Betreibung – Wie sie funktioniert und worauf Sie achten sollten

Wer kennt das nicht: Ein Kunde hat noch eine offene Rechnung und bezahlt diese auch nach mehreren Mahnungen nicht. Nun haben Sie die Möglichkeit, eine Betreibung zu veranlassen, um Ihre Forderungen durchzusetzen. Doch lohnt sich das für Sie?

Lohnt sich eine Betreibung für KMU?
Als Gläubiger müssen Sie die Kosten für die Betreibung vorschiessen. Der Schuldner muss Ihnen diese Ausgaben zwar ersetzen, jedoch nur wenn bei ihm etwas zu holen ist, sonst bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Anhand einer aktuellen Betreibungsauskunft sehen Sie, ob beim Schuldner bereits Betreibungen vorhanden sind. Wenn dies zutrifft, ist der Schuldner zahlungsunfähig und somit können Sie bei ihm nicht mehr als einen Verlustschein holen.

Welche Betreibungsart kommt in Frage?
Je nach Art der Forderung und abhängig davon, wer den Betrag schuldet, wird die Betreibung in einem anderen Verfahren geführt:
Gegen Privatpersonen oder Inhaber eines Einzelunternehmens (nicht im Handelsregister eingetragen) wird eine Betreibung auf Pfändung durchführt.
Gegen eine juristische Person (zum Beispiel AG oder GmbH) kommt es zur Konkursbetreibung.
Haben Sie bei Vertragsabschluss ein Pfand zur Sicherheit verlangt, wird eine Betreibung auf Pfandverwertung durchgeführt.

Wie leiten Sie eine Betreibung ein?
Handelt es sich beim Schuldner um eine Privatperson, ist das Betreibungsamt am Ort Ihres Unternehmenssitzes zuständig. Bei juristischen Personen (AG, GmbH, Stiftung) sowie im Handelsregister eingetragenen Einzelunternehmen wenden Sie sich an das Amt am Sitz des Unternehmens. Sie können das Betreibungsbegehren auch beim elektronischen Betreibungsschalter einreichen. Über den zentralen Firmenindex Zefix, der vom Bundesamt für Justiz kostenlos angeboten wird, finden Sie ganz einfach den Sitz des Unternehmens heraus.
Nun können Sie das Betreibungsverfahren angehen, indem Sie beim Betreibungsamt ein Betreibungsbegehren einreichen. Ein Betreibungsbegehren beinhaltet lediglich Name und Adresse des Gläubigers und des Schuldners sowie Forderungssumme und Forderungsgrund. Dies wird in Art. 67 SchKG näher erläutert.

Wie reagieren Sie bei einer ungerechtfertigten Betreibung gegen Ihr Unternehmen?
Wenn Sie die Rechnung zu Recht nicht bezahlt haben und eine Mahnung bekommen haben, sollten Sie bereits auf diese reagieren. Sollte es dennoch auf eine Betreibung hinauslaufen, so können Sie sich mit einem Rechtsvorschlag wehren und das Betreibungsverfahren stoppen. Grundsätzlich ist die Erhebung des Rechtsvorschlags Sache des betriebenen Unternehmens. Es kann jedoch auch ein gesetzlicher oder vertraglicher Vertreter, z.B. ein Treuhänder oder ein Anwalt, den Rechtsvorschlag erheben. Dafür haben Sie zehn Tage Zeit. Bleibt der Gläubiger nach dem Rechtsvorschlag untätig, können Sie nach drei Monaten die Betreibung für 40 CHF löschen lassen.

Was ist ein Rechtsvorschlag?
Der Schuldner kann das Betreibungsverfahren mit dem Rechtsvorschlag blockieren (Art. 74 SchKG). Das SchKG hat dieses Verfahren eingeleitet, da im Betreibungsverfahren nie beurteilt wird, ob ein Gläubiger seine Forderung zu Recht stellt oder nicht. Diese Feststellung ist Sache des Gerichts. Aus diesem Grund muss der Betriebene ein Mittel haben, sich zu wehren. Dieses Mittel ist der Rechtsvorschlag. Damit kann der Schuldner die drohende Zwangsvollstreckung zumindest vorübergehend abwehren.
Genau gleich wie der Gläubiger eine Betreibung unabhängig vom Bestand einer Forderung

Diese Punkte müssen im Rechtsvorschlag erwähnt werden:

  • Adresse Betreibungsnummer
  • Datum vom Zahlungsbefehl
  • Erklärung des fristgerechten Rechtsvorschlags


Wie gehen Sie bei einer gerechtfertigten Betreibung vor?
Sie können auch einen Rechtsvorschlag erheben, wenn die Forderung den Gläubigers berechtigt ist. So gewinnen Sie Zeit, um mit dem Gläubiger zu verhandeln. Ein Eintrag im Betreibungsregister bleibt für 5 Jahre entstehen und ist für alle, die ein Interesse nachweisen können, einsehbar. Versuchen Sie darum, mit dem Gläubiger zu vereinbaren, dass er die Betreibung zurückzieht, sobald Sie die Schulden und die Betreibungskosten bezahlt haben. Gelingt dies nicht, können Sie den Rechtsvorschlag zurückziehen. Die Gerichtsgebühren und das ganze Betreibungsverfahren müssen dann Sie übernehmen.

 

zurück