Finanzen und Steuern

Lässt sich das Unternehmen verkaufen?

Unternehmen verkaufen

Lässt sich das Unternehmen verkaufen?

Mit einem freiwilligen Verkauf können Sie den drohenden Konkurs abwenden. Entscheidend für einen erfolgreichen Verkaufsprozess ist die sorgfältige Vorbereitung – gehen Sie wie folgt vor:

  • Ist das Turnaround-Konzept solide, erhöht sich Ihre Chance, das Unternehmen vorteilhaft zu veräussern.
  • Erstellen Sie einen Businessplan. Dieser dient Kaufinteressenten als wichtige Entscheidungsgrundlage.
  • Lassen Sie das Unternehmen von einer Spezialistin bewerten. Die Unternehmensbewertung dient Ihnen als Grundlage für die Preisverhandlungen. Der Wert des Unternehmens ist aber nicht mit dem Verkaufspreis gleichzusetzen.
  • Suchen Sie potenzielle Käufer und nehmen Sie Kontakt auf. 
  • Nehmen Sie die Verhandlungen auf. 

Ein Unternehmensverkauf ist nichts Alltägliches und dauert in der Regel mehrere Monate bis Jahre. In einer Krisensituation stehen Sie aber unter Zeitdruck, was wiederum auf den Verkaufspreis drückt. Gerade wenn ein Unternehmen finanziell angeschlagen ist, sind meist zähe Verhandlungen nötig.

TippZiehen Sie eine Spezialistin für Unternehmensverkäufe bei, die Sie unterstützt und Sie davor bewahrt, in der Not zu günstig zu verkaufen.

Erstellen Sie einen Businessplan

Für den Verkauf Ihres Unternehmens ist der Businessplan unverzichtbar. Potenzielle Käufer geben sich nicht mit mündlichen Ausführungen zufrieden, sondern wollen ein ausgereiftes, schriftlich formuliertes Geschäftsprojekt sehen, bevor sie sich finanziell engagieren.

Lassen Sie Ihren Businessplan nicht von unbeteiligten Dritten erstellen. Übernehmen Sie das selbst, denn nur so können Sie kritische Fragen überzeugend beantworten. Lassen Sie sich von Fachpersonen unterstützen, wenn Sie unsicher sind. Und so kommen Sie Schritt für Schritt zu einem überzeugenden Businessplan:

  • Definieren Sie den Grund für die Erstellung Ihres Businessplans – in diesem Fall ist es der Verkauf des Unternehmens. Orientieren Sie sich anschliessend konsequent am Kaufinteressenten als Empfänger.
  • Stellen Sie einen Vorgehensplan auf. Falls Sie Unterstützung erhalten, definieren Sie die Zuständigkeiten und den zeitlichen Ablauf.
  • Stellen Sie die Basisunterlagen wie Handelsregisterauszug, allfällige Broschüren, Steuererklärungen, Zwischenabschluss, revidierte Jahresrechnung zusammen.
  • Beschaffen Sie fehlende Dokumente und Daten.
  • Entwickeln Sie Strategien und Massnahmen für die einzelnen Geschäftsbereiche. Haben Sie vorab ein Turnaround-Konzept erstellt, können Sie dieses beiziehen.
  • Machen Sie einen ersten Entwurf. Dazu dient Ihnen die unten stehende Vorlage für einen Businessplan.
  • Überprüfen Sie Ihr Zahlenmaterial auf seine Richtigkeit sowie die Plausibilität Ihrer Aussagen – Ihr Businessplan darf keine Widersprüche enthalten.
  • Überarbeiten Sie den Businessplan grafisch und inhaltlich. Er sollte keine Loseblattsammlung, sondern gebunden, geheftet oder in einem Ringordner zusammengefasst sein. Stellen Sie das Dossier auch elektronisch als PDF-Dokument zur Verfügung.
  • Überprüfen Sie die Rechtschreibung und die Lesefreundlichkeit Ihrer Texte.
  • Falls nötig, lassen Sie den Businessplan durch die Verantwortlichen genehmigen.

Ihr Businessplan sollte maximal 20 bis 40 A4-Seiten umfassen. Hinzu kommen allenfalls im Anhang für den Empfänger relevante Beilagen. Achten Sie darauf, dass Sie keinen Werbeprospekt erstellen und verzichten Sie auf Eigenlob sowie Floskeln.

ChecklisteIcon Businessplan

Businessplan – vermeiden Sie diese häufigen Fehler

Schwachstellen und häufige Nachfragen der Empfänger lassen sich vermeiden, wenn Sie bei der Erstellung Ihres Businessplans diesen Punkten besondere Aufmerksamkeit widmen: 

  • Unterschätzen Sie den Aufwand nicht, um einen detaillierten und realistischen Businessplan zu erstellen: Sie müssen die benötigten Fakten zusammentragen, stehen in regelmässigem Austausch mit den involvierten Personen, setzen sich intensiv und selbstkritisch mit der Unternehmensstrategie auseinander und schreiben schliesslich die Informationen in komprimierter und verständlicher Form auf.
  • Orientieren Sie sich stets am Empfänger und erklären Sie dementsprechend Fachausdrücke.
  • Achten Sie auf die Vollständigkeit des Businessplans und lassen Sie keine wesentlichen Teile weg.
  • Der Businessplan enthält sowohl harte Fakten als auch Annahmen. Trennen Sie diese strikt voneinander. Persönliche Einschätzungen müssen realistisch und für Drittpersonen nachvollziehbar sein. Fakten müssen sich auf vertrauenswürdige Quellen stützen.
  • Ihre Absicht muss für den Empfänger klar ersichtlich sein. Bei einem Unternehmensverkauf muss also der Kaufinteressent herauslesen können, wieso er diese Investition tätigen soll.
  • Vergessen Sie die Beilagen nicht. Legen Sie Ihrem Businessplan einen aktuellen Handelsregisterauszug, Unternehmensbroschüren, Marktanalysen, Jahresabschlüsse bei.
TippWeitere nützliche Informationen sowie verschiedene Musterbeispiele zum Thema Businessplan finden Sie auf dem KMU-Portal des Bundes.

Unternehmensbewerterin beauftragen

Sofern Sie keine fundierten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse haben, empfiehlt sich dringend, mit der Bewertung des Unternehmens eine Spezialistin – eine Treuhänderin oder eine Unternehmensberaterin – zu beauftragen. 

Achten Sie darauf, dass sich die Unternehmensbewerterin in Ihrer Branche auskennt und auch schon Unternehmen bewertet hat. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Treuhänderin, Ihrem Branchenverband, bei einem Mitbewerber Ihres Vertrauens, der die Branche kennt, oder bei Ihrer Bank nach Empfehlungen.

TippArbeiten Sie schon mit einer Treuhänderin zusammen? Fragen Sie zunächst sie, ob die Unternehmensbewertung zu ihrem Dienstleistungsangebot gehört. Falls ja, ist sie – bei entsprechender Erfahrung – für Ihr Anliegen bestens geeignet, da sie Ihr Unternehmen und insbesondere Ihre finanziellen Verhältnisse kennt. Falls Ihre Treuhänderin selber keine Unternehmensbewertungen macht, kann sie Ihnen sicherlich Empfehlungen für geeignete Fachpersonen geben und insbesondere auch das benötigte Zahlenmaterial bereitstellen.

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Potenzielle Käufer für das Unternehmen finden

Es stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen, um potenzielle Käufer zu finden:

  • Ihre Kadermitarbeitenden können als Kaufinteressenten infrage kommen – ein Management-Buy-out. Denken Sie auch an Konkurrenten, Kunden, Lieferanten oder private Investoren.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Hausbank, ob diese Kaufinteressenten vermitteln kann.
  • Wenden Sie sich an einen professionellen Partner, der sich auf Unternehmensverkäufe und -bewertungen spezialisiert hat und die ganze Transaktion übernehmen kann.
  • Es gibt spezialisierte Onlineplattformen, auf denen sich Käufer und Verkäufer von Unternehmen treffen können (zum Beispiel Axtradia, Business Broker, companymarket, NexOwn).
AchtungIhr Verkaufsinserat sollte unbedingt anonym sein. Geben Sie Ihre Identität einem potenziellen Käufer erst preis, wenn er sich konkret interessiert und lassen Sie ihn vorab eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen. Geben Sie detaillierte Informationen erst weiter, wenn die Vertraulichkeit gewährleistet ist. Mitarbeitende und Kunden sollen nicht zu früh vom geplanten Verkauf erfahren.

Verkaufsverhandlungen führen

Holen Sie erste Angebote ein und lassen Sie sich vom Kaufinteressenten aufzeigen, was er mit Ihrem Unternehmen in den nächsten Jahren plant. Konnte Sie der potenzielle Käufer überzeugen, wird er als Erstes das Kaufobjekt sorgfältig prüfen. Es ist sinnvoll, wenn Sie als Verkäufer und Käufer Ihre Hausbanken in die Vertragsverhandlungen einbeziehen, sobald Sie einen Vertragsentwurf erarbeitet haben und es um die Finanzierung geht.

TippEs empfiehlt sich, für den Verkaufsprozess eine Spezialistin beizuziehen, die sich mit Unternehmensverkäufen und den damit einhergehenden Vertragsverhandlungen auskennt. 

Informieren Sie Ihre Angestellten erst über die Verkaufsverhandlungen, wenn sich eine konkrete Lösung abzeichnet. Sonst riskieren Sie, dass gerade die guten Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen. Falls es sich um Schlüsselpersonen handelt, kann diese veränderte Ausgangslage aus Sicht des Käufers zu einer Neubewertung des Unternehmens oder zu einem Verhandlungsabbruch führen.