbieter können Rechnungen direkt aus Buchhaltungs- oder ERP-Systemen übermittelt werden. Dies reduziert den administrativen Aufwand, beschleunigt die Bearbeitung und erleichtert die laufende Verwaltung der finanzierten Forderungen.

Für KMU kann dies nicht nur Zeit sparen, sondern auch interne Prozesskosten reduzieren.

Was kostet Debitorenfinanzierung?

Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere:

  • Bonität der Debitoren
  • Höhe der Rechnungen
  • Zahlungsfrist
  • Branche
  • Finanzierungsvolumen
  • Gewünschte Zusatzleistungen

In der Praxis bewegen sich die Kosten häufig zwischen etwa 0,85 Prozent und 3 Prozent des Rechnungsbetrags.

Zusätzliche Dienstleistungen wie Debitorenmanagement oder Ausfallschutz können die Kosten beeinflussen.

Unternehmen sollten zudem prüfen, ob Mindestvolumen, Einrichtungsgebühren, Jahresgebühren oder langfristige Vertragsbindungen vorgesehen sind. Je nach Anbieter können diese Kosten die Wirtschaftlichkeit stärker beeinflussen als die eigentliche Finanzierungsgebühr.

Wichtig ist jedoch die Gesamtbetrachtung. Unternehmen sollten nicht nur die Finanzierungskosten berücksichtigen, sondern auch die wirtschaftlichen Vorteile:

  • Schnellere Liquidität
  • Weniger administrativer Aufwand
  • Reduzierte Ausfallrisiken
  • Planbare Zahlungseingänge
  • Mehr finanzieller Spielraum für Wachstum

Ein Skonto von 2 Prozent für die frühzeitige Zahlung einer Lieferantenrechnung kann beispielsweise bereits höher sein als die Kosten einer Debitorenfinanzierung.

Für welche Unternehmen eignet sich Debitorenfinanzierung?

Debitorenfinanzierung eignet sich insbesondere für Unternehmen, die:

  • Geschäftskundinnen und Geschäftskunden beliefern
  • Auf Rechnung arbeiten
  • Lange Zahlungsfristen gewähren
  • Stark wachsen
  • Hohe Personal- oder Materialkosten vorfinanzieren müssen
  • Saisonale Schwankungen ausgleichen möchten

Besonders verbreitet ist sie in Branchen wie:

  • Personalverleih
  • Transport und Logistik
  • Handel
  • Produktion
  • Gesundheitswesen
  • Unternehmensdienstleistungen
  • IT und Technologie

Liquidität mit MantaFlow innert 24 Stunden statt in 30, 60 oder 90 Tagen

Sie haben Ihre Leistung erbracht und die Rechnung gestellt. Warum 30, 60 oder 90 Tage auf Ihr Geld warten? Mit MantaFlow erhalten Schweizer KMU ihre Liquidität in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Ohne Kredit, ohne zusätzliche Verschuldung und inklusive Ausfallschutz.

Jetzt unverbindlich Factoring-Offerte anfragen

Angebot von   Logo der MantaFlow Finance AG

Worauf sollten Unternehmen bei der Wahl eines Anbieters achten?

Nicht jeder Anbieter arbeitet mit dem gleichen Modell. Ein sorgfältiger Vergleich lohnt sich.

Transparente Kostenstruktur

Alle Gebühren sollten klar ausgewiesen werden. Unternehmen sollten verstehen können, welche Leistungen enthalten sind und welche Zusatzkosten entstehen können.

Schnelle Prozesse

Wenn Liquidität benötigt wird, zählen kurze Reaktionszeiten. Moderne Anbieter setzen deshalb auf digitale Prozesse und schnelle Entscheidungen.

Auszahlungsgeschwindigkeit

Zwischen einer Antragstellung und der tatsächlichen Auszahlung können je nach Anbieter wenige Stunden oder mehrere Tage liegen. Unternehmen sollten deshalb prüfen, wie schnell nach der Prüfung einer Rechnung die Auszahlung erfolgt.

Flexibilität

Manche Anbieter finanzieren einzelne Rechnungen, andere verlangen die Einreichung des gesamten Debitorenbestands. Auch Mindestvolumen, Vertragslaufzeiten oder Einschränkungen bei der Auswahl der Debitoren sind am Markt verbreitet. Unternehmen sollten prüfen, welches Modell am besten zu ihren Bedürfnissen passt.

Ausfallschutz

Nicht jede Debitorenfinanzierung beinhaltet automatisch einen Schutz vor Forderungsausfällen. Unternehmen sollten prüfen, wer das Risiko eines Zahlungsausfalls trägt und ob eine Absicherung gegen Debitorenverluste Bestandteil des Angebots ist.

Erfahrung und Branchenkenntnis

Anbieter mit Erfahrung in der jeweiligen Branche können Risiken oft besser einschätzen und Prozesse effizienter gestalten.

Zusätzliche Dienstleistungen

Bonitätsprüfungen, Debitorenmanagement oder Ausfallschutz können einen erheblichen Mehrwert bieten und interne Ressourcen entlasten.

Fazit

Lange Zahlungsfristen gehören für viele Schweizer Unternehmen zum Alltag. Gleichzeitig binden sie Kapital, das für Löhne, Investitionen oder Wachstum benötigt wird.

Neben klassischen Finanzierungsformen wie Bankkrediten gewinnt deshalb die Debitorenfinanzierung zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglicht Unternehmen einen schnellen Zugriff auf bereits erwirtschaftete Umsätze, verbessert die Planbarkeit der Liquidität und kann helfen, Wachstum zu finanzieren, ohne zusätzliche Bankkredite aufnehmen oder bestehende Kreditlimiten belasten zu müssen.

Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt von der individuellen Situation, der Kundenstruktur und dem Finanzierungsbedarf ab. Wer verschiedene Optionen vergleicht und die Gesamtkosten berücksichtigt, kann seine Liquidität nachhaltig stärken.