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Risikoanalyse und Riskmanagement

Risikoanalyse und Riskmanagement

Risikoanalyse – was kann meiner Firma gefährlich werden?

Ein Brand im Materiallager, ein Arbeitsunfall, Schadenersatzklagen wegen eines fehlerhaften Produkts – Unternehmen sind zahlreichen Risiken ausgesetzt. Und oft sind die Schaden­fälle, an die man zuerst gar nicht denkt, die gefährlichsten für Ihren Betrieb. Wie läuft der Betrieb weiter, wenn Sie krank­heits­bedingt länger aus­fallen?

Versicherungsschutz geht ins Geld, zudem gibt es Risiken, die sich gar nicht ver­sichern lassen. Ins­be­sondere das Risiko, dass Ihre Firma rote Zahlen schreibt, können Sie mit keiner Police abdecken. Klären Sie deshalb schon beim Firmen­start diese Punkte:

  • Welche Risiken gibt es in meiner Branche generell und für meine Firma im Speziellen?
  • Welche dieser Risiken kann und will ich ver­sichern?
  • Wie schütze ich meinen Betrieb vor Risiken?

Nicht alle Risiken sind gleich bedrohlich

Eine Risikoanalyse hilft Ihnen, diejenigen Risiken zu identifizieren, die Ihren Betrieb wirklich gefährden. An­schlie­ssend können Sie de­fi­nieren, wie Sie diesen Risiken be­gegnen wollen.

Risiken identifizieren

Erstellen Sie eine Liste aller möglichen Risiken. Spielen Sie unter­schiedliche Szenarien durch, auch un­wahr­schein­liche. Denn auch ein Schaden­ereignis, das selten ein­tritt, kann ver­heerende Folgen haben. Beant­worten Sie diese Fragen:

  • Welche Risiken können Sie und Ihre Ange­stellten treffen (Unfall, Tod, Kündigung)?
  • Welche Gefahren können von äusseren Einflüssen drohen (Einbruch, Wasser, Feuer)?
  • Welchen Risiken ent­stehen aus Ihrer unter­nehmerischen Tätig­keit (Betriebs­haft­pflicht, Produkte­haft­pflicht)?

Risiken bewerten

Hier geht es um Fragen wie:

  • Wie oft tritt ein bestimmtes Schaden­ereignis auf?
  • Wie gross kann der Schaden sein?
  • Wie sehr kann der Schaden Ihr Unter­nehmen gefährden – zum Beispiel die Liefer­bereit­schaft, die Li­qui­dität und letzt­lich die Existenz?

Klar ist: Je höher die Wahr­scheinlichkeit ist, dass ein Risiko sich ver­wir­klicht und je grösser der dabei ent­stehende Schaden sein kann, desto eher müssen Sie Mass­nahmen ergreifen. Die folgende Grafik zeigt die unter­schied­lichen Ab­stufungen von hell oder vernachlässigbar bis dunkel oder existenz­bedrohend. Welche Risiken im dunklen Bereich einzuordnen sind, hängt von Ihrer Unternehmenstätigkeit ab – ein Nahrungs­mittel­her­steller muss für andere Risiken vorsorgen als eine Immobilien­ver­walterin.

Risikomatrix

TippVerwenden Sie für Ihre Risiko­analyse unsere Vorlage (mit Beispiel fürs Ausfüllen). Sie basiert auf dem Standard­werk «Ich mache mich selbständig» von der Beobachter-Edition. Unterteilen Sie die Risiken aufgrund ihrer Gefährlichkeit für Ihr Unter­nehmen in Bagatell-, mittlere und existenz­bedrohende Risiken.
Vorlage mit BeispielIcon Risikoanalyse
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Versicherungsberatung einholen

Prüfen Sie Ihre Risikoanalyse und Ihre Ein­schätzung mit einem neutralen Ver­sicherungs­berater. Er kann Sie auf mögliche Lücken in Ihrer Analyse hin­weisen und Sie beraten, welche Risiken Sie tat­sächlich ver­sichern sollen und wie Sie dies am besten tun.

TippVersierte und un­ab­hängige Ver­sicherungs­berater finden Sie über unseren Offertenvergleich. In der Regel ist deren Dienst­leis­tung kostenlos, da sie über die Pro­vi­sionen der Ver­sicherungs­ge­sell­schaften ent­schädigt werden.

Riskmanagement – mit Risiken umgehen

Versicherungen sind nur ein Teil Ihres Risk­managements. Wichtiger ist es, Risiken mit sinn­vollen Mass­nahmen einzugrenzen oder ganz aus­zu­schliessen. Viele Versicherer fordern dies explizit – etwa bei der Cyberversicherung. Und in der Regel gilt: Je mehr Sie selber zur Schadens­ver­hütung beitragen, desto tiefer die Prämien. Und dies sind Ihre Möglichkeiten:

Risiken vermeiden: Sie verzichten in der Produktion auf gefährliche Chemi­kalien. Sie gehen als Firmen­inhaberin in der Frei­zeit bewusst keine Risiken ein, verzichten bei­spiels­weise auf Hoch­gebirgs­touren.

Risiken reduzieren: Nicht alle Risiken lassen sich vermeiden, aber mit geeigneten Mass­nahmen können Sie mögliche Schäden begrenzen. Bei­spiels­weise mit Brand­schutz­mauern, mit einer Diver­sifi­kation bei den Lieferanten, um Eng­pässe zu vermeiden, mit klaren Vor­schriften zu Sicher­heits­massnahmen am Arbeits­platz, mit regel­mässigen Back-ups Ihrer Daten …

Risiken selber tragen: Im Rahmen Ihrer finanziellen Möglich­keiten können Sie bewusst einzelne Risiken nicht absichern – Beispiel: Sie wählen bei der Krankentaggeldversicherung eine längere Wartefrist und zahlen tiefere Prämien, weil Sie genug Rück­stellungen haben, um wenn nötig die Lohn­fort­zahlung für diese Zeit zu über­nehmen.

Risiken versichern – obligatorische und sinnvolle Versicherungen

Verschiedene Versicherungen sind in der Schweiz obligatorisch, ins­be­sondere diejenigen für Ihr Personal. Für Ihre Mit­arbei­tenden müssen Sie folgende Sozial­versicherungen obligatorisch abschliessen (mehr dazu lesen Sie unter «Versicherungen für die Mit­arbei­tenden»):

  • AHV, IV, EO und Familienausgleichskasse
  • Arbeitslosenversicherung
  • Unfallversicherung nach UVG
  • Berufliche Vorsorge nach BVG
Gut zu wissen Als Inhaber oder Inhaberin einer GmbH geniessen Sie ebenfalls den Schutz dieser Sozial­ver­sicherungen. Sind Sie selbst­ständig erwerbend – als Inhaberin einer Einzel­firma oder Ge­sell­schafter in einer Kollektiv­gesellschaft – ist für Sie nur die AHV / IV / EO obli­ga­torisch. Um den weiteren Versicherungs­schutz müssen Sie sich selber kümmern.

Auch für Ihr Unternehmen gibt es einige obligatorische Versicherungen:

  • Gebäudeversicherung – wenn Sie Ihre Geschäfts­liegen­schaft besitzen (in den meisten Kantonen)
  • Motorfahrzeughaft­pflicht­versicherung für Ihre Firmen­fahrzeuge
  • Berufshaftpflichtversicherung, wenn Sie in bestimmten Branchen – zum Beispiel als Ärztin, Anwalt, Finanz­beraterin – tätig sind

Welche weiteren Versicherungen Sie abschliessen wollen, hängt natürlich sehr von der Branche ab, in der Sie tätig sind. Für praktisch alle KMU empfehlens­wert sind ins­be­sondere diese zwei Ver­sicherungen:

  • Krankentaggeldversicherung: Erkrankt eine Mitarbeiterin schwer und fällt für lange Zeit aus, kann die Lohn­fort­zahlung teuer werden. Hinzu kommen oft auch noch Kosten für eine Ersatzkraft. Die Kranken­taggeld­versicherung entlastet Ihr Firmen­budget. In vielen GAV ist sie vorge­schrieben.
  • Betriebshaftpflichtversicherung: Haftpflichtfälle können ins Geld gehen – vor allem wenn Personen zu Schaden gekommen sind. Die Betriebs­haft­pflicht­ver­sicherung deckt Schäden, die Sie oder Ihre Ange­stellten Dritten zufügen.
Gut zu wissen Auch KMU werden heute vermehrt Opfer von Cyber­krimi­nalität. Je stärker Sie in Ihrer unter­nehmer­ischen Tätig­keit auf die IT-Infra­struktur ange­wiesen sind, desto eher lohnt sich eine Cyber­versicherung.
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