Die Rückkehr aus dem Home Office – darauf sollten Sie achten

Nach dem ersten Abflachen der Ansteckungen in der Schweiz werden nun schrittweise Lockerungen veranlasst. Dies bedeutet auch für viele Unternehmen die teilweise Rückkehr der Mitarbeiter aus dem Home Office ins Büro. Doch damit sind auch einige Hürden verbunden, nicht zuletzt durch die nach wie vor wichtigen Sicherheitsvorschriften, die eingehalten werden müssen.

Buero

Zurück ins Büro – Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Viele MitarbeiterInnen haben sich nach der anfänglichen Umstellung ans Home Office gewöhnt und Vorteile wie den Wegfall des Arbeitswegs, weniger Ablenkung durch Kolleginnen und Kollegen oder flexiblere Arbeitszeiten schätzen gelernt. Auch geben einige an, im Home Office ebenso produktiv, wenn nicht noch produktiver, zu sein als im Büro. Für viele ist das Home Office unerwartet zu einer beliebten Alternative geworden. Auch in Bezug auf die Ansteckungsgefahr ist das Home Office noch immer die sicherste Möglichkeit. Neben den Kontakten am Arbeitsplatz werden durch das Arbeiten zuhause auch das Pendeln oder den Restaurantbesuch am Mittag vermieden.

Andererseits fehlen die informellen Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen. Auch virtuelle Pausen-Meetings vermögen die persönlichen Gespräche oft nicht zu ersetzen. Die Mitarbeiter sollen sich nicht gänzlich aus den Augen verlieren und der Zusammenhalt im Team kann am Arbeitsplatz wieder stärker gefördert werden. Dazu kommt, dass sich einige zuhause isoliert fühlen und sich wünschen, wieder vermehrt im Büro arbeiten zu können.

Vermutlich ist Home Office oder Büro auch eine Frage der individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden. Wer die Möglichkeit hat, kann seinen Angestellten auch die Wahl zwischen Büro und Home Office lassen. Auch Mischformen sind beliebt und eignen sich besonders für den Wiedereinstieg.


So könnte die erfolgreiche Rückkehr ins Büro aussehen

Um sowohl Angestellte als auch Führungskräfte nicht zu überlasten, ist eine schrittweise Rückkehr aus dem Homeoffice sinnvoll. So kann ausserdem sichergestellt werden, dass die entsprechenden Abstände eingehalten werden.

Split Office: Die Methode des Split Office wurde besonders zu Beginn der Pandemie von vielen Grossunternehmen gewählt. Dabei bleibt die Hälfte des Teams jeweils eine Woche im Home Office, die andere Hälfte arbeitet im Büro – danach wird gewechselt. Vorteile sind mehr Platz und im Falle eines Krankheitsfalls im Team wäre nur die Hälfte von einer allfälligen Quarantäne betroffen.

Voranmeldung (via Tool, Arbeitsplan): Eine weitere Lösung ist eine obligatorische Anmeldung für diejenigen, die im Büro arbeiten möchten. Dies kann via dafür vorgesehene Reservationstools oder aber, bei kleineren Unternehmen, mittels Eintragen in einen Dienstplan geregelt werden. Die maximale Anzahl an Mitarbeitenden kann so beschränkt werden, um genügend Platz im Büro sicherstellen zu können. So sind Mitarbeitende freier und können selbst entscheiden, ob sie weiter von zuhause oder lieber im Büro arbeiten möchten.
 

Vorsichtsmassnahmen im Büro

Auch wenn nur ein Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder im Büro arbeitet, ist es dennoch wichtig, sich an die Abstandsregeln und Sicherheitsvorschriften zu halten. Den Mitarbeitenden kann beispielsweise Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden, um Hände sowie Tastaturen oder Headsets regelmässig zu desinfizieren.

Umnutzung von Räumen: Ist im Büro zu wenig Platz vorhanden, um die nötigen Abstände einhalten zu können, gibt es möglicherweise Meetingräume, welche zu Arbeitsplätzen umfunktioniert werden können.

Schutzwände: Besonders in Grossraumbüros ist es zusätzlich zu einem genügend grossen Abstand sinnvoll, Schutzwände (z.B. aus Plexiglas) aufzustellen, um die Mitarbeitenden zusätzlich voneinander abzuschirmen und das Risiko einer möglichen Krankheitsübertragung zu minimieren.

Abstand und Zeitbegrenzungen: In Meetings ist es ebenfalls wichtig, dass die Abstände eingehalten werden. Allenfalls können auch im Büro verschiedene Räume und Videotools für Besprechungen genutzt werden. Auch die Sitzungsdauer einzuschränken, kann allenfalls eine sinnvolle Massnahme sein, um möglichst wenig Zeit auf engem Raum zu verbringen.


Mit Home Office weiterfahren – Tipps damit sich die Mitarbeiter wohl fühlen

Neben der passenden Infrastruktur inkl. Zugang zu digitalen Tools ist es auch wichtig, dass im Home Office die sozialen Interaktionen nicht komplett verloren gehen. Ein regelmässiger, informeller Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist wichtig, damit sich die Mitarbeitenden weniger isoliert fühlen.

Längerfristig kommen auch Fragen zur Finanzierung auf. Das Home Office erhöht den Stromverbrauch der Mitarbeitenden und viele nutzen auch private Geräte wie Laptop oder Telefon. Arbeitgebende können sich an den Zusatzkosten ihrer Angestellten beteiligen und beispielsweise Druckkosten übernehmen oder Mobiltelefone oder Monitore zur Verfügung stellen.

Gute Kompromisslösungen und ein wenig Kreativität sind in nächster Zeit gefragt, wenn es um den Arbeitsplatz geht. Eine übereilte Rückkehr ins Büro bringt Stress für Mitarbeitende und Führungskräfte und gefährdet die Gesundheit. Vieles aus den vergangen Monaten hat den Arbeitsalltag auch positiv verändert und kann in Zukunft teilweise beibehalten werden.
 

zurück