Corona-Erwerbsersatz für Selbstständige verlängert

Eigentlich wäre die Notverordnung für Erwerbsersatzzahlungen am 16.09.20 ausgelaufen. Der Bundesrat hat jedoch den Beschluss bis Ende 2021 verlängert. Nach einer Parlamentssitzung vom 16.09. sollen neu aber auch Selbständige, die Umsatzeinbussen erfahren haben, jedoch nicht direkt von einer Zwangsschliessung oder einem Veranstaltungsverbot betroffen waren, Erwerbsersatzgelder beantragen können. Wir haben die wichtigsten Änderungen zusammengefasst:

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Notverordnung bis Ende 2021 verlängert
Am Mittwoch, dem 16.09.20, wäre die 6-monatige Frist der Erwerbsausfall-Unterstützung für Selbständige ausgelaufen. Unternehemen, die von Zwangsschliessung oder Veranstaltungsverboten betroffen sind, können diesen Erwerbsansatz neu noch bis Ende 2021 beantragen. Der Antrag kann ab dem 17.09. eingereicht werden. 

Die Eckdaten:

  • rund 160'000 Unternehmen wurden bereits unterstützt
  • bisher ca. 1.6 Mrd. CHF ausgezahlt 
  • Maximalansatz liegt bei 196 CHF pro Tag

Die Corona-Erwerbsersatzentschädigungen, die ab dem 17.09.20 beantragt werden können, werden über die jeweiligen AHV-Ausgleichskassen abgerechnet. Falls Ihre Ausgleichskasse kein eigenes Formular hat, können Sie dieses nutzen:
https://www.ahv-iv.ch/de/Corona
 

Kreis der Unterstützungsberechtigten erweitert
Neu wurde vom Parlament beschlossen, dass Unternehmen, die nicht direkt von Zwangsschliessungen oder Veranstaltugnsverboten betroffen sind, auch die Möglichkeit haben, Unterstützungsgelder zu beziehen. Diese zusätzlichen Anpassungen wurden vom Parlament festgehalten:

  • Der Jahresumsatz 2020 muss mind. 60% unter dem Durschnittswert der Jahre 2015-2019 liegen. Diese Prozentzahl wurde vom Ständerat so definiert, der Nationalrat hat bisher noch keine genannt.
  • Zur Diskussions steht noch, ob Inhaber einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft als arbeitgeberähnliche Angestellte auch Anspruch auf Erwerbsersatzzahlungen erhalten sollen oder nicht. Dieser Punkt wurde noch nicht endgültig geklärt.
  • Die Änderungen sollten auch ab dem 17.09.20 in Kraft treten, jedoch wird die Umsetzung noch etwas Geduld erfordern, unter anderem aufgrund des Jahresumsatzes, der als Hauptkriterium dient. 


Direktzahlungen für besondere Härtefälle in Aussicht
Unternehmen aus der Veranstaltungs- und Tourismusbranche, Reisebüros oder Schausteller*innen gehören zu Unternehmen, die besonders unter den Coronamassnahmen leiden. Hier soll eine direkte finanzielle Unterstützung in Form von Darlehen oder Direktzahlungen für Betriebskosten möglich sein. Die Kantone bestimmen, welche Fälle als Härtefälle anzusehen sind und beteiligt sich rund zur Hälfte an den Kosten. Die zweite Hälfte wird vom Bund übernommen. Ein definitiver Entscheid soll im Dezember gefällt werden. 


Aktuelle Bestimmungen für Kurzarbeitsgelder und Überbrückungskredite

  • Die Bezugsdauer der ordentlichen Kurzarbeit wurde im Juli 2020 bereits von 12 auf 18 Monate verlängert, somit kann bis Ende 2021 Kurzarbeitsgeld bezogen werden. Das erleichterte Verfahren gilt noch bis Ende 2020.
  • Von dem 40 Mrd. CHF-Budget für Überbrückungskredite an Klein- und Mittelunternehmen, wurden ca. 17 Mrd. CHF effektiv vergeben. Von nun an sollen die Unternehmen die laufenden Kredite zusätzlich auch für Neuinvestitionen und weitere Ausgaben nutzen und nicht mehr nur für akute Betriebskosten. Das Kreditangebot ist Ende Juli ausgelaufen. Es steht jedoch noch nicht fest, ob auch hier eine Verlängerung genehmigt wird.
     

Hier finden Sie die Links zur Medienmitteilung des Bundesrats und zur Covid-19-Verordnung:

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