Cross & Quer

Wohin führt der Onlinehandel?

Musik auf iTunes, Kleider bei Zalando und Lebensmittel auf LeShop: Kaum ein Produkt wird nicht mehr – zumindest fallweise – über das Internet bezogen. Führt kein Weg mehr am Onlinehandel vorbei? Oder trügt der Schein? Wir liefern zentrale Daten und interessante Fakten zum Handel über das Internet.

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Ein möglicher Ansatz, um ökonomischen aber auch kulturellen Wandel in der Gesellschaft zu untersuchen, ist die Analyse des Kaufverhaltens. Stellen Sie sich die Beantwortung der rudimentären Frage „Wo kaufen Sie Produkt X ein?“ vor – jedoch zu verschiedenen Zeitpunkten. Vor der Industrialisierung hätte die Antwort wohl gelautet: „Brot beim Bäcker, Fleisch beim Metzger, Schuhe beim Schuster.“ Vor ein paar Jahren hätte die befragte Person erwidert: „Natürlich alles im Supermarkt.“ Und heute? Ist das Internet der Totengräber des stationären Handels?


Interessante Facts und Trends im Onlinehandel
Onlinehandel (noch) unter 7%

2014 machte der Online- und Versandhandel 6.8% des gesamten Business-to-Consumer Handels in der Schweiz aus. Tendenz: steigend. 2009 lag der Anteil noch unter der Fünf-Prozent-Marke. Ausschlaggebend ist die Branche: Während nur 1.7% der Güter in der Foodbranche online erworben werden, liegt die Quote bei Kleidern (13%) und Heimelektronik (24%) bedeutend höher*.

Migros & Friends – Die grössten Onlineshops der Schweiz (2014)

Gemessen am online erzielten Nettoumsatz konnte keiner Digitec das Wasser reichen: Der Adoptivzögling der Migros erreichte rund 515 Millionen Franken. Dahinter folgen Amazon (457 Millionen Franken), Nespresso (350) und Zalando (324). Bemerkenswert: Mit LeShop und Ex Libris landeten zwei weitere Migros Töchter in den Top Ten.

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Return to Sender
retouren-onlinebestellungen.jpgMit dem Triumphzug des Onlinehandels stieg auch die Menge an retournierten Artikeln. Stellvertretend darf an dieser Stelle der ursprüngliche Slogan von Zalando rezitiert werden: „Schrei vor Glück oder schick's zurück!“ In Deutschland wurden 65% aller in Universalshops (Onlineshops mit verschiedenen Produktkategorien) erstandenen Damenjeans zurückgesendet. Bei TV-Geräten und Waschmaschinen lag die Quote bei etwa fünf Prozent*.
Gefährdete Branchen – Get digital or die tryin'

Digitaler Handel kann gleichermassen Chance und Gefahr sein – ganz nach Branche. Güter wie Brillen, Kosmetika oder Schmuck befinden sich in einer Art Schutzzone. Die Beschaffung solcher Produkte ist schliesslich an einen physischen Gegenstand und dazugehörige Beratung gebunden. Im gefährlichen Grenzgebiet befinden sich Lebensmittel, Möbel und die Modebranche. Bereits stark vom Onlinehandel verdrängt wurden stationäre Geschäfte für Bücher, Spielzeug und allen voran Musik sowie Videospiele.

Fazit: Offline goes online, online goes offline

Die Beschränkung auf einen einzelnen Absatzkanal scheint Schnee von gestern zu sein. Das Zauberwort lautet Cross-Channel: Um konkurrenzfähig zu sein, müssen Unternehmen das gleiche Angebot auf verschiedenen interagierenden Kanälen anbieten. So vertreiben einerseits ursprünglich stationäre Händler wie Apotheken ihre Produkte auch übers Internet. Andererseits ist auch das gegenteilige Phänomen vermehrt beobachtbar: Pure Players, also reine Onlineunternehmen wie Zalando oder Mymüesli, errichten physische Shops. Der Kauf soll für den Kunden zu einem homogenen Gemisch aus zuverlässiger Information und sinnlichem Erlebnis werden.

pascal.PNG GRYPS Offertenportal AG
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www.gryps.ch
Pascal Roganti ist als Praktikant bei GRYPS Offertenportal für die Bereiche Online Marketing und Content Creation zuständig.

*Die Zahlen stützen sich auf Studien der EHI und der HSG. Das Bild "Online-Retourenquote" wurde der Homepage der Süddeutschen Zeitung entnommen.
Weitere Infos zu Onlinehandel/E-Commerce finden Sie im Blog 10 Fakten zum E-Commerce Verhalten in der Schweiz.

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