So filmen Sie ganz einfach selber ein Unternehmensvideo

Ein Firmen-, Image-, oder Produktvideo hilft einem Unternehmen, an Reichweite zu gewinnen. Vor allem neue und kleine Unternehmen können dadurch ihre Bekanntheit steigern. Was aber, wenn das Budget für ein professionell produziertes Video noch nicht zur Verfügung steht? Wir zeigen, wie man als KMU ganz einfach selber ein Video dreht.

Video filmen mit einem Smartphone

5 Tipps zum Beginn

Wir haben unseren ehemaligen, nun selbständig arbeitenden Videoproduzenten Moritz Schmid um seine besten Tipps und Tricks für selbstgedrehte Unternehmensvideos gebeten:

  1. Mutig sein und einfach ausprobieren.
    Scheuen Sie sich nicht davor, einfach mal eine Kamera in die Hand zu nehmen und damit herumzuexperimentieren.
  2. Planung nicht vergessen.
    Wichtige Fragen sind hier: Wo soll das Video eingesetzt werden? Was ist die Botschaft? Wer ist die Zielgruppe? Ebenfalls sehr wichtig: Wie soll der Ton aufgenommen werden? Der Ton geht häufig vergessen, dabei ist ein guter Ton schon die halbe Miete.
  3. Übung macht den Meister.
    Hierzu gehört unter anderem das Sprechen vor der Kamera. Je öfters Sie üben, desto wohler und gelassener fühlen Sie sich vor der Kamera.
  4. Sich von anderen Videos inspirieren lassen.
    Andere Videos können Ihnen Orientierung für beispielsweise den Ablauf des Videos geben.
  5. Mit der Ausrüstung starten, die man bereits hat.
    Sie müssen nicht abwarten, bis Sie die perfekte technische Ausrüstung haben. Beginnen Sie mit dem, was Sie bereits haben. Sie können später immer noch Stück für Stück in mehr Equipment investieren.

Im Grunde kann also jede und jeder selbst ein Video drehen. Alles, was Sie benötigen, ist etwas zum Filmen, ein Videobearbeitungsprogramm und eine gute Planung – und schon kann es losgehen!
 

Was soll bei der Planung des Videos beachtet werden?

Einsatzort und Zielgruppe: Als Erstes stellt sich die Frage, wofür das Video eingesetzt und auf welchen Plattformen es verbreitet werden soll. Ist es ein Werbevideo für die Unternehmenswebsite oder ein Marketing-Video der HR-Abteilung, das auf LinkedIn veröffentlicht wird? Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Je nach Plattform und Zielgruppe eignen sich auch unterschiedlich lange Videos.

Inhalt und Botschaft: Ganz wichtig ist, dass Sie sich im Klaren sind, was die Botschaft des Videos ist. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch das Video und soll im Inhalt ersichtlich sein. Beim Inhalt stellt sich beispielsweise die Frage, ob Personen im Video vorkommen. Wenn ja, welche Personen eignen sich dafür und wird von ihnen ein Skript erwünscht oder reichen auch nur Stichworte?

Call-to-Action: Was sollen die Nutzerinnen und Nutzer nach dem Anschauen des Videos machen? Sollten Sie beispielsweise zum Kommentieren, Teilen oder zu einem Kauf angeregt werden?

Ausrüstung:

  • Smartphone oder professionelle Kamera?
    Heutzutage reicht eine Smartphone-Qualität oft aus, da Filme immer öfters auf mobilen Geräten mit kleinen Bildschirmen abgespielt werden und Filme auf Social-Media-Kanälen oft kurzlebig sind. Bei langlebigen Videos wie solche auf der Startseite einer Website hingegen ist eine professionelle Kamera oft empfehlenswerter.
  • Reicht das eingebaute Mikrofon oder wird ein externes benötigt?
    Grundsätzlich reicht das eingebaute Mikrofon aus, wenn drinnen gefilmt wird. Wird hingegen draussen gefilmt, lohnt sich ein externes Mikrofon, da es mehr Hintergrundgeräusche gibt, die später beim Anschauen des Videos als störend empfunden werden könnten. Spannend ist hier, dass das Mikrofon bei Smartphones den Ton oft besser aufnimmt als das von professionellen Kameras. Dies kommt daher, dass Handys zum Telefonieren gemacht wurden und Kameras nicht.
  • Wird ein Stativ benötigt?
    Ein Stativ ist von Vorteil, wenn länger am Stück gesprochen wird, da dies Ruhe ins Bild bringt. Auch bei Kameraschwenkungen kann es sich lohnen, zu einem Stativ zu greifen. Bei kürzeren Sequenzen ist oft kein Stativ nötig.

Storyboard: Es hilft, sich von Anfang an zu überlegen, welche Szenen wie und wo gefilmt und welche Kameraeinstellungen dabei gewählt werden. Wo sollen Nahaufnahmen, wo Fernaufnahmen gewählt werden? Wo gibt es einen Perspektivenwechsel der Kamera? Gibt es z.B. Timelapses? Diese Fragen in Form eines Storyboards festzuhalten, spart Zeit beim Videodreh.

Zeitplanung: Für den Videodreh sollte genügend Zeit eingeplant werden, denn oft braucht es mehrere Anläufe. Mit einer guten Planung können Sie entspannt mehrere Takes machen, ohne unter Zeitdruck zu geraten.
 

Worauf kommt es beim Videodreh an?

Setting: Grundsätzlich sollte nicht gegen das Licht gefilmt werden, ausser es handelt sich dabei um ein bewusstes Stilmittel. Weiter sollten Sie sich überlegen, wo die Menschen platziert werden und darauf achten, dass keine ungünstigen Winkel gewählt werden. Tipp: Achten Sie auf den goldenen Schnitt – Platzieren Sie die Person nicht direkt in der Mitte, sondern im linken oder rechten Drittel des Bildes.

Kameraeinstellungen:

  • Videoauflösung:
    Standardmässig ist die Videoauflösung 1080p und genügt oft. Eine höhere Videoauflösung ist nicht automatisch besser: Das Videobearbeitungsprogramm benötigt bei einer höheren Auflösung mehr Leistung, weil die Files dann grösser sind. Dies kann zu Verzögerungen und Probleme beim Zusammenschneiden führen. Mit einer kleineren Auflösung können diese Probleme vermieden werden, v.a. wenn bereits im Vorhinein bekannt ist, dass das Video hauptsächlich auf kleinen Bildschirmen abgespielt werden wird.
  • Format:
    Normalerweise wird im Querformat gefilmt, selten im Hochformat oder quadratisch.
  • Automatikmodus oder manuelle Einstellungen?
    Theoretisch kann mehr herausgeholt werden, wenn die Kamera manuell eingestellt wird (z.B. die Helligkeit oder Farbsättigung), jedoch wird da auch etwas mehr Know-how benötigt. Normalerweise reicht der Automatikmodus aus.

B-Material: Als B-Material wird zusätzliches Filmmaterial bezeichnet, das ein Video spannender oder interessanter gestaltet und/oder Zusammenhänge zwischen den einzelnen Szenen herstellt. Es geht oft vergessen, kann aber sehr zur Qualität des Filmes beitragen. Dabei ist es aber wichtig, dass das B-Material immer zum Thema passt. Filmen Sie beispielsweise ein Video für die HR-Abteilung und der Gesprächspartner bzw. die Gesprächspartnerin erwähnt die moderne Infrastruktur, ist dies der perfekte Zeitpunkt, um eine Szene des modernen Büros einzublenden, in dem Mitarbeitende gerade fleissig am arbeiten sind.
 

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Was ist bei der Videobearbeitung wichtig?

Aussortieren des Filmmaterials: Eine gute Strategie ist es, das Filmmaterial zuerst durchzugehen und auszuwählen, welche Ausschnitte tatsächlich im Video sein sollten. Von dem ausgehend kann das Video dann zusammengeschnitten werden. Fragen Sie sich bei der Auswahl, ob es einen bestimmten Ausschnitt wirklich braucht, kann er tendenziell eher weggelassen werden, um nichts Irrelevantes im Video zu behalten.

Hintergrundmusik: Ob ein Video Hintergrundmusik benötigt oder nicht, ist Geschmackssache. Entscheiden Sie sich für HIntergrundmusik, sollte jedoch beachtet werden, dass sie nicht zu laut ist, um das Gesagte im Video zu hören und verstehen.

Übergänge und andere Effekte: Die Frage nach den Effekten ist ebenfalls Geschmackssache. Tendenziell ist es aber sicherer, klare Schnitte anstelle von zu vielen Übergängen zu wählen. Effekte sollten stets gezielt eingesetzt werden, damit das Video nicht als “billig” wahrgenommen wird. Wird für die Videobearbeitung beispielsweise iMovie gewählt, sollte ausserdem im Hinterkopf behalten werden, dass die Standard-Effekte von Tausenden von anderen Menschen genutzt werden.

Einheitlichkeit: Vor allem, wenn Ihr Unternehmen öfters Videos veröffentlicht, ist es wichtig, dass diese einheitlich sind. Ein einheitliches Erscheinungsbild trägt unter anderem zur Glaubwürdigkeit eines Unternehmens bei. Die Videos sollten sich beispielsweise in ihrer Botschaft nicht gegenseitig widersprechen. Ebenfalls sollten z.B. das Design und Texteinblendungen einheitlich sein, wodurch der Wiedererkennungswert des Unternehmens gesteigert wird.

Feedback einholen: Gerade wenn Sie das erste Mal selber ein Video drehen, ist es sehr hilfreich, das Video vor der Veröffentlichung anderen Personen zu zeigen, um sich Feedback einzuholen. Mithilfe von Personen, die nicht selbst am Video beteiligt waren, kann überprüft werden, ob das Video stimmig, schlüssig und verständlich ist.
 

Nun ist das Video fertig und bereit für die Veröffentlichung auf Ihrer Homepage, Social Media und weiteren Kanälen. Gar nicht so schwierig, oder? Also wieso nicht selbst zur Kamera greifen und etwas herumexperimentieren? Wir wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg dabei!

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