7 häufige Irrtümer zum Thema KTG-Versicherung

Ist eine möglichst kurze Wartefrist wirklich die beste Option? Wir räumen mit den häufigsten Irrtümern zum Thema KTG auf!

Krankentaggeld


Die Wartefrist muss möglichst kurz sein, um schnell Taggeld zu bekommen

Theoretisch ist das richtig, jedoch machen Sie sich keinen Gefallen damit, die Wartefrist kurz, d.h. kürzer als 30 Tage, zu setzen. Die Prämien können so erheblich höher ausfallen, was sich auf lange Sicht nicht rentiert. Seit Corona ist es ausserdem schwierig, überhaupt eine Krankentaggeldversicherung zu finden, die Wartefristen unter 30 Tagen anbieten. 


Auf das Krankentaggeld sind AHV-Beiträge zu leisten

Das Krankentaggeld ist rechtlich gesehen eine Versicherungsleistung und kein Lohn. Deshalb sind auf das Taggeld auch keine AHV, IV, EO und NBU Beiträge fällig. Prüfen Sie jedoch mit Ihrer Pensionskasse, ob auch hier eine Prämienbefreiung im Krankheitsfall vorgesehen ist. 

Wenn ein langer krankheitsbedingter Ausfall voraussehbar ist, z.B. bei einer Krebserkrankung mit anschlie­ssender Chemotherapie, sollten Sie den betroffenen Mitarbeiter darauf hinweisen, dass sich dieser für eine lückenlose Absicherung bei der IV anmelden und eventuell Lebensversicherungen und weitere Institutionen informieren muss. Denn eine KTG-Versicherung kommt maximal bis zu 720 bzw. 730 Tage für den Lohn auf. 


Die Lohnfortzahlungspflicht beginnt ab dem ersten Arbeitstag

Ein neuer Mitarbeiter hat nicht automatisch Anspruch auf die Lohnfortzahlung bei Krankheit. Wird er nämlich in den ersten drei Monaten seiner Anstellung krank, ist der Arbeitnehmer noch nicht zur Lohnfortzahlung verpflichtet (Karenzfrist). Dasselbe gilt, wenn der Arbeitsvertrag befristet abgeschlossen wurde und weniger als drei Monate dauert. 


Nach einer Prämienerhöhung ist die Kündigung die beste Wahl

KTG-Versicherungen können die Prämien nach einem Schadenfall erhöhen. Sollte dies der Fall sein, werden Versicherungsnehmer im Herbst darüber informiert. Die erste Reaktion darauf ist oft der Wunsch, die Versicherung sofort zu kündigen. Ein übereiltes Handeln führt jedoch zu einem neuen Problem: Wegen der zu hohen Schadenquote werden Sie von keiner anderen KTG-Versicherung akzeptiert oder die Prämien sind zu hoch. Um Ihr KMU und Ihre Mitarbeitenden davor zu bewahren, ist es deshalb zwingend notwendig, die Kündigung niemals vor der Aufnahmebestätigung einer neuen KTG-Versicherung auszusprechen

Unsere Empfehlung: Wenn Sie keine neue Versicherung finden, ist es besser, in den sauren Apfel zu beissen und die erhöhten Prämien zu bezahlen. Versuchen Sie aber, die Schadenquote in den nächsten drei Jahren möglichst tief zu halten, denn KTG-Versicherungen prüfen im Normalfall nur die Schadensfälle der vergangenen drei Jahre. Danach können Sie Ihre aktuelle KTG-Versicherung um eine Prämienreduktion bitten und gleichzeitig neue Offerten vergleichen, um die beste Option zu finden. 

Übrigens: Viele KTG-Versicherungen reagieren auch bei einer guten Schadenquote mit einer Anpassung der Prämien nach unten. Fragen Sie deshalb bei einem Neuabschluss, ob und nach wie vielen Jahren eine Prämien­reduktion möglich ist. 
 

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Beim KTG Abschluss müssen Fragen zur Gesundheit beantwortet werden

Als Faustregel gilt: In einem Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitenden, müssen diese einen Gesundheits­fragebogen ausfüllen. Ab dem sechsten Mitarbeiter ist dies jedoch nicht mehr notwendig. Das sind Richtwerte, je nach Versicherung kann die Zahl leicht variieren. 

Schliessen Sie also als frisch gegründetes Unternehmen eine neue Versicherung ab, so werden Sie wahr­scheinlich Fragen zur Gesundheit beantworten müssen, bis Ihr Unternehmen fünf Mitarbeitende beschäftigt. Sind Sie ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitenden, bleibt Ihnen dies ziemlich sicher erspart. Nach Alter und Geschlecht der Mitarbeitenden wird jedoch immer gefragt. 


Frauen und Männer sind bei der KTG gleichgestellt

Je nach Versicherungsgesellschaft können für Frauen höhere Prämien anfallen als für Männer. Dies liegt am Schwangerschaftsrisiko. Fällt eine schwangere Frau bereits vor der Geburt aus, wird dies wie eine Krankheit behandelt. Eine entsprechende Motion zur Anpassung der ungleichen Prämien wurde kürzlich vom Nationalrat abgelehnt. 

Als Unternehmen können Sie dem trotzdem entgegenwirken, indem Sie gezielt den gleichen Prämiensatz für Frauen und Männer verlangen. 


Zum Schluss der häufigste Irrtum überhaupt: 
Der KTG-Abschluss kann noch warten, schliesslich ist die KTG noch nicht einmal obligatorisch

Letzteres stimmt zwar, doch die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers bei Krankheit ist obligatorisch. Davor schützt schlussendlich nur eine KTG-Versicherung. Sollte ein Arbeitnehmer aufgrund einer schweren Erkrankung mehrere Monate lang ausfallen, kann das ohne KTG teuer werden. Je nachdem, welche Skala zur Festsetzung des Lohnanspruchs angewandt wird, muss der Lohn bis zu sechs Monate, nach Zürcher Skala auch mehr, entrichtet werden. Dauert die Krankheit länger an, ist eine Kündigung meist unumgehbar. Auch hier schützt die KTG Arbeitgeber und -nehmer, denn sie entrichtet immerhin bis zu 720 bzw. 730 Tage den Lohn weiter. 

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