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Konten und Karten für den Firmenstart

Bankkarten

Die geeignete Bank für Ihr KMU finden

Um Ihr KMU erfolgreich zu betreiben, benötigen Sie einen zuverlässigen Finanz­partner, denn ohne eine Bank­verbindung können Sie gar nicht am Geschäfts­leben teil­nehmen. Unternehmer-Kunden bringen den Banken Vorteile. Die Finanz­institute bieten daher attraktive Angebote mit Zusatz­leistungen. Doch es lohnt sich, genau hin­zuschauen, ob nicht zusätzliche Kosten anfallen.

Welche Art Geschäftskonten Sie bei welchem Finanz­partner einrichten wollen, sollten Sie schon ganz am Anfang Ihrer Unter­nehmens­gründung sorg­fältig über­legen. Müssen Sie zu einem späteren Zeit­punkt das Konto wechseln, zieht dies adminis­trativen Aufwand nach sich: Die internen Abläufe müssen angepasst und die Kunden über den Konto­wechsel informiert werden. Das kann sich in der Praxis als sehr mühsam entpuppen – je mehr Geschäfts­partnerinnen, Kunden und Lieferant­innen Sie schon haben, desto mühsamer.

Die richtige Bank finden Sie in erster Linie durch umfassendes Recherchieren – zuerst einmal im Internet. Anhand der publi­zierten Konditionen können Sie drei, vier Wunsch­partner festlegen. Vereinbaren Sie dann unbedingt ein Beratungs­gespräch und machen Sie sich ein persönliches Bild. Konzentrieren Sie sich nicht aus­schliesslich auf die Konditionen. Immerhin wird diese Bank Ihr lang­fristiger Ansprech­partner für finanzielle Angelegen­heiten sein. Stellen Sie Fragen, nennen Sie dem Kunden­berater Ihre Wünsche und Vor­stellungen und achten Sie auf die Reaktionen. Die richtige Bank ist breit aufge­stellt und bietet möglichst viele unter­schiedliche Produkte an. Achten Sie auch auf die Kommunikation: Fühlen Sie sich mit Ihren Anliegen ernst genommen oder werden Sie mit Standard­sätzen abge­speist?

TippSind Sie zufrieden mit der Bank, bei der Sie Ihre privaten Konten haben? Dann kann dies auch eine gute Adresse für Ihre geschäftliche Beziehung sein. Sie kennen vielleicht bereits eine Kunden­beraterin und kommen mit der E-Banking-Lösung zurecht. Allenfalls bietet Ihnen die Bank auch attraktivere Konditionen, wenn Sie die privaten und die Geschäfts­konten bei ihr haben.

Kapitaleinzahlungskonto für die Gründung einer GmbH oder einer AG

Ihre GmbH oder AG entsteht mit dem Eintrag ins Handelsregister. Eine Voraussetzung dafür ist die Einzahlung des Stamm- oder Aktienkapitals auf ein Sperrkonto – das Kapitaleinzahlungskonto. Und so gehen Sie vor:

  • Sie füllen bei der Bank einen Eröffnungs­antrag für das Kapital­einzahlungs­konto aus. Dabei müssen Sie einer­seits die Daten zu Ihrer Firma angeben, unter anderem den Firmen­namen, die Adresse, die Geschäfts­tätig­keit und das erforder­liche Gründungs­kapital. Anderer­seits braucht es auch Ihre privaten Angaben wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Nationalität. Bei ver­schiedenen Banken können Sie dies heute online abwickeln, ohne persönlich am Schalter vorzu­sprechen.
  • Ist das Kapital­einzahlungs­konto eröffnet, zahlen Sie und Ihre allfälligen Mit­gesellschafter oder Mit­aktionärinnen das Gründungs­kapital darauf ein.
  • Nach der Einzahlung stellt die Bank eine Kapital­einzahlungs­bestätigung aus, die Sie zum Notar mit­nehmen können für die öffentliche Beur­kundung der Gründung. Der Notar reicht diese Bestätigung zusammen mit den weiteren Unter­lagen beim Handels­register für die An­meldung ein.

Die Kosten für eine Kapital­einzahlungs­bestätigung belaufen sich auf ca. 200 Franken. Je nach Bank erhalten Sie als Start-up oder für eine Online-Eröff­nung einen Rabatt.

Mit dem Eintrag ins Handels­register ist Ihre Firma gegründet und die Bank überweist den Betrag (abzüglich einer Kommission) vom Sperr­konto auf ein Bank­konto der Firma. Ab dann kann Ihre Firma frei über das Geld ver­fügen. Meist wird dazu ein Konto­korrent­konto eröffnet.

TippEs ist sinnvoll, das Sperr­konto bei derjenigen Bank zu eröffnen, bei der Sie auch die Firmen­konten­beziehung führen möchten. Das spart adminis­trativen Aufwand und ist unter Umständen günstiger.

Ihr Firmenkonto bei der Bank

Ob AG respektive GmbH oder Einzel­firma, als Erstes werden Sie ein Konto­korrent­konto eröffnen, über das Sie Ihren Zahlungs­verkehr abwickeln. Für Ihr Konto­korrent­konto wird eine individuelle Kredit­limite fest­gelegt: Wenn Ihr Unter­nehmen einmal nicht liquide ist, können Sie die nötigen Rechnungen trotz­dem zahlen und den Konto­korrent­kredit in Anspruch nehmen – natür­lich gegen einen ent­sprechenden Zins. Nehmen Sie den Kredit nicht in Anspruch, fallen auch keine Zinsen an.

Kontokorrentkonto im Überblick
  • Das Kontokorrentkonto bietet Übersicht, da alle Debitoren- und Kreditoren­zahlungen darüber abgewickelt werden können.
  • Dank E-Banking haben Sie jederzeit sicheren Zugriff auf Ihre Finanzen und können Ihren Zahlungs­verkehr flexibel managen.
  • Sie verfügen ohne jegliche Limite über Ihr Gut­haben. Bei einem vorüber­gehenden finanziellen Eng­pass können Sie den Konto­korrent­kredit bean­spruchen.

    Für Start-ups und Firmen­gründerinnen ist das Firmen­konto im ersten Jahr oft kostenlos; anschliessend werden Gebühren fällig. Viele Banken bieten Paket­lösungen. Diese Pakete enthalten meist alle wichtigen Basis­leistungen für Ihren Arbeits­alltag: Geschäfts­konto mit Überzugs­limite für den Zahlungs­verkehr, Debit- und Kredit­karte, E-Banking und Mobile Banking, allenfalls ein Spar­konto und häufig auch ein Sonder­angebot für eine Buch­haltungs­software oder ein Zahlterminal.

    TippDer Leistungsumfang, die Zins­sätze und die Konditionen variieren von Bank zu Bank. Vergleichen Sie die Ange­bote von mehreren Insti­tuten.

    Kreditkarten für KMU

    Eine Firmenkredit­karte zu beantragen, lohnt sich, wenn Sie und Ihre Ange­stellten oft unter­wegs sind und kein Bargeld benutzen möchten. Auch für kleinere Investi­tionen und Anschaffungen eignet sich die Kredit­karte; Onlinekäufe sind ohne Karte oft gar nicht möglich. Es gibt diverse Kredit­karten­heraus­geber in der Schweiz. Die bekanntesten sind:

    • Swisscard AECS GmbH
    • UBS Switzerland AG
    • Cembra Money Bank AG
    • PostFinance
    • Viseca Card Services SA
    • TopCard
    • BonusCard

    Die gängigen Kreditkarten in der Schweiz sind Mastercard, Visa, American Express (Amex) und Diners Club (Diners). In der Regel bieten die Kredit­karten­heraus­geber mehrere davon an. Am weitesten ver­breitet sind Visa und Mastercard. Sie unter­scheiden sich in ihren Leistungen kaum, auch die welt­weite Akzeptanz ist praktisch gleich.

    Gut zu wissenIhre Kredit­karte beziehen Sie meist nicht direkt bei einem der Heraus­geber, sondern über Ihre Bank. In den Paketen für KMU ist meist eine Kredit­karte inbegriffen oder zumindest günstiger erhältlich.

    Debit- oder Kreditkarte

    Benutzen Sie eine Debitkarte (auch als EC- oder Maestro-Karte bekannt), wird das Geld direkt vom Konto abgebucht. Bei einer Kredit­karte erhalten Sie am Ende der Rechnungs­periode (in der Regel Mitte oder Ende Monat) die Rechnung, die Sie dann per Über­weisung oder eBill bezahlen.

    Vorteile der Debitkarte

    • Dank der direkten Abbuchung beim Kauf ist der Konto­stand immer aktuell (keine Kredit­karten­schulden, die Ende Monat das Konto ins Minus bringen)
    • Erhältlich auch bei schwacher Bonität

    Vorteile der Kreditkarte

    • Kreditrahmen, der unabhängig vom Konto­stand genutzt werden kann
    • Weltweit gern gesehen
    • Wird online akzeptiert
    Gut zu wissen
    Für den Bargeldbezug im In- und Aus­land sind Kredit­karten wesentlich teurer als Debit­karten. Verwenden Sie also besser die Debit­karte.

    Prepaidkarte – allenfalls eine Alternative

    Möglicherweise lehnt die Herausgeberin Ihren Kredit­karten­antrag ab, da Ihr Start-up aufgrund seines kurzen Bestehens noch keine gute Bonität aufweist. Oder Sie erhalten die Kredit­karte nur gegen Sicherheit, beispiels­weise gegen die Verpfändung von Konto­guthaben. Das kann ein Problem werden, da gerade Online­käufe oft nur mit Kredit­karte möglich sind. Eine Alter­native für junge Unter­nehmer ist die Prepaid­karte. Diese können Sie gleich ein­setzen wie eine Kredit­karte, Sie müssen bloss vorher den gewünschten Betrag darauf laden.

    Vorteile der Prepaid­karte

    • Keine Bonitätsprüfung erforder­lich
    • Guthaben nach Bedarf aufladen und sofort bezahlen
    • Budgetkontrolle (Ausgaben nur im Rahmen des Gut­habens möglich)
    • Weltweit einsetzbar wie eine Kredit­karte