Mitten in der fünften Welle – Gibt es Änderungen für KMU?

Nachdem sich der Bundesrat nach dem erneuten Ja zum Covid-19-Gesetz zunächst noch locker gab und die Verantwortung in den Händen der Kantone liess, muss er jetzt angesichts der steigenden Fallzahlen handeln. Er schlägt vier Massnahmen vor, über die demnächst in Konsultation mit den Kantonen entschieden wird. Wir zeigen Ihnen, welche davon auch KMU betreffen. 


Diese Massnahmen sind in der Konsultation: 

  • Ausweitung der Zertifikatspflicht
  • Erneute Maskenpflicht in allen Innenräumen
  • Homeoffice-Empfehlung oder -Pflicht
  • Verkürzung der Dauer von Testzertifikaten (PCR-Tests sollen nur noch 48 Stunden gültig sein, Antigen-Schnelltests 24 Stunden)


Konkret für Unternehmen und Büros zieht der Bundesrat drei Varianten in Betracht: 

  • Maskenpflicht für alle Mitarbeitenden
  • Homeoffice-Pflicht für alle Ungeimpften bzw. Nicht-Genesenen
  • Homeoffice-Pflicht für alle. Falls dies nicht möglich ist, müssen Masken getragen und repetitive Tests angeboten werden.

Der Bundesrat will die Massnahmen am Freitag, 3.12. verkünden. Vorerst sind diese bis zum 24. Januar 2022 befristet.

Weiterhin hält der Bundesrat dazu an, die bekannten Mittel Maskentragen, Lüften, Desinfizieren und Social Distancing einzuhalten – unabhängig davon, ob man geimpft ist oder nicht. 


Erneutes Ja zum Covid-Gesetz: Was bedeutet das für KMU?

Am Abstimmungssonntag wurden Änderungen, welche im März 2021 am Covid-19-Gesetz beschlossen wurden, angenommen: erweiterte Finanzhilfen für Unternehmen, Covid-Zertifikat, verbessertes Covid-Tracking und Kostenübernahme für Covid-Tests durch den Bund. Mit der Annahme der Abstimmungsvorlage ändert sich daher nichts bzw. Zertifikat, Tracking etc. bleiben bestehen. 

Für Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Mitarbeitende regelt das Gesetz finanzielle Unterstützungsleistungen wie: 

  • Härtefallentschädigung bei Schliessung oder starkem Umsatzverlust für Selbstständige
  • Erwerbsersatz bei Umsatzeinbussen von 30% und mehr für Selbstständige
  • Kurzarbeitsentschädigung für Arbeitnehmende
  • Zusätzliche Taggelder für Arbeitslose


Kantone nicht mehr alleine in der Verantwortung

Die Hauptverantwortung für den Anstieg der Fallzahlen liegt nach der Ankündigung erneuter Massnahmen vom 30.11. nicht mehr alleine bei den Kantonen. Die vom Bundesrat erlassenen Massnahmen können aber von den Kantonen verschärft werden. So hat beispielsweise der Kanton Genf ab diesem Montag, 29.11., eine Maskenpflicht in Büros und an allen öffentlich zugänglichen Orten eingeführt. Auch der Kanton Luzern ordnet beim Kino-, Konzert, Theater- oder Spitalbesuch eine Maskenpflicht an. Im Kanton Zug gilt ab dem 2.12. eine allgemeine Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Räumen. Nach den Ankündigungen des Bundesrats dürften andere Kantone nun zunächst noch zuwarten, bis die Massnahmen erlassen wurden. 


Firmen gehen weiter als gesetzlich notwendig

Anders als noch im Winter 2020 fordern dieses Jahr vermehrt Unternehmen schärfere Massnahmen vom Bundesrat. Mit dem Covid-Zertifikat können Unternehmen selber handeln. Viele haben bereits die 3G-Regel eingeführt, andere sogar die 2G-Regel: Nur Geimpfte oder Genesene dürfen im Büro erscheinen. Vor allem kleinere Unternehmen bleiben jedoch bei den bewährten Strategien: Social Distancing, Masken, Desinfizieren, Homeoffice. Damit soll ein noch verheerender ausfallender Lockdown verhindert werden.


Kurzarbeit und Härtefallunterstützung

Viele Betriebe konnten sich von der Krise noch nicht ausreichend erholen. Härtefallunterstützung und Kurzarbeit werden weiterhin beansprucht. Deshalb sieht sich der Bundesrat regelmässig dazu gezwungen, Fristen anzupassen und Beträge zu erhöhen: 

  • Der Bundesrat hat Ende November seinen Anteil an Härtefallgeldern um 200 Millionen Franken aufgestockt. Insgesamt stehen den Kantonen zur Abwicklung und Unterstützung von Härtefällen damit 500 Millionen Franken zur Verfügung. 
  • Kürzlich wurde das erleichterte bzw. summarische Abrechnungsverfahren bis Ende Dezember 2021 verlängert. 


Quellen

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