Zögerliche Öffnungsschritte – Massnahmen ab März 2021

“Zögerlich” dürfte das passende Wort für die Öffnungsschritte des Bundesrats sein. Doch wenn die Läden, Museen und Freizeitanlagen am 1. März wieder öffnen, ist kaum damit zu rechnen, dass die Kunden genauso zögerlich sein werden. Das warme Wetter lockt die Menschen schon jetzt in Scharen aus dem Haus. Was bedeutet das für Ladenbesitzer, Museumsbetreiber, aber auch für die Gastrobranche und Co.?


Der Handel darf sich freuen

Der stationäre Handel hat harte Wochen hinter sich, doch das Timing für die Öffnung der Läden ist günstig. Die kalten Wintermonate und der Teil-Lockdown seit Weihnachten führten zu einem Winterschlaf, aus dem die Leute durch die warmen Temperaturen gerade erwachen. Der Handel darf seine Türen für kauffreudige Kunden wieder öffnen und profitiert gleichzeitig davon, dass die Gastronomie noch geschlossen bleibt. Dadurch verlagern sich die Aktivitäten der Leute auf das Einkaufen im Geschäft. Das zeigt sich zum einen am sehr grossen Zulauf, den Lebensmittelläden hatten, während alles andere geschlossen bleiben musste, und zum anderen an den positiven Wachstumszahlen des Handelssektors im vierten Quartal 2020. 

Viele Kunden sind also genau in der Stimmung, die der Handel jetzt braucht. Doch noch immer gelten verschiedene Corona-Massnahmen: 

  • Das Schutzkonzept muss eingehalten werden
  • Beschränkung der Kundenzahl je nach Grösse des Geschäfts: 
    • Bis zu 40m²: maximal drei Kunden
    • Läden ab 40m², die mehr als ⅔ ihres Umsatzes durch den Verkauf von Lebensmitteln machen: Pro Kunde sind 10m² zu berechnen
    • Läden ab 40m², die weniger als ⅔ ihres Umsatzes durch den Verkauf von Lebensmitteln machen: 10m² pro Kunde
      • Ab 501m²: 15m² pro Kunde
      • Ab 1500m²: 20m² pro Kunde
    • In Einkaufszentren dürfen sich nur so viele Personen gleichzeitig aufhalten, wie insgesamt in allen Läden zugelassen sind.
  • Maskenpflicht für Angestellte und Kunden
  • Besonders gefährdete Mitarbeiter sind zu schützen

Solidarität für das Gastgewerbe mehr denn je gefragt

Der Bundesrat wird am 19. März über weitere Öffnungsschritte entscheiden, die vor allem die Gastronomie betreffen. Die Entscheidung hängt davon ab, wie sich die Fallzahlen entwickeln. Trotz Corona-Müdigkeit ist also ein Solidaritätsdenken gefragt. Ein achtsames Verhalten jedes Einzelnen und die Beachtung und Einhaltung der Schutzmassnahmen und Vorschriften seitens Derjenigen, die Kunden oder Gäste empfangen dürfen, sorgt dafür, dass auch die Gastronomie bald wieder öffnen darf, dies zumindest im Freien. Bei einer positiven Entwicklung der Fallzahlen wird für den 22. März auch die Öffnung der Innenräume ins Auge gefasst. 
 

Entscheid zu Home Office am 19. März erwartet

Auch an den aktuellen Bestimmungen zum Home Office ändert sich nichts. Der Arbeitgeber steht weiterhin in der Pflicht, Home Office dort anzuordnen, wo es möglich ist. Allerdings wird der Bundesrat auch hier am 19. März über die nächsten Schritte informieren. 


Events bleiben Zukunftsmusik

Veranstaltungen bleiben weiterhin verboten, sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich. Daran ändert sich auch nichts dadurch, dass sich neu wieder maximal 15 Personen im Freien treffen können. Die 15-Personen-Regel gilt nur für Familien, Freunde, kulturelle Aktivitäten (z.B. eine Theaterprobe) oder sportliche Aktivitäten. Vereinstreffen beispielsweise gelten aber nicht als kulturelle Aktivität und auch das Singen z.B. im Chor ist nur für Jugendliche mit Geburtsjahr ab 2001 möglich. 


Änderungen bzgl. Härtefallmassnahmen und Kurzarbeit beim Parlament

In der Frühjahrssession (1. - 19. März) von National- und Ständerat werden Entscheide über Massnahmen zu Härtefallgeldern und Kurzarbeitsentschädigung erwartet. Insbesondere diese Änderungen hat der Bundesrat dem Parlament zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt: 

  • Das Härtefallprogramm soll auf 10 Milliarden Franken aufgestockt werden. Grössere Unternehmen mit über 5 Millionen Franken Umsatz sollen so auch besser unterstützt werden können. Die Finanzierung für solche wird vom Bund geleistet, die Gesuchsabswicklung erfolgt weiterhin durch den Kanton. 
  • Die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitentschädigung soll von aktuell 18 Monaten auf maximal 24 Monate innert zwei Jahren verlängert werden. 
  • Die Voranmeldefrist soll vorübergehend aufgehoben werden und die Bewilligung soll bis zu sechs Monate gültig sein. Aktuell sind es 10 Tage Voranmeldefrist und die Bewilligung muss alle drei Monate erneuert werden. 
  • Die Taggelder für Erwerbsausfall sollen für die Monate März bis Mai 2021 auf 66 angehoben werden. 
  • Ausfallentschädigungen sollen Kulturschaffenden rückwirkend für den Zeitraum vom 1. November 2020 bis 18. Dezember 2020 ermöglicht werden. 


Quellen: 

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