Lohnpolitik – so legen Sie faire Löhne fest

Motivierte, loyale Mitarbeitende beschäftigen und im Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden – das erreichen Sie unter anderem mit klaren Rahmenbedingungen beim Festsetzen von Löhnen. In Zeiten von Equal Pay und Gleichstellungsgesetz macht es auch für KMU Sinn, die Löhne regelmässig zu überdenken und eine transparente Lohnpolitik festzulegen. Und dafür ist genau jetzt die Zeit, denn die jährliche Lohnrunde steht an! Wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten vorgehen.

Lohnrunde
Die Höhe der Löhne wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst – nicht nur von der Arbeitsleistung der einzelnen Angestellten. Eine wichtige Rolle spielen die Branche, der Markt generell, aber auch Ihre Unternehmensziele und natürlich die finanziellen Möglichkeiten. Damit es innerhalb Ihrer Firma nicht zu Unstimmigkeiten kommt, ist es wichtig, die Löhne zwar unter Berücksichtigung dieser Faktoren festzulegen, aber dennoch nach einem transparenten System vorzugehen. So beugen Sie Lohndiskriminierung und individuellen Diskussionen vor.


Arbeitsplatzbewertung für objektive Löhne

Um objektive, faire Löhne zu definieren, empfiehlt es sich, die unterschiedlichen Funktionen in Ihrem Unternehmen einer Arbeitsplatzbewertung zu unterziehen. Mit einer Arbeitsplatzbewertung können Sie die Lohngerechtigkeit zwischen den verschiedenen Anforderungsprofilen sicherzustellen. Dabei gilt: Je komplexer und schwieriger eine Funktion, desto höher das Gehalt.

Mit einer Arbeitsplatzbewertung stufen Sie die Funktionen in Ihrer Firma nach Schwierigkeitsgrad ein, messen und bewerten verschiedene Dimensionen der Arbeit, können Lohngruppen zuteilen und erhalten so eine Rangfolge. In der tiefsten Lohngruppe sind Funktionen mit einfachen Tätigkeiten vertreten, in der höchsten Lohngruppe die komplexesten Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen.

Die Arbeitsplatzbewertung gibt Ihnen eine Grundlage, um die Bandbreite der Lohnhöhe für die einzelnen Funktionen zu bestimmen.

Unsere Vorlage mit Beispiel erleichtert die Einstufung und Festsetzung der Löhne.

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Lohnerhöhung individuell berechnen

Wenn Ende Jahr individuelle Lohnerhöhungen anstehen, d.h. nicht nur ein genereller Teuerungsausgleich, können Sie eine festgesetzte Summe oder einen Prozentsatz des Totals aller Gehälter – zum Beispiel 1 Prozent – individuell auf die Angestellten verteilen. Dieses Vorgehen ist für die meisten KMU sinnvoll. Wenn Sie diese Kriterien berücksichtigen, gelingt Ihnen eine transparente Lohnrunde::

  • Konsultieren Sie die in der Arbeitsplatzbewertung festgesetzten Lohnklassen.
  • Honorieren Sie die gemessene gute Arbeitsleistung und das Potenzial der einzelnen Mitarbeitenden.
  • Stellen Sie die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern sicher (maximal +/– 5 Prozent Abweichung im Median der Geschlechter erlaubt).
  • Berücksichtigen Sie die relevante Berufserfahrung.



Marktkonformität und Konkurrenzfähigkeit überprüfen

Um zu gewährleisten, dass die Löhne in Ihrem KMU konkurrenzfähig sind, ist eine Marktrecherche die beste Grundlage für Sie. Vergleichen Sie die Löhne in Ihrem Betrieb mit den Gehältern bei Ihren Konkurrenten – idealerweise alle zwei Jahre. Beachten Sie dabei, dass der Standort eines Unternehmens die Lohnhöhe mit beeinflusst. So gelangen Sie an die gewünschten Daten:

Einfach und/oder kostenlos

  • Fragen Sie bei Vorstellungsgesprächen Kandidaten nach ihrem Wunschlohn und tragen Sie die Informationen in einer Auswertung zusammen.
  • Fragen Sie scheidende Angestellte – wenn Sie in einem guten Verhältnis zu ihnen stehen – vor dem Austritt, welchen Lohn sie neu erhalten, und fügen Sie diese Information in Ihre Auswertung ein.
  • Ziehen Sie die Daten aus dem statistischen Lohnrechner des Seco «Salarium». Das Salarium berücksichtigt auch die verschiedenen Standorte und die Gehaltspolitik dort (je nach Kanton wird unterschiedlich entlöhnt).
  • Ziehen Sie Daten aus weiteren öffentlichen Statistiken hinzu, zum Beispiel von Branchenverbänden.
  • Fragen Sie in Ihrem (Branchen-)Netzwerk, wie hoch Ihre Kollegen Mitarbeitende entlöhnen respektive selbst entlöhnt werden.

Aufwendig und/oder kostenpflichtig

  • Berufsverbände bieten oft detaillierte Lohnvergleiche an, die kostenpflichtig sind, Mitgliedern aber auch unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.
  • Kaufen Sie Lohnvergleiche ein; es gibt je nach Beruf verschiedene Anbieter oder auch Stellenvermittlungen, die ihren Kundinnen und Kunden Statistiken zur Verfügung stellen.
  • Führen Sie selber einen Lohnvergleich mit einer Arbeitsgruppe und Teilnehmenden aus verschiedenen Unternehmen Ihrer Branche durch.

Tipp: Um marktübliche Löhne festzusetzen, reicht es nicht, nur eine der genannten Möglichkeiten zu nutzen. Die Daten der einzelnen Quellen sind oft unvollständig, zu wenig präzise oder situativ ausgelegt und lassen sich nicht eins zu eins verwenden. Es empfiehlt sich also, mehrere Datenquellen zu kombinieren und daraus Rückschlüsse für die Gehälter in Ihrem Unternehmen zu ziehen.


Rechtliche und ethische Aspekte beachten

Verschiedene Gesetze und Reglemente enthalten Bestimmungen zu Löhnen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Lohnpolitik diese Gesetze und Reglemente einhält und Sie Ihre soziale Verantwortung als Firma wahrnehmen:

  • Arbeitsgesetz: zum Beispiel Zuschläge für Nacht- und/oder Sonntagsarbeit
  • Obligationenrecht: zum Beispiel Bestimmungen zu Erfolgsbeteiligung, Provisionen und Gratifikationen (Art. 322-323 OR)
  • Gleichstellungsgesetz: Gleichwertige Arbeit soll gleich entlöhnt werden.
  • Gesamt- und Einzelarbeitsverträge: Einige Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Normalarbeitsverträge (NAV) enthalten Bestimmungen zu Mindestlöhnen. Sie müssen sowohl die Regeln des für Ihre Branche verbindlichen GAV als auch die individuellen Vereinbarungen einhalten.
  • Interne Reglemente: Stellen Sie die Einhaltung der Bestimmungen sicher und definieren Sie Sanktionen, beispielsweise für den Fall, dass eine Vorgesetzte sich bei Lohnerhöhungen nicht an die Regeln hält.

 

Mit einer fairen Lohnpolitik ist es noch nicht getan,
eine effiziente Lohnbuchhaltung ist genauso wichtig.

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