Wie wirkt sich Corona auf die Steuererklärung 2020 aus?

Was normalerweise Jahr für Jahr routiniert und pflichtgemäss erledigt wird, stiftet dieses Mal doch einige Verwirrung. Wie sind Kurzarbeit, Anschaffungen fürs Home Office und das unbenutzte Auto oder GA in der Steuererklärung anzugeben? Wir zeigen Ihnen, was im Steuerjahr 2020 anders ist.

 

Home Office von den Steuern abziehen 

Option 1: Berufsauslagen ohne Corona-Einfluss deklarieren

Für viele Arbeitnehmer sind im Jahr 2020 Berufsauslagen wie die externe Verpflegung, Fahrtkosten oder Zugabos durch das Home Office oder Kurzarbeit teilweise oder ganz weggefallen. Die Kantone reagieren darauf mal strenger, mal weniger streng. Unter anderem in den Kantonen Zürich, Zug, Basel-Landschaft, Solothurn und Luzern dürfen die Auslagen für das Jahr 2020 ohne den Corona-Einfluss berechnet werden. Das heisst, die Ausgaben werden so berechnet, als ob der Arbeitnehmer jeden Tag im Büro gewesen wäre. Umgekehrt heisst das, es dürfen keine Kosten fürs Home Office in Abzug gebracht werden. 

Andere Kantone gehen mit den Corona-bedingten Änderungen strenger um. Wir empfehlen auf jeden Fall, die aktuellsten Ausführungen der Kantone zu beachten. 


Option 2: Effektive Kosten für das Home Office deklarieren

Wer trotzdem die effektiven Kosten für das Home Office von den Steuern abziehen möchte, sieht sich vor einer komplizierten Rechenübung. 

Zunächst gibt es drei Bedingungen, die allesamt erfüllt werden müssen: 

  • Die Arbeit muss in einem wesentlichen Masse und regelmässig im Home Office erfolgen. Je nach Kanton ist das unterschiedlich, beträgt jedoch mindestens ⅓ der Arbeitszeit.
  • Die Benutzung des Arbeitsplatzes ist nicht möglich oder wird vom Arbeitgeber nicht zur Verfügung gestellt. 
  • In der Wohnung oder dem Haus muss ein Raum hauptsächlich als Arbeitsplatz genutzt werden. Das schliesst zum Beispiel den Esstisch als Home Office Platz aus. 

Treffen diese Bedingungen zu, gilt es, den Anteil an der Miete sowie die Einrichtung des Büros richtig zu berechnen. Achtung: Die Rechnung ist komplizierter, als sie klingt. Die Kantone benutzen verschiedene Formeln zur Berechnung.

Bei dieser Variante fällt der üblicherweise erlaubte Pauschalabzug (je nach Kanton bis zu 4000 Franken) für die übrigen Berufsauslagen jedoch weg. Auch Verpflegungskosten sowie Fahrt- oder Abokosten müssen reduziert werden.

Zu beachten ist zudem, dass die Einrichtung des Home Offices mit Bildschirm, Drucker und Co. zu einem Prozentsatz als private Auslagen angerechnet werden. Im Normalfall lohnt es sich deshalb nicht, die effektiven Kosten fürs Home Office geltend zu machen. 

Ein Steuerberater schafft Sicherheit

Die Pandemie stellt auch die Steuerämter vor eine Herausforderung. Steuerberater arbeiten eng mit den Ämtern zusammen, um die optimalste Lösung für ihre Kunden zu finden.

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Welche Auslagen können Sie ausserdem deklarieren?

Unabhängig von der Frage nach Home Office oder Kurzarbeit sollten Sie nicht vergessen, diese Auslagen in Abzug zu bringen:

  • Aus- und Weiterbildungskosten
  • Auslagen zur Arbeitssuche, z.B. wenn der Job gekündigt worden ist
  • Beiträge in die Säule 3a
  • Krankheits- und Unfallkosten: Dazu gehören bezahlte Selbstbehalte, Zahnarztkosten, Kosten für Sehhilfen, Medizin, Pflege etc.
  • Spenden an gemeinnützige Organisationen
  • Wertschriften, Aktien, Kryptowährung etc. 
  • Eigenmietwert der selbstbewohnten Immobilie sowie Zweitimmobilien
     

In vielen Fällen lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater besonders: 

  • Sie haben im Jahr 2020 werterhaltende Investitionen für Ihre Liegenschaft getätigt. Hier können eine Pauschale oder die effektiven Kosten abgezogen werden.
  • Sie haben für Ihre Liegenschaft Investitionen für eine bessere Energieeffizienz oder zum Schutz der Umwelt getätigt. 
  • Sie besitzen ein Wertschriftendepot. Verschiedene dadurch anfallende Gebühren können deklariert werden.
  • Sie besitzen Kryptowährungen. 
  • Sie verfügen über ein Geschäftsauto. 
  • Sie möchten eine Rückforderung beim Steueramt geltend machen, z.B. wenn vorbezogene Pensionskassengelder wieder zurückgeführt werden und der Steuerabzug zurückerstattet werden soll

Gute Nachricht zum Schluss: Elektronische Steuererklärung in allen Kantonen möglich

Inzwischen ist es in allen Kantonen möglich, die Formulare für die Steuererklärung elektronisch auszufüllen. In einigen Kantonen wird sogar auf eine Unterschrift auf Papier verzichtet. Dabei handelt es sich um die Kantone Zürich, Zug, Schwyz, Luzern, Solothurn, St. Gallen, Nidwalden und Obwalden. Ein mühsames Ausdrucken und Kopieren der Belege sowie der Gang zur Post bleibt uns dadurch zumindest erspart. 


Quellen: 
Liste der Steuermassnahmen nach Kanton
Beispiel des Kanton Zürich 

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