KTG und Co.: Wer zahlt bei Arbeitsausfall aufgrund von Corona-Erkrankungen?

Vermehrte Arbeitsausfälle aufgrund von Krankheit, Kinderbetreuung oder Quarantäneverordnung beschäftigen Schweizer KMU in der aktuellen Lage besonders. Wir stellen bei Gryps zur Zeit auch eine erhöhte Nachfrage nach Krankentaggeldversicherungen und Lebensversicherungen fest.

Wann zahlt die Versicherung in der aktuellen Situation und welche Konditionen sind zu beachten? Wir haben die Informationen für Sie gebündelt: 
 

Krankentaggeld­versicherung

Grundsätzlich für alle Versicherungen gilt: Das Krankentaggeld wird nur ausbezahlt, wenn Mitarbeitende krank sind. Dies ist mit einem Arztzeugnis zu belegen. Die KTG setzt nach der vertraglich geregelten Wartefrist ein. Nicht gedeckt ist: 

  • wer ohne Arztzeugnis in Quarantäne ist
  • wer zur vom BAG definierten Risikogruppe gehört und deshalb zuhause bleibt
  • Personen, die ihre Kinder betreuen müssen und deshalb ausfallen
  • wer in eine behördlich oder betrieblich angeordnete Quarantäne muss
     

Diese Versicherungen geben zu den oben genannten Punkten (Stand 27. März 2020) zusätzliche Informationen: 

Baloise: Die Krankentaggeldversicherung zahlt bei einer ärztlich bestätigten Krankheit. Dazu gehören auch Isolationsmassnahmen, welche aufgrund von Krankheit verordnet wurden. 
Swica: Die Swica Krankentaggeldversicherung zahlt grundsätzlich nur, wenn Mitarbeitende ein Arztzeugnis vorweisen können. In der aktuellen Situation gewährt sie allerdings einen Aufschub von 14 Tagen. 
Helsana: Ist eine Infizierung mit dem Coronavirus auf die berufliche Tätigkeit - z.B. in Gesundheitseinrichtungen oder im Labor - zurückzuführen, kann der Ausfall als Berufskrankheit angemeldet werden. In diesem Fall werden auch Versicherungsleistungen von der Unfallversicherung übernommen: Heilbehandlungskosten und Taggeldleistungen. 
Vaudoise: Die Vaudoise betont, dass Personen, bei denen eine Infektion bestätigt ist, die aber keine Symptome zeigen und deshalb kein ärztlich attestiertes Zeugnis vorweisen können, nicht von der KTG gedeckt sind. 
Ausserdem gilt auch für Mitarbeitende, die derzeit Kurzarbeit leisten und krank werden, der volle Versicherungsschutz: Das Taggeld wird auf Basis des Lohnes vor Einführung der Kurzarbeit berechnet.


Sach- und Epidemiezusatzversicherung

Sachversicherungen übernehmen grundsätzlich keine Schäden, die aufgrund von Betriebsschliessungen entstehen. Gegenstand der Sachversicherung sind z.B. Feuer-, Wasser- oder Einbruchschäden. Einige Versicherungen bieten zwar Zusatzversicherungen im Epidemiefall an, diese schliessen Pandemien (wie im Fall von Corona) jedoch meist aus. Corona gilt seit dem 11. März 2020 weltweit als Pandemie. 

 

BVG - Pensionskasse

Hier müssen sich Arbeitgeber und -nehmer zumindest um die Versicherungsleistungen keine Sorgen machen. Die Versicherungsdeckung ist auch im Pandemiefall gewährleistet. Mitarbeitende sind im Falle von Invalidität oder Todesfall gedeckt. 

 

Das sagen Versicherungen zur Corona-Krise: 

Helsana: https://www.helsana.ch/docs/fragen-und-antworten-zum-coronavirus
Swica: https://www.swica.ch/de/unternehmen/versicherung/produkte/ktg
Baloise: https://www.baloise.ch/de/ueber-uns/coronavirus.html 
CSS: https://www.css.ch/de/privatkunden/meine-gesundheit/beratung/coronavirus/arbeiten.html
Zurich: https://www.zurich.ch/de/services/schadenmelden/coronavirus-firmenkunden 
Allianz: https://www.allianz.ch/de/informationen/coronavirus.html#unternehmen
Vaudoise: https://www.vaudoise.ch/de/landing/faq-coronavirus
Mobiliar: https://www.mobiliar.ch/versicherungen-und-vorsorge/wohnen-und-eigentum/ratgeber/coronavirus-rechte-und-pflichten-der-eltern-waehrend-schulschliessungen 
Generali: https://www.generali.ch/corona/coronavirus-faq#corporate
 

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