Ob 3G oder 2G, die Zertikatspflicht spaltet die Schweiz

Das Thema Zertifikatspflicht für Restaurants, Freizeitbetriebe und Co. sowie Arbeitsplätze spaltet die Schweiz. Einige Unternehmen gehen weiter als vom Bund gefordert und führen die 2G Regel ein. Derweil zittert die Gastrobranche, denn das anstehende Weihnachtsgeschäft droht schlecht auszufallen.


Reminder: Was ist eigentlich Pflicht?

  • Für den Eintritt in Innenräume von Gastrobetrieben, kulturellen Institutionen, Freizeitbetrieben, Veranstaltungen und Sportbetrieben muss ein Covid-Zertifikat vorgelegt werden. Dies gilt für alle Personen über 16 Jahre.
  • Die betroffenen Betriebe dürfen die Zertifikatspflicht auch auf den Aussenbereich ausweiten.
  • Auch Arbeitgebende dürfen das Zertifikat im Rahmen von Schutzmassnahmen nutzen und eine Zertifikatspflicht einführen.
  • Die Zertifikatspflicht gilt bis mindestens Mitte November und voraussichtlich bis zum 24. Januar 2022. 


Zertifikat am Arbeitsplatz im Ermessen der Arbeitgebenden

Unternehmen dürfen prüfen, welche Mitarbeitenden ein Zertifikat haben und im Rahmen von Schutzmassnahmen eine Zertifikatspflicht einführen. Letzteres trägt eine dieser Konsequenzen nach sich: 

  • Ungeimpfte können dazu angewiesen werden, im Homeoffice zu arbeiten
  • Unternehmen müssen für Ungeimpfte, die vor Ort im Unternehmen arbeiten sollen, die Testkosten wöchentlich bezahlen. Faktisch bedeutet das pro Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin 2-3 Tests pro Woche, also insgesamt ca. 141 CHF (gerechnet mit 3 Tests à 47 CHF). 


2G-Regel am Arbeitsplatz

Dass Unternehmen nicht für die Testkosten aufkommen möchten, ist aufgrund der finanziellen Belastung verständlich. Immer mehr Unternehmen machen deshalb von der Möglichkeit Gebrauch, Mitarbeitende, welche weder geimpft noch genesen sind (2G-Regel), dazu anzuweisen, im Homeoffice zu arbeiten. So müssen sie nicht für regelmässige Tests aufkommen, nachdem der Bund diese nun nicht mehr gratis anbietet. 


Ohne Zertifikat am Arbeitsplatz

Besonders kleinere Unternehmen möchten einzelne Mitarbeitende nicht ausschliessen und verzichten weiterhin auf ein Zertifikat am Arbeitsplatz bzw. die 2G-Regel. Wenn möglichst viele Personen geimpft oder genesen sind, kann das Risiko einer Ansteckung so auf tiefem Niveau gehalten werden. 


Problemfall Weihnachtsessen

Zu einem Problem, besonders für die Gastrobranche, entwickelt sich derzeit das Thema Weihnachtsessen. 2020 musste es bereits ausfallen mit der Hoffnung, dass es 2021 eine umso schönere Veranstaltung geben würde. Die Zertifikatspflicht in Gastronomiebetrieben macht dem Ganzen nun einen Strich durch die Rechnung und bringt die Gastronomie noch mehr in Bedrängnis. Seit Einführung der Zertifikatspflicht ab Mitte September verzeichnet diese bereits eine enorme Zunahme an Stornierungen von Events. Das Weihnachtsgeschäft droht nun ebenfalls, schlecht auszufallen. Denn auch wenn ein Unternehmen ein Weihnachtsessen plant, werden nicht alle daran teilnehmen können oder wollen. 


Ankündigung des Bundesrats eröffnet neue Perspektiven

An der Medienkonferenz vom 20. Oktober 2021 kündigte der Bundesrat an, den Zugang zum Zertifikat einfacher machen zu wollen. Dazu wird voraussichtlich ein Schweizer Covid-Zertifikat ins Leben gerufen, welches im Ausland keine Gültigkeit haben wird. In der Schweiz könnten allerdings einige Personen davon profitieren: 

  • Die Gültigkeitsdauer des Zertifikats soll für Genesene von aktuell 6 Monaten auf 12 Monate erweitert werden. 
  • Durch Antikörpertests sollen alle Personen, die dies möchten, prüfen können, ob sie eine unentdeckte Covid-Infektion hinter sich haben. Die Testkosten werden ca. 70 CHF betragen. 

Am 3. November wird der Bundesrat definitiv über die vorgeschlagenen Massnahmen entscheiden. Mit diesen neuen Optionen müssten Schweizer KMU wieder umdenken und das Weihnachtsgeschäft liesse sich evtl. doch noch ankurbeln. Es bleibt spannend in der Corona-Debatte. 


Quellen

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