Motivation für Freelancer – So gelingt der Alltag

Freelancer haben im Unterschied zu Festangestellten keine geregelten Arbeitszeiten und müssen sich ihre Ziele selber vorgeben. Dabei kann es phasenweise durchaus schwerfallen, ausreichend Motivation zu finden. Um eine solche Krise zu vermeiden oder abzuwenden, können einige Faktoren im Alltag eine grössere Hilfe sein, als es auf den ersten Blick scheint. Welche das sind, erklärt dieser Beitrag. 

Freelancer

Euphorie des Anfangs beibehalten

Die meisten Freelancer üben ihre Tätigkeit aus Leidenschaft für die Sache oder einem Drang nach beruflicher Freiheit und Unabhängigkeit aus. Gerade in der Frühphase der freiberuflichen Selbstständigkeit ist daher oft ein besonders hoher Tatendrang im Alltag durchaus gängig. 

Mit der Zeit lässt dieser intensive Workflow durch den Gewöhnungseffekt und andere Faktoren leider nach. In solchen Situationen kann es helfen, sich bewusst zu machen, warum und aus welcher Leidenschaft heraus die Tätigkeit als Freelancer begonnen wurde. 

Zudem gibt es verschiedene psychologische Strategien, Emotionen wie Euphorie zu konservieren. Hierbei können Sie sich zum Beispiel an Details Ihrer Anfangszeit erinnern und sich diese positiven Bilder immer wieder konzentriert ins Gedächtnis rufen.  

Schlussendlich können Sie sich jederzeit bewusst machen, welche Hürden Sie am Anfang überwinden mussten, um überhaupt als Freelancer starten zu können. Dazu gehörten neben der Erschaffung eines Plans für Ihr Business auch die entsprechende Anmeldung und andere organisatorische Aufgaben. Diese Anstrengungen sollten nicht umsonst gewesen sein, oder?

Um dies zu erreichen, können Sie jeden Tag mit viel Elan an Ihre Arbeit gehen. Eine Rückbesinnung auf den Start des Freelancerlebens kann also auch in Kombination mit dem Bewusstmachen möglicher negativer Konsequenzen eines Scheiterns motivationssteigernd wirken. 


Motivation durch das Umfeld

Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht alleine sind. Jeder Mensch hat ein Umfeld, das in schwierigen Phasen unterstützen kann. Vielleicht haben in diesen Situationen Ihre Freunde oder Ihre Familie auch Ideen, wie Sie Ihr Geschäft wieder voranbringen können? Ein solch neuer Input von aussen kann wahre Wunder wirken. 

Doch nicht nur durch aktive Hilfe, auch durch das blosse Vorhandensein können Familie und Freunde motivieren. Um sich dies im Alltag bewusst zu machen, ist es sinnvoll, das nahe Umfeld im übertragenen Sinne jederzeit bei sich zu haben. So können Fotos auf verschiedene Weisen, beispielsweise in Form eines selbst zusammengestellten Kalenders, Teil des Büroinventars werden. Neben den gängigeren Wandkalendern gibt es zudem Varianten für den Schreibtisch. 

Ein solches Gimmick hat gegenüber einem einzelnen aufgestellten Foto vor allem einen Vorteil: Das Bild nutzt sich für das Auge nicht ab. So bringt jeden Monat ein anderes Fotomotiv des engsten Umfeldes ein Stück Motivation zurück. 

Neben dem privaten Umfeld spielen natürlich die beruflichen Kontakte ebenfalls eine Rolle. Diese sind bei Freelancern aufgrund der Natur einer Solo-Selbstständigkeit grundsätzlich eher begrenzt. Allerdings gibt es auch für Freiberufler umfassende Möglichkeiten, ein Netzwerk aufzubauen. Alleine die Sicherheit, die solche Kontakte mit sich bringen, kann im Alltag einen Motivationsschub bewirken. 


Zielstrebig bleiben Ziele

Um die Motivation nicht zu verlieren, ist die Konzentration auf die Inhaltlichen wie auch monetären Ziele unabdingbar. Dabei 
kommt unter anderem darauf an, zeitlich gut zu planen sowie kurzfristige von langfristigen Zielen zu unterscheiden und auf verschiedene Weisen anzugehen.

Absichten strukturieren

Um die Motivation für die Erreichung eines Vorsatzes zu behalten, sollte dieser nicht nur inhaltlich, sondern auch zeitlich definiert werden. Der Druck einer selbst gesetzten Frist kann sich durchaus positiv auswirken. Andererseits macht es Sinn, die Zeitplanung frühzeitig und gut strukturiert festzulegen, um den Stress nicht zu gross werden zu lassen. 

Denn dies könnte dazu führen, aufgrund der gefühlten oder realen Unmöglichkeit einer Zielerreichung den Antrieb zu verlieren. Die Zeitplanung bei einem Projekt ist dabei oft leichter als gedacht: Schliesslich ist dieses Vorgehen auch in anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel einem Studium gefragt. So können bereits zuvor erlernte Strukturen auch in den Alltag als Freelancer übernommen werden. 

Kurzfristige Ziele

Kurzfristige Ziele sollten in einem erreichbaren Rahmen gesetzt werden. Die Vorteile sind vielschichtig. Einerseits besteht so die Möglichkeit, besonders strukturiert vorzugehen, da bei der konkreten Abarbeitung der Ziele oder der Notwendigkeit eines Nachbesserns auf diese Weise ein guter Überblick herrscht und keine Überforderung auftritt. Zudem steigert die Strategie die Motivation: Durch eine leichte Erreichbarkeit ist der Drang, ein Ziel umzusetzen, ungleich höher. 

Des Weiteren macht es bei der Planung der Ziele Sinn, nicht alles auf einmal zu erledigen, sondern etappenweise vorzugehen. So werden Sie nicht von Ihren eigenen Aufgaben "erschlagen", und laufen auch nicht Gefahr, durch solch eine Überlastung die Motivation zu verlieren. 

Langfristige Vorhaben

Die dauerhaften Zielsetzungen sollten Sie ambitionierter planen. Denn hier finden Sie die Antwort auf die im Alltag durchaus auftretende Frage: "Warum mache ich das eigentlich?". Ziellosigkeit kann, gerade in Kombination mit einem nicht in starren Bahnen laufenden Arbeitsalltag, desaströse Auswirkungen auf die Ergebnisse und die Motivation haben. 

Daher ist es sinnvoll, langfristig gesehen hohe Ziele anzuvisieren und diese bei der Umsetzung jedes kleineren Schrittes nicht aus den Augen zu verlieren. So bleibt die Motivation, am Ende durch eine Folge des Erreichens von vielen kleinen Zielen etwas Grosses zu schaffen, jederzeit bestehen. 


Erfolg und Misserfolg richtig behandeln 

Erfolge und Misserfolge sind Teil des Alltags eines jeden Berufstätigen. Gerade für Freelancer ist es aufgrund der oft hohen Anforderungen bezüglich der Kundenbindung und Arbeitsleistung zur Sicherung der Existenz unabdingbar, mit solchen Erlebnissen richtig umzugehen. 

Misserfolge ins Positive umkehren

Hin und wieder müssen leider Misserfolge verarbeitet werden. Dies geht allen Menschen so und ist nichts Unnatürliches. Zudem gibt es eine ganze Reihe an sinnvollen Strategien, mit Fehlschlägen und Enttäuschungen umzugehen. 

Was aber können Misserfolge zur Motivation beitragen? Hierauf gibt es zwei Antworten: Einerseits kann aus Fehlern gelernt werden. Mit der Zeit haben Sie so ein immer besseres Gefühl dafür, welches weniger zielführende Handeln zu vermeiden ist. Misserfolge bringen Vorteile mit sich, und allein das ist Grund genug, sich nicht von einem Fehlschlag abschrecken oder demotivieren zu lassen. 

Zum Zweiten können sie auch abseits eines inhaltlichen und faktischen Lerneffekts motivieren, die entsprechende Aufgabe beim nächsten Mal besser zu bewältigen. Gerade um Ihren eigenen Ansprüchen an sich selbst gerecht zu werden, ist diese Strategie eine grosse Hilfe. 

Erfolge bewusst machen

Ebenfalls unabdingbar für die tägliche Motivation ist es für einen Freiberufler, sich die eigenen Erfolge bewusst zu machen. Diese sind, in hohem oder teils auch zunächst geringeren Ausmass, bei nahezu jedem Freiberufler von Anfang an vorhanden. Oft gehen die Errungenschaften und positiven Entwicklungen im Alltag unter oder werden nicht als so prägend wahrgenommen, wie sie sich in der Realität darstellen. 

Daher macht es eventuell Sinn, die eigenen Erfolge in Form eines Tagebuches oder auch auf anderen individuelle Weisen festzuhalten. So können die gelungenen Aufträge jederzeit wieder ins Gedächtnis gerufen werden und besonders in schwierigeren Phasen eine hochmotivierende Wirkung haben. Frei nach dem Motto: Warum sollte das nicht noch einmal so gut funktionieren?


Gesunder Körper, gesunder Geist Sport

Auch ausserhalb der eigentlichen Arbeitszeit kann vieles für die eigene Motivation unternommen werden. Vor allem die körperliche Fitness spielt dabei eine grosse Rolle. Diese wirkt sich oft deutlich auf die Arbeitsleistung der jeweiligen Person aus.

Je fitter sie sind, umso mehr schaffen Sie, desto motivierter sind Sie, noch mehr zu schaffen. Dieser Kreislauf lässt sich immer weiter Fortsetzen und führt dazu, dass Sie aus wachsendem Erfolg zunehmend mehr Motivation ziehen können. 

Die sportliche Betätigung selbst trainiert ebenfalls Motivationsfähigkeit. Denn auch in diesem Lebensbereich werden Sie sich Ziele setzen. Erreichen Sie diese, spüren Sie, dass die Anstrengung sich lohnt und haben ebenfalls mehr Elan für das nächste Ziel. 


Fazit

Um als Freelancer ohne die üblichen "Leitplanken" eines Angestelltenverhältnisses nicht die Motivation zu verlieren, ist vor allem eine solide, sich durch alle Aspekte des Alltags ziehende Struktur von enormer Relevanz. Ein regelmässiger Fokus auf die Gründe für den Beginn der Tätigkeit, die langfristigen Vorhaben sowie ein Besinnen auf bereits erreichte Erfolge sind ebenfalls eine grosse Hilfe. Schlussendlich sollte jeder Freelancer aus diesen sowie weiteren, individuellen Faktoren selbst eine Art Motivationsplan zusammenstellen. 

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