Vorsorgeauftrag, Testament und Nachlassplanung Schweiz

( 2 )
Pensionsplanung

Der Vorsorgeauftrag hält fest, durch wen und wie man im Falle der Urteils­un­fähig­keit betreut werden möchte. Es ist deshalb immer wichtig, recht­zeitig Vor­kehrungen zu treffen, für den Fall, dass man ur­teils­un­fähig wird. Genauso wichtig ist es, sich bereits zu Leb­zeiten Gedanken über die Nach­lass­planung und das Testa­ment zu machen.

Unsere Expertinnen und Experten für Pensions­planung kennen den Schweizer Markt und unter­stüt­zen Sie kosten­los bei der Suche nach den pas­sen­den Vor­sorge­be­ra­terinnen oder Vor­sorge­beratern.

Kostenlos 3 Offerten für Pensionsplanung erhalten



Falls Sie bereits einen User haben, können Sie mit dem Passwort die Eingabe der Kontaktdaten abkürzen.
*Mit Absenden stimmen Sie den Nutzungsbedingungen zu.
Fortschritt: 0%

gryps.ch - Ihre KMU Einkaufsexperten
unabhängig, einfach und kostenlos

step by step icons

Weitere Infos zu unserem Service

Vorsorgeauftrag Schweiz

Einer handlungsfähigen Person wird durch das Kindes- und Er­wach­se­nen­schutz­recht ermög­licht, recht­zeitig Vor­kehrungen zu treffen für den Fall, dass sie auf­grund eines Un­falls, einer schweren Er­krankung oder Alters­schwäche ur­teils­un­fähig wird. Wenn ein rechts­gültiger Vor­sorge­auf­trag vor­liegt, können Mass­nahmen der Kindes- und Er­wach­se­nen­schutz­behörden (KESB), die meist mit zusätz­lichem Auf­wand und Kosten verbunden sind, ver­mieden werden. Nach Ein­tritt der Ur­teils­un­fähig­keit wird die im Vor­sorge­auf­trag genannte Person oder Fach­stelle durch die KESB in ihren Funktionen bestätigt. Im Vor­sorge­auf­trag können Sie zwischen der Personen­sorge und der Ver­mögens­sorge unter­scheiden. Meist wird die gleiche Person für beide Bereiche gewählt.

  • Vermögenssorge: Die Vermögenssorge bein­haltet die Ver­waltung des gesamten Ver­mögens, die Steuer­de­kla­ration sowie die Ver­tretung des Auf­trag­gebers oder der Auf­trag­geberin in ver­mögens­recht­lichen Ange­legen­heiten.
  • Personensorge: Die Personensorge gewähr­leistet die Betreuung und einen geordneten All­tag des Auf­trag­gebers bzw. der Auf­trag­geberin. Sie regelt die Wohn­situation und legt alle gesund­heitlich not­wendigen Mass­nahmen fest, falls keine Patienten­ver­fügung vor­liegt.


Form des Vorsorgeauftrags

Der Vorsorgeauftrag muss entweder von Hand geschrieben und unter­schrieben oder notariell beur­kundet werden. Dabei müssen die Auf­gaben, die der beauf­tragten Person übertragen werden sollen, klar um­schrieben sein. Je nach Komplexi­tät eines Vor­sorge­auf­trages lohnt es sich, für die Errichtung einen An­bieter für die Pensions­planung beizu­ziehen. Ein Vor­sorge­auf­trag kann jeder­zeit abge­ändert oder wider­rufen werden. Sie haben die Möglich­keit, den Vor­sorge­auf­trag bei der KESB zu hinter­legen sowie dessen Errichtung und Hinter­legungs­ort beim Zivil­stands­amt in einer zentralen Daten­bank zu regi­strieren. Dabei kann die KESB für die Hinter­legung eine ein­malige Gebühr von 150 CHF er­heben.


Eintritt eines Vorsorge­falls

Sobald die KESB Kenntnis von der Urteils­un­fähig­keit erhält, prüft sie den Vor­sorge­auf­trag und stellt dessen Wirk­sam­keit fest. Wenn die Ent­schä­digung für die Leis­tungen der beauf­tragten Person nicht im Vor­sorge­auf­trag geregelt ist, so kann von der KESB ein ange­messener Betrag fest­ge­legt werden.


Vollmacht als Alternative zum Vor­sorge­auf­trag?

Eine Vollmacht hat ähnliche Wirkungen wie ein Vor­sorge­auf­trag. Die Voll­macht gilt jedoch bereits ab ihrer Erteilung. Ist die Ver­tretung jedoch erst ab Ein­tritt der eigenen Ur­teils­un­fähig­keit mög­lich, kann dies nicht mittels der Voll­macht er­folgen. Banken sind häufig nicht mehr dazu bereit, Voll­machten zu akzep­tieren, wenn der Voll­macht­geber oder die Voll­macht­geberin ur­teils­un­fähig geworden ist.


Urteils- und Handlungs­fähig­keit

Eine Person ist handlungsfähig, wenn sie voll­jährig und ur­teils­fähig ist. Weiter­hin muss die Person die Fähig­keit haben, ver­nunft­gemäss zu handeln und zu ent­scheiden. Die Person erkennt die Bedeutung ihres Handelns und kann ihre An­ge­le­gen­heiten ent­sprechend regeln. Im Sinne des Gesetzes ist jede Person ur­teils­fähig, die nicht wegen ihres Kindes­alters, infolge geistiger Be­hin­derung, psychischer Störung, Rausch oder ähn­licher Zu­stände die Fähig­keit mangelt, ver­nunft­gemäss zu handeln.


Testament und Nachlassplanung Schweiz

Mithilfe eines Testaments wird im Falle des Todes der Erb­fall und der letzte Wille des Erb­lassers oder der Erb­lasserin geregelt. Bei einem Erb­ver­trag können die­selben Ver­fü­gungen defi­niert werden wie in einem Testa­ment. Bei Planung und Er­stellung eines Testa­ments oder Erb­ver­trags sind diese Punkte wichtig:

  • Einhalten von Formvorschriften und gesetz­lichen Rahmen­be­din­gungen
  • Genaues Datum und Ortsangabe
  • Die Art des Testaments (eigenhändig, öffent­lich, mündlich)


Warum ist die Nachlass­planung wich­tig?

Hat man sich zu Lebzeiten nicht um eine gute Vor­be­reitung der Nach­lass­planung gekümmert, kann es später zu Streitig­keiten unter den Hinter­blie­benen kommen. Wurde keine Nach­lass­planung gemacht, wird im Todes­fall das Ver­mögen nach gesetz­lichen Richt­linien auf­ge­teilt. Dies ent­spricht aber häufig nicht dem Willen des Erb­lassers bzw. der Erb­lasserin. Des­wegen sollte man sich früh­zeitig Gedanken über die An­passungen bei der Erb­ver­teilung machen und einen An­bieter für die Pen­sions­planung engagieren.


Was ist bei einem Testament zu be­achten?

Will man ein Testament erstellen, müssen Form­vor­schriften und gesetz­liche Rahmen­be­dingungen ein­ge­halten werden. Sonst kann das Testa­ment unter Um­ständen un­gültig sein oder von den be­nach­tei­ligten Er­binnen oder Er­ben vor Gericht ange­fochten werden. Das Testa­ment sollte am besten von einer Fach­person inner­halb der Pen­sions­planung auf Form und Inhalt über­prüft werden, um Streitig­keiten und Un­klar­heiten nach dem Tod des Erb­lassers bzw. der Erb­lasserin zu ver­meiden.


Formvorschriften & Rahmen­be­dingungen eines Tes­ta­ments

Nachfolgend finden Sie wichtige Informa­tionen rund um die Form­vor­schriften und Rahmen­be­dingungen eines Testa­ments, sodass es nicht von be­nach­tei­ligten Er­binnen oder Erben vor Gericht bezüglich der Gültig­keit ange­fochten werden kann. Wir empfehlen Ihnen dennoch, eine fach­kundige Person im Rahmen Ihrer Pen­sions­planung das Testa­ment und die Nach­lass­planung über­prüfen zu lassen.

1. Datum im Testament: Das Datum spielt eine wichtige Rolle im Testa­ment. Sollten nach dem Tod des Erb­lassers oder der Erb­lasserin mehrere Ver­sionen zum Vor­schein kommen und nicht klar sein, welche Ver­sion die aktuelle ist, kann ein Testa­ment ohne genaues Datum für un­gültig er­klärt werden. Möchte man eine alte Version wider­rufen, sollte dies im neuen Testa­ment unbedingt ver­merkt werden.

2. Ortsangabe im Testament: Eine Ortsangabe ist im Testament keine zwingende Form­vor­schrift, dennoch ist sie zu empfehlen. So wird sicher­gestellt, dass für ein Testa­ment, welches in der Schweiz erstellt worden ist, die Rechte der Schweiz An­wendung finden.

3. Regelungen im Testament: Für den Verfasser oder die Ver­fasserin des Testa­ments ist es jeder­zeit möglich, das Testa­ment zu ändern. Wird ein Testa­ment einer ver­stor­benen Person auf­ge­funden, so ist man gesetz­lich dazu ver­pflichtet, es der Amts­stelle zu über­geben. Trotz dieser Ver­pflich­tung kann es passieren, dass sich die im Testa­ment be­nach­teiligten Personen nicht daran halten. Auf­grund dessen sollte das Testa­ment vor dem Tod bei der zu­ständigen Amts­stelle des Kantons hinter­legt werden. Je nach Kanton ist das die Ge­meinde­ver­waltung, das Erb­schafts­amt, das Be­zirks­gericht oder das Amts­notariat.


Wie kann man ein Testament er­stellen?

Das Gesetz unterscheidet drei Arten von Testa­menten:

1. Eigenhändiges Testament: Die einfachste Form eines Testa­ments ist das eigen­händige Testa­ment. Dabei wird das Testa­ment komplett von Hand geschrieben, datiert und unter­schrieben. Wird das Testa­ment auf dem Computer geschrieben und bloss von Hand unter­zeichnet, ist es un­gültig. Falls Ehe­paare ein gemeinsames Testa­ment auf­setzen und unter­zeichnen, ist es eben­falls ungültig. Es ist von jedem Ehe­partner bzw. von jeder Ehe­partnerin ein eigenes Testa­ment aufzu­setzen.

2. Öffentliches Testament: Das öffentliche Testament ist mit etwas mehr Aufwand verbunden als ein eigen­händiges. Es kommt zustande, indem es von einem Notar im Bei­sein von zwei Zeuginnen oder Zeugen öffent­lich beur­kundet wird. Für Personen, die urteils­fähig sind, aber zum Bei­spiel nicht mehr sehen oder selbst schreiben können, ist ein öffent­liches Testa­ment die einzige Möglichkeit.

3. Mündliches Testament: Diese Testamentsform ist für Not­fälle vorgesehen, in denen kein anderes Testa­ment auf­gesetzt werden kann (Beispiel: Man ist schwer verletzt und in Lebens­gefahr.). Für ein solches Testa­ment sind zwei Zeu­ginnen oder Zeugen notwendig, die weder mit dem Ver­fasser oder der Ver­fasserin verwandt noch im Testa­ment be­günstigt sein dürfen. Der letzte Wille muss von den Zeu­ginnen und Zeugen un­ver­züglich durch eine Amts­stelle beur­kundet werden. Das Not­testa­ment wird ungültig, wenn der Ver­fasser oder die Ver­fasserin nach 14 Tagen wieder in der Lage ist, ein eigen­händiges oder öffent­liches Testa­ment abzu­fassen. Dennoch ist es empfehlens­wert, es aus­drücklich zu wider­rufen, um so Un­sicher­heiten bei der Testa­ments­eröffnung zu vermeiden.


Erbvertrag als Alternative zum Testa­ment

Der Erbvertrag ist ein bindender Vertrag zwischen zwei (oder mehreren) Parteien (Erb­lasser und Erben) und nicht wie beim Testa­ment eine ein­seitige Ver­ein­barung. Will eine der Parteien den Vertrag ändern oder auf­lösen, so müssen alle ein­ver­standen sein (Art. 512 ff ZGB). Im Erb­vertrag können, bis auf die Ein­setzung eines Willens­voll­streckers oder einer Willens­voll­streckerin (Art. 517 ZGB), die­selben Ver­fügungen definiert werden wie in einem Testa­ment. Alle pflicht­teil­geschützten Erbinnen und Erben müssen mit dem Inhalt des Erb­vertrags ein­ver­standen sein. Diese wissen, anders als beim Testa­ment, wie viel sie erben werden. Trotzdem ist es dem Erb­lasser bzw. der Erb­lasserin möglich, über sein bzw. ihr Ver­mögen zu ver­fügen. Es könnte sogar sein, dass bis zur Erb­teilung nicht mehr viel vom Ver­mögen übrig ist. Im Ideal­fall lassen Sie sich bei einem An­bieter der Pen­sions­planung für die für Sie richtige Nach­lass­planung beraten.

Wichtig:

Eine Abänderung oder Auflösung des Erb­vertrags ist nur mög­lich, wenn alle Ver­trags­parteien ein­ver­standen sind. Bei einem Testa­ment hingegen kann der Erb­lasser oder die Erb­lasserin jeder­zeit Änderungen vor­nehmen oder das Testa­ment annullieren, ohne dass ein Ein­ver­ständnis der Be­trof­fenen not­wendig ist. Die Erstellung eines Erb­ver­trags sollte dem­nach gut über­legt sein.


Häufige Fragen zum Vorsorgeauftrag und zur Nachlassplanung

Wann empfiehlt es sich, einen Vorsorgeauftrag zu erstellen?
Sie können nie wissen, ob und wann sie durch einen Unfall oder durch eine Krankheit urteilsunfähig werden. Deswegen ist es empfehlenswert, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, für den Fall dass man urteilsunfähig wird.

Welche Möglichkeiten gibt es beim Vorsorgeauftrag?
Beim Vorsorgeauftrag unterscheidet man zwischen der Vermögenssorge und der Personensorge. Meist wird für beide Bereiche dieselbe Person gewählt.

Unterliegt der Vorsorgeauftrag einer gewissen Form?
Der Vorsorgeauftrag muss entweder von Hand geschrieben und unterschrieben oder notariell beurkundet werden.

Was passiert, wenn ich urteilsunfähig werde und keinen Vorsorgeauftrag habe?
Wenn die Entschädigung für die Leistungen der beauftragten Person nicht im Vorsorgeauftrag geregelt ist, so kann von der KESB ein angemessener Betrag festgelegt werden.

Welche Arten eines Testaments gibt es?
Es gibt das eigenhändige, das öffentliche und das mündliche Testament.

Ist es möglich sein Testament nach Erstellung abzuändern?
Für den Verfasser oder die Verfasserin des Testaments ist es jederzeit möglich, das Testament zu ändern.

Kann ein Erbvertrag nach Erstellung geändert werden?
Der Erbvertrag ist ein bindender Vertrag zwischen zwei (oder mehreren) Parteien (Erblasser und Erben) und nicht wie bei dem Testament eine einseitige Vereinbarung. Will eine der Parteien den Vertrag ändern oder auflösen, so müssen alle einverstanden sein.

Kann man nach Erstellung eines Erbvertrages weiterhin über sein Vermögen verfügen?
Dem Erblasser bzw. der Erblasserin ist es möglich, weiterhin wie gewohnt über sein Vermögen zu verfügen.

Wieso sollte ich einen Berater für Pensionsplanung engagieren?
Ein Berater oder eine Beraterin für Pensionsplanung kann Ihre Pension ideal planen und berechnet Faktoren mit ein, die Sie eventuell übersehen hätten. Weiterhin können sie Sie auf Expertenniveau beraten, damit einer gut geplanten Rente nichts im Wege steht.


 

×

Bewertungen für Gryps

( 2 )

Medienberichte über GRYPS Offertenportal AG:

Medien logos