Mehr mehr mehr! Warum 5G unsere Arbeitswelt verändern wird

Von Christoph Hugenschmidt, inside-it.ch

Alle reden von 5G. Der Kürzel steht für "fünfte Generation" und gemeint ist der nächste Mobilfunkstandard. Auch in der Schweiz sorgt 5G für Gespräche am Stammtisch, beim Kaffeeautomaten im Büro und im Ständerat. Nichts weniger als die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Schweiz sehen manche Kommentatoren durch den Entscheid des Ständerats gefährdet.

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Erst diese Woche hat die kleine Kammer des Schweizer Parlaments eine Motion zur Lockerung der Strahlenschutzverordung ganz knapp, mit 22 zu 21 Stimmen abgelehnt und damit bei den Telekomdienstleistern und ihren Lieferanten Entsetzen ausgelöst. Denn die im Vergleich zur EU tiefen Grenzwerte in der Schweiz machen den Bau der Mobilfunknetzwerke der neuesten Generation aufwändiger und vor allem auch teurer. Nichts weniger als die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Schweiz sehen manche Kommentatoren durch den Entscheid des Ständerats gefährdet. Denn der Bundesrat wird nun entgegen seinen ursprünglichen Absichten die Grenzwerte nicht erhöhen, was den raschen Bau von Funknetzen der neuesten Generation mindestens verzögert.

Doch warum ist 5G so wichtig?

Schliesslich kann man schon heute (meistens) ohne Probleme einen TV-Film auf dem Smartphone anschauen und auch das Telefonieren funktioniert (meistens) gut. 5G ist wichtig, weil die Verschmelzung von Dingen mit dem Internet ("Internet der Dinge") dazu führen wird, dass gleichzeitig viel mehr Menschen und Geräte auf kleinem Raum über Mobilfunk kommunizieren wollen. Das am meisten genannte Beispiel sind selbstfahrende Autos, doch auch aus der Industrie, der Logistik und dem Gesundheitswesen gibt es viele Beispiele dafür, dass bald alle Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Der Produktivitätsgewinn durch 5G-Netzwerke sei so gross, dass man Industriearbeitsplätze zurück in die Schweiz holen könne, sagte beispielsweise der Chef des Insulinpumpenhersteller Ypsomed diese Woche bei der Präsentation einer Testinstallation in den Fabrikhallen.

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Mit 5G wird sich die Zahl der Geräte, die gleichzeitig in einer Funkzelle kommunizeren können, vervielfachen. Man wird aber nicht nur mehr gleichzeitige Verbindungen herstellen wollen, sondern diese sollen auch mehr Daten transportieren können. Videotelefonie. 360-Grad-Bilder und Lifestreaming von Filmen werden zum normalen Leben gehören, wie heute das Hochladen von Fotos auf eine Facebook-Seite oder Instagram.

1000 Drohnen begeistern an Olympiaeröffnung

Noch können wir uns nicht vorstellen, wie sehr 5G unser tägliches Leben und die Arbeitswelt verändern wird. Manche reden davon, dass die fünfte Generation der Mobilfunkttechnologie einen ähnlich grossen Einfluss haben werde, wie die Erfindung des WWW. Was mit 5G möglich ist, zeigte die Eröffnung der Winter-Olympiade in Südkorea. Über 1000 erleuchtete, ferngesteuerte Drohnen formten erst einen Snowboardfahrer in den Himmel, bevor sie sich wie von Zauberhand dirigiert, zu den olympischen Ringen formierten. Gesteuert wurden die Drohnen von ausgefeilter Software und sehr viel menschlicher Arbeit bei der Entwicklung der Choreografie. Angefunkt wurden die kälteresistenten Gerätchen über ein Mobilfunknetz der 5. Generation. 5G eben.

von Christoph Hugenschmidt, Mitgründer der Online IT-Zeitung inside-it.ch

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