Was bedeutet die neue Covid App für Arbeitgeber und -nehmer?

Am 25. Juni geht die SwissCovid App für die breite Bevölkerung live. Der Bund will damit erreichen, dass die Übertragungskette im Falle einer Corona-Infektion sofort gestoppt werden kann. Doch was bedeutet das nun für Arbeitgeber und -nehmer? Was wenn z.B. ein Arbeitnehmer mit einer infizierten Person in Kontakt war? 
 

Wie funktioniert die SwissCovid App und für wen ist sie gedacht?

Die SwissCovid App ist eine Tracing-App, die über Bluetooth den physischen und zeitlichen Kontakt zu anderen Personen bzw. deren Smartphones misst. Sie misst konkret, ob ein enger Kontakt von weniger als 1.5 Metern und dies für mindestens 15 Minuten über den ganzen Tag bestand. 

Wird bei einer Person eine Infektion bestätigt, erhält diese einen sogenannte Covidcode von den kantonalen Behörden. Mit diesem kann sie via App diejenigen Personen informieren, die während der kritischen Ansteckungszeit engen Kontakt mit ihr hatten. Dieses System dient auch dazu, Missbrauch zu verhindern. Die Benachrichtigung geschieht anschliessend anonym und automatisch. 

Der Download und die Nutzung der App ist freiwillig und kostenlos. Der Bund hofft auf Solidarität und möglichst viele Downloads
 

Ist die App wirklich anonym? 

Die gesammelten Daten der App werden nur lokal auf dem Smartphone gespeichert. Der Bund betont, dass es keine zentralen Speicherorte oder Server gibt. Die App generiert verschlüsselte IDs, lange, zufällige Zeichenkombinationen, welche über Bluetooth übermittelt werden. Somit können auch keine Personen- oder Ortungsdaten übermittelt und rekonstruiert werden. Es ist nicht möglich, herauszufinden, welche Personen mit dem Virus infiziert sind. Die automatisch generierten Prüfnummern werden nach zwei Wochen vom Gerät gelöscht. 
 

Was passiert, wenn Kontakt zu einer infizierten Person bestand? 

In diesem Fall erfolgt eine automatische und anonyme Benachrichtigung. Die benachrichtigten Personen werden gebeten, die Informationshotline “Infoline SwissCovid” anzurufen. Diese ist in der App vermerkt und berät zu den weiteren Schritten. Der Bund versichert, dass die Privatsphäre stets gewahrt bleibt. Die Infoline Mitarbeiter können z.B. den Corona-Test oder Selbstisolation empfehlen. Ein Zwang besteht nicht. 
 

Kann ich als Arbeitgeber meinen Arbeitnehmern die Nutzung der App vorschreiben oder verbieten?

Nein, der Entscheid, ob die App verwendet wird, ist freiwillig und Privatsache. Der Arbeitnehmer muss auch keine Auskunft geben, ob er die App verwendet. Aus der Verwendung dürfen ihm keine Vor- oder Nachteile entstehen.


Muss ich als Arbeitgeber den Lohn fortzahlen, wenn sich mein Arbeitnehmer freiwillig in Quarantäne begibt? 

Nein, eine freiwillige Quarantäne ist Entscheidung des Arbeitnehmers, auch wenn eine Benachrichtigung über die App erfolgt. Der Arbeitgeber ist in diesem Fall nicht zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Es besteht dann auch kein Anrecht auf Corona-Erwerbsersatz.

Anders sieht es aus, wenn sich der Arbeitnehmer aufgrund der App-Warnung bei der Infohotline meldet und testen lässt. Wenn dann eine Quarantäne behördlich angeordnet wird, besteht das Recht auf Lohnfortzahlung bzw. Erwerbsersatz. (siehe nächste Frage). Die Tests werden übrigens neu vom Bund bezahlt. Damit soll garantiert werden, dass jede Ansteckung entdeckt werden kann.

Der Bund empfiehlt allerdings bei einer Meldung über eine mögliche Ansteckung eine 10-tägige Selbstisolation bzw. den Kontakt zu anderen zu meiden. Wir empfehlen deshalb, die Mitarbeiter in so einem Fall im Home Office arbeiten zu lassen, um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden. 
 

Wer zahlt, wenn eine Quarantäne behördlich verordnet wurde?

Eine ärztlich oder behördlich angeordnete Quarantäne verpflichtet den Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung. Auch Personen, die unter die Corona-Erwerbsersatz-Massnahme fallen, haben bei einer verordneten Quarantäne Anrecht auf diesen. Dazu gehören: 

  • Selbstständige, die durch die Quarantäne nicht arbeiten können
  • Eltern, die ihre kranken Kinder betreuen müssen
  • Selbstständigerwerbende KünstlerInnen, deren Anlässe annulliert werden müssen

Der Schweizerische Arbeitgeberverband arbeitet derzeit an einer Lösung, die nicht zulasten der Arbeitgeber geht. Konkret wird eine Lohnersatzlösung über die Erwerbsersatzordnung gefordert.


Die Antworten auf weitere häufige Fragen finden Sie auf der FAQ Seite des BAG. 
 

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