Revision

Eingeschränkte Revision

Viele KMU führen eine eingeschränkte Revision durch. Für Kleinstunternehmen besteht unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit eines Verzichts auf die Revision.

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Eingeschränkte Revision - Pflicht oder Verzicht

Die eingeschränkte Revision betrifft folgende Gesellschaftsformen, welche nicht der ordentlichen Revisionspflicht unterliegen:

  • AG
  • GmbH
  • Genossenschaft
  • Stiftung

Der Verzicht auf die Revision ist aus folgenden Gründen möglich:

  • Einverständnis aller Aktionäre/Gesellschafter
  • Weniger als 10 Vollzeitstellen

Einzelfirmen und Personengesellschaften (Kollektiv- und Kommanditgesellschaften) sind zur Buchführungsprüfung nicht verpflichtet.

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Eingeschränkte Revision - Übersicht

Die eingeschränkte Revision wird vermehrt von KMUs durchgeführt.

Eingeschränkte Revision: Opting-up oder Opting-out

Bei einem Opting-up spricht man, wenn ein Unternehmen, welches zur eingeschränkten Revision verpflichtet ist, sich freiwillig für eine ordentliche Revision entscheidet. Verzichtet ein Unternehmen auf die Prüfung der Buchführung, handelt es sich um ein Opting-out.

Gründe für eine eingeschränkte Revision
  • Gegenüber einer ordentlichen ist die eingeschränkte Revision kostengünstiger
  • Im Vergleich zu einem Verzicht auf die Revision muss gegenüber Banken, Versicherungen, Kunden und Lieferanten ein Nachweis zur redlichen Geschäftsführung erbracht werden
Gründe für ein Opting-up
  • Verwaltungsrat zeigt dadurch Verantwortung
  • Sicherheit für Gesellschafter
  • Positives Signal für Banken, die das Risiko der Firma beurteilen
Gründe für ein Opting-out
  • Keine Kosten
  • Sinnvoll, wenn Unternehmung grösstenteils eigenfinanziert ist

Vorgehen beim Verzicht auf Revision

Wenn alle Voraussetzungen (weniger als 10 Vollzeitstellen, Einverständnis aller Aktionäre/Gesellschafter) erfüllt sind, kann eine Unternehmung auf die Revision verzichten. Das Vorgehen bei einem solchen Verzicht ist bei einer Neugründung anders als bei einer bestehenden Unternehmung:

  • Neugründung: Revisionsverzicht in der Gründungsurkunde festhalten.
  • Bei einer bestehenden Unternehmung muss entweder eine schriftliche oder stillschweigende Zustimmung erfolgen. Die Aktionäre werden informiert und können innert einer angemessenen Frist ihre Zustimmung/Ablehnung äussern. Es muss ihnen mitgeteilt werden, dass ohne Meldung der Verzicht als stillschweigend angenommen gilt.

Eingeschränkte Buchführung - Prüfungsinhalte

Für die eingeschränkte Buchführung prüft der Revisor die Jahresrechnung. Diese beinhaltet die Bilanz-, Erfolgs- und Mittelflussrechnung. Der Wirtschaftsprüfer bestätigt daraufhin, dass er keine Hinweise auf Widersprüche mit dem Gesetz oder mit den Statuten gefunden hat. Da keine vollumfassende Prüfung wie bei der ordentlichen Revision durchgeführt wird, genügt eine negative Aussage des Revisors. In der Schweiz ist eine Tendenz spührbar, dass KMUs zunehmend dazu übergeben die Buchführung Treuhänder abgeben.

Buchführungspflicht Genossenschaft, Verein und Stiftung

Die Buchführungspflicht kann sich unterscheiden. Bei einer Genossenschaft gelten die aktienrechtlichen Bestimmungen. Vereine und Stiftungen hingegen sind speziellen Gesetzen unterworfen.

Vereine

Die Schwellenwerte, bei welchen ein Verein eine ordentliche Revision durchführen muss, sind tiefer als diejenigen der anderen Gesellschaftsformen. Mindestens zwei der Anforderungen müssen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erfüllt sein:

  • Bilanzsumme > 10 Mio. CHF
  • Umsatz > 20 Mio. CHF
  • Anzahl Vollzeitstellen > 50 im Jahresdurchschnitt

Bei geringeren Werten besteht keine Pflicht zur eingeschränkten Revision. In diesem Fall muss sie ausdrücklich von einem relevanten Vereinsmitglied beantragt werden.

Stiftungen

Grundsätzlich muss jede Stiftung eine ordentliche oder eingeschränkte Revision durchführen. Nur unter gewissen Bedingungen kann die Aufsichtsbehörde die Stiftung davon befreien. Für eine Stiftung besteht eine ordentliche Revisionspflicht wenn zwei der drei folgenden Anforderungen in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren erfüllt wurden:

  • Bilanzsumme > 20 Mio. CHF
  • Umsatzerlös > 40 Mio. CHF
  • Jahresdurchschnitt der Vollzeitstellen > 250

Die Befreiung von der Revisionspflicht durch die Aufsichtsbehörde kann erfolgen wenn:

  • Bilanzsumme < 200'000 CHF
  • Die Stiftung öffentlich nicht zu Spenden oder ähnlichem aufruft
  • Revision ist nicht für die zuverlässige Vermögens- und Ertragslage notwendig

Möchte man sich von der Revisionspflicht befreien muss man dies im Handelsregister eintragen und in der Stiftungsurkunde den Verweis vermerken. 

Beispiele für eingeschränkte Revision Offertenanfragen:

Branche Anforderungen
Industrie AG, 30 Mitarbeiter

Die AG muss bis Ende August die neue Revisionsstelle melden, da man sich von der alten Revisionsfirma getrennt hat. Bis jetzt hat man eine ordentliche Revision gemacht, man ist dazu aber nicht verpflichtet. Gerne möchte man nun die Kosten für eine eingeschränkte und eine ordentliche Revision prüfen. Gesucht ist deshalb eine Revisionsfirma, die beides anbieten und offerieren kann. Die nächste Revision ist im Februar 2016 für das Jahr 2015 fällig. Das 2014 ist erledigt. 

Reisebranche, 10 Mitarbeiter

Eine Genossenschaft im Reisebereich sucht eine Revisionsstelle. Die Gründung der Genossenschaft war im Deszember 2015. Offiziell muss man keine Revision einreichen, doch für die Akzeptanz im Branchenverband ist diese nötig. Geplant ist eine eingeschränkte Revision für Januar 2017.