Mobile Apps with Benefits

Anfragen für Applikationsentwicklungen sind bei GRYPS beinahe an der Tagesordnung. Daniel Ritschard, Partner und Senior Consultant der webgearing AG, hat sich als Experte für App Entwicklungen einigen unserer Fragen gestellt und sorgt damit für etwas mehr KlarheitDanielRitschard.

Ihre Dienstleistung umfasst Webdesign, Online Plattformen und Applikationsentwicklungen; wie hat sich die Nachfrage der Produkte in den letzten 10 Jahren entwickelt?
In den letzten Jahren ist die Nachfrage im Bereich der Apps und Mobile im allgemeinen gegenüber klassischen Webseiten stark gestiegen. 

Spüren Sie die Konkurrenz durch Onlineplattformen, die Webseitenbaukasten anbieten?
Ein gewisser Druck ist natürlich spürbar. Webseiten, speziell Webapplikationen mit starken individuellen Komponenten sowie umfassende Beratungsleistungen, werden nach wie vor nachgefragt.

Welche Art von Apps wird am häufigsten bei Ihnen nachgefragt?
Unternehmensinterne Apps - so genannte Enterprise Apps, die nur einer geschlossenen Benutzergruppe, z.B. Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden - sind momentan sehr stark am kommen. In diesem Bereich werden vor allem Apps entwickelt, die dem Unternehmen wirklich einen Benefit im Sinne von Prozessoptimierung, Kundenservice etc. bringen. Solche Apps werden sehr stark nachgefragt. Imageanwendungen - z.B. Spiele oder Lernapps, die die Markenbekanntheit stärken sollen - Spieleentwicklungen und Unterhaltungsapps werden zunehmend bezüglich Kosten-/Nutzen hinterfragt - eine Nachfrage besteht aber immer noch.

Was meinen Sie mit Benefit?
Insbesondere geht es darum, unternehmensinterne Abläufe zu optimieren und Administrationskosten zu senken. Insbesondere Aufgaben, die vorwiegend auf Papier erledigt wurden, werden nach und nach elektronisch erfasst. Mit einer entsprechenden App können z.B. Montagerapporte durch den Mitarbeiter sehr schnell vor Ort erstellt werden.

 

Auch öffentlich zugängliche Apps werden vermehrt genutzt, um entlang der Customer Journey Nutzen zu schaffen, z.B. in der Form von mobile Gutscheinen oder ortsbasierten Services. Damit werden Prozesse optimiert, Kundennutzen geschafft oder vollständig neue Geschäftsmodelle kreiert. Unternehmen statten ihre Mitarbeiter im Sales-Bereich oft mit Tablets und speziellen Apps aus, damit diese den Überblick behalten und Fehler reduzieren. Auch die Foto- und Sprachnachrichtfunktion von Smartphones kann z.B. zur Schadenserfassung sehr effizient eingesetzt werden. Solche Anwendungen dienen sowohl Mitarbeitern als auch den Unternehmen selbst. 

Aufträge für Apps können in ihrer Komplexität sehr unterschiedlich sein. Wie gehen Sie bei der Abschätzung der Machbarkeit und des benötigten Budgetrahmens vor?
Zuallererst wird geschaut, ob vergleichbare Projekte existieren. In jedem Fall wird eine Liste von Anforderungen, Funktionen und User Stories erstellt. Diese erfasst die Eingabefunktionen (Nutzerinputs) und die Ausgabefunktionen (Outputs), die die zu entwickelnde App haben soll. Anhand dieser Liste können die Entwicklungskosten in den meisten Fällen gut eingeschätzt werden. Bei grösseren Projekten werden oft Richtbudgets angefragt. Im Rahmen von Vorprojekten und Workshops werden genauere Kostenschätzungen und Machbarkeitsstudien erstellt.

Wie gross ist der Aufwand dieser Beurteilung?Die Kostenabschätzung für eine App Entwicklung kann von 30 Minuten bis zu mehreren Tagen beanspruchen.

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Geben Sie bei einer Offerte einen Fixpreis an oder einen Preisbereich?
Bei grösseren Projekten müssen wir mit Preisbereichen arbeiten, speziell wenn die Anforderungen noch nicht genau definiert sind. Bei kleineren kann eine Entwicklung auch zu Fixpreisen angeboten werden. Ein Kostendach wird bei allen Projekten verlangt.

Unter- oder überschätzen die Kunden den Aufwand einer App Entwicklung regelmässig?
Tendenziell wird der Aufwand unterschätzt.

Nur von Privaten oder auch von Unternehmen?
Ich würde sagen, dass ca. dreiviertel der Unternehmen und etwa 90 Prozent der Privaten den Entwicklungsaufwand zu tief einschätzen.  

Was sind typische Kostentreiber von Applikationsentwicklungen?
Die Anzahl Funktionen ist ein grundsätzlicher Kostentreiber. Je mehr die App können muss, desto aufwändiger wird die Entwicklung. Dann schlagen sich besonders Drittsystemintegrationen in den Kosten nieder. Sobald eine App in ein ERP oder CRM integriert werden soll, wird sie aufwändig. So ähnlich ist es bei der Umsetzung von Webapplikationen. 

Hat sich der App-Entwicklungsaufwand in den letzten 2 Jahren durch die Verfügbarkeit von besseren Tools und Frameworks gesenkt?
Tendenziell ist es einfacher geworden. Grundsätzlich wollen Kunden Individuallösungen. Häufig werden hybride Entwicklungen durchgeführt - d.h. Teile der App basieren auf Web Technologien (HTML5) und werden in einen plattformspezifischen Rahmen integriert. Dabei gibt es einen klaren Trend am Markt: Plattformen mit Frameworks sollten im Auge behalten werden - sie sind am kommen und können die Entwicklung stark vereinfachen. So lässt sich ein CMS heute relativ leicht in eine App integrieren, so dass der Inhalt durch die Kunden ständig aktualisiert werden kann. 

Wie viele der Ideen, die bei Ihnen als Anfrage landen, werden tatsächlich umgesetzt?
Geschätzt etwa ein Drittel.

Wie oft kommen Privatpersonen zu Ihnen, die eine App-basierte Geschäftsidee verwirklichen wollen?
Die meisten Anfragen betreffen Unternehmen. Oft sind es auch Privatpersonen, die mit der App ein Startup gründen. Diese machen schätzungsweise ein Fünftel der Aufträge aus. Für ihren Businessplan benötigen sie dann einen Kostenvoranschlag, der nicht nur die Entwicklung sondern auch die Betriebs- und Wartungskosten erfasst. Rein Private, die eine App auch privat betreiben wollen sind hingegen sehr selten.

Gibt es Leute, die eine Umsetzung einer solchen Idee prüfen möchten, diese aber aus Angst vor Ideenklau nicht genau beschreiben wollen? Wie gehen Sie damit um?
Wir unterzeichnen mit dem Kunden ein non-disclosure agreement, das strikte Konventionalstrafen vorsieht. So kann sich der Kunde sicher sein, dass seine Ideen nicht weitergegeben oder missbraucht werden. 

Ab welchem Zeitpunkt wird es unterschrieben?
Bereits ab dem Erstkontakt.

Was war die aussergewöhnlichste App, die Sie entwickelt haben?
Wir haben eine spezielle App für das SRF gemacht. Es sollte ursprünglich ein unternehmensinternes Mitarbeitermagazin sein - was keine grosse Sache ist. Es sind dann sehr viele Sachen dazugekommen, wie z.B. SMS, Textbausteine und sogar ein Anwesenheitsmanagement. Nun wird diese App u.a. zur Notfallkommunikation verwendet. 

Was war der letzte Abschluss, den Sie von GRYPS vermittelt bekommen haben?
Es handelt sich um eine Matching Plattform für Anbieter und Nachfrager. Vielmehr darf ich dazu nicht sagen, weil sich das Projekt gerade in der Umsetzung befindet.

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