2G bald auch am Arbeits­platz?

Während die seit Montag, 6. Dezember, geltenden Mass­nahmen noch für Ver­wirrung sorgen, kün­digen sich bereits weitere Ver­schär­fungen an. Über diese hat der Bundes­rat heute, am 10. Dezember, beraten. Eine aus­geweitete 2G-Rege­lung ist eines der mög­lichen Szenarien, über welche die Kantone, Sozial­partner, Parlaments­komissionen und Ver­bände nun disku­tieren werden.


Welche Massnahmen­ver­schär­fungen drohen?

Der Bundesrat gibt diese Ver­schär­fungen in die Ver­nehm­lassung:

  • Möglichkeit 1 sieht eine flächen­deckende 2G-Regel mit Masken­pflicht vor. Dies für alle Innen­be­reiche in Gastro­nomie, Kultur, Sport, Frei­zeit und an Veran­stal­tungen. Gleich­zeitig gilt eine Sitz­pflicht bei Konsu­mation.
     
  • Für Orte, an denen weder eine Masken- noch eine Sitz­plicht vorgesehen werden kann, gibt es die Option, frei­willig 2G+ einzu­führen. Nur Geimpfte sowie Genesene, die zusätzlich einen negativen Text vorweisen können, wären erlaubt. Dies würde etwa Bars, Disko­theken, be­stimmte kultu­relle und sport­liche Aktivi­täten sowie Chor­proben betreffen.
     
  • Möglichkeit 2 sieht eine Schliessung aller Be­triebe vor, die keine Masken­pflicht einführen können: Innenbereiche von Restaurants, Fitness­center, Disko­theken und Bars. An Veran­stal­tungen dürfte beispiels­weise nicht mehr gegessen oder getrunken werden.
     
  • Weiterhin möglich ist eine Schliessung von Innen­bereichen von Kultur-, Sport- und Freizeit­betrieben sowie Veran­staltungen und Messen.
     
  • Homeoffice-Pflicht für Unternehmen. Wenn Homeoffice für bestimmte Personen nicht mög­lich ist bzw. das Arbeiten vor Ort not­wendig ist, soll auf eine Zertifi­kats­pflicht gänzlich ver­zichtet werden, jedoch aber die Masken­pflicht gelten.

Es ist davon auszugehen, dass Schliessungen ver­hindert werden sollen und deshalb die erste Variante am ehesten Zustimmung finden wird.

 

Weshalb will der Bundesrat schärfere Mass­nahmen erlassen?

Die aktuelle Covid-19-Welle flacht nicht ab. Am Morgen vom 10. Dezember wurden 10’163 neue Fälle von Covid-Infektionen gemeldet. Die bereits er­lassenen Mass­nahmen reichen nicht aus, um die Infektions­kette zu brechen und die Intensiv­stationen zu ent­lasten.


Wann ist mit neuen Ver­schärfungen zu rechnen?

Der Bundesrat hat heute weitere Verschärfungen in die Vernehm­lassung geschickt. Ziel ist es, diese schnell umsetzen zu können, wenn sich die Situa­tion nicht verbessert. Wie schon letzte Woche müssen die Mass­nahmen in Zusammen­arbeit mit den Kantonen, Sozial­partnern, Par­la­ments­kom­mis­sionen und Verbänden entschieden werden. Dafür bleibt bis zum 14. Dezember Zeit. Mit allfälligen Mass­nahmen­ver­schärfungen ist deshalb erst Ende nächste Woche zu rechnen. Möglich ist aber auch, dass dies erst später geschehen wird.


2G bald auch am Ar­beits­platz?

Nach den Ankündigungen erneuter Mass­nahme­ver­schärfungen letzten Freitag, 3. Dezember, gab es Unsicher­heiten bezüglich der Masken­pflicht am Arbeits­platz. Eine der Mass­nahmen sieht vor, dass öffent­liche Ein­richtungen, welche bereits eine Zertifikats­pflicht haben, diese auf 2G eingrenzen können und so von der Masken­pflicht befreit werden. Unter­nehmen, sofern es sich nicht um Kultur, Gastro oder Sport handelt, gelten jedoch nicht als öffent­lich. Am Arbeits­platz, insbesondere im Büro, gilt demnach unabhängig von einer Zertifikats­pflicht eine allgemeine Masken­trage­pflicht. Aus­nahmen bestehen für das Gesund­heits­wesen und Flug­personal.

Für die Einführung von 2G am Arbeits­platz gibt es ausserdem keine ge­setz­liche Grund­lage. Diese müsste vom Parlament zuerst noch ins Covid-19-Gesetz geschrieben. Es bleibt deshalb abzu­warten, ob sich eine flächen­deckende 2G-Regelung auch auf nicht öffentlich zugängliche Unter­nehmen auswirken würde oder diesen allen­falls eine Home­office-Pflicht auferlegt wird.


Detailhändler preschen vor

Mitglieder der Swiss Retail Federation und IG Detail­handel Schweiz werden im Laufe der nächsten Woche frei­willige Kapa­zi­täts­be­schränkungen auf ihren Ver­kaufs­flächen ein­führen. Zu den Mit­gliedern zählen mehrere grosse Detail­handels­ketten wie Migros, Coop, Landi, Ikea, C&A etc.

Auch der Verband Schweizer Seil­bahnen setzt auf eine frei­willige Kapa­zi­täts­begrenzung. Ab dem 18. Dezember sollen grosse Gondeln nur noch zu 70% aus­gelastet werden, sofern es sich aus­schliesslich um Steh­plätze handelt.

Durch diese freiwilligen Kapa­zi­täts­be­schränkungen soll ein erneuter Lock­down oder eine Schliessung be­stimmter Branchen und Betriebe ver­hindert werden. Der Bundes­rat begrüsst diese frei­willigen Mass­nahmen und sieht vorerst keine weiteren Ein­schränkungen vor.

Quellen:

zurück