Crowdlending & Crowdfunding, was hat es damit auf sich?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Projekt oder ein Startup zu finanzieren. Die bekannteste Variante ist die Suche nach passenden Investoren im Austausch gegen Unternehmensanteile. Daneben gibt es weitere Finanzierungsoptionen, die sich je nach Projekt für ein Unternehmen besser eignen könnten. Crowdfunding und Crowdlending sind zwei eher unbekannte Varianten, die Sie nicht einmal Unternehmensanteile kosten. Doch was steckt genau hinter diesen Begriffen?

Wasser aus Springbrunnen


Crowdfunding vs. Crowdlending – Das ist der Unterschied

Sowohl Crowdfunding als auch Crowdlending sind moderne Möglichkeiten, Kapital für sein Unternehmen oder Projekt zu erhalten, ohne den Weg über die Bank zu gehen. In der Schweiz haben sich zu diesem Zweck einige Crowdfunding- und -lending-Plattformen etabliert. Privatpersonen und Unternehmen können auf diesen einen Beitrag an ein Unternehmen leisten, das sie unterstützen möchten. Mit einer Kampagne auf der jeweiligen Plattform werben Sie für die Unterstützung Ihres Projektes. Dabei gibt es aber einige Unterschiede:

Crowdfunding-Plattformen ermöglichen Privatpersonen, sich für eine kleine Gegenleistung an einem Projekt zu Beteiligen. Die Gegenleistung für Beiträge beim Crowdfunding variiert von Projekt zu Projekt und sie hängen vom Projektleiter ab. Der Kreativität sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt. Der Projektleiter kann ein Produkt resp. eine Dienstleistung aus dem finanzierten Projekt oder auch ein Abendessen mit den Firmengründern als Belohnung anbieten, abhängig von der Höhe der Spende. Die Spenden müssen im Anschluss nicht zurückgezahlt werden, einzig die Belohnungen für die Spender sind bei einer erfolgreichen Projektfinanzierung verpflichtend für den Projektleiter.

Crowdlending-Plattformen sind ähnlich aufgebaut wie beim Crowdfunding. Der Unterschied ist, dass die Privatpersonen ihre Beiträge mit Zinsen zurückerhalten. Es gibt beim Crowdlending also keine Belohnungen, sondern die gesammelten Beiträge bilden zusammen einen Kredit für den Unternehmer. Dieser muss die Beiträge in einem festgelegten Zeitraum zu einem vordefinierten Zinssatz zurückzahlen.


Wann eignet sich welche Finanzierungsform?

Eine Crowdfunding-Kampagne eignet sich am besten, wenn Sie…

  • vor allem Privatpersonen ansprechen wollen.
  • eine grosse Zielgruppe haben.
  • mit Ihrem Projekt für viele Menschen einen Mehrwert schaffen.
  • mit den angebotenen Belohnungen für Spender genügend Anreize schaffen können.
  • Ihr Projekt viele Menschen inspiriert und dazu anregt, Ihre Vision zu teilen.
     

Eine Crowdlending-Kampagne eignet sich gut, wenn Sie…

  • eine AG oder GmbH haben und den Kredit über diese laufen lassen.
  • vor allem gewinnorientierte Projekte finanzieren wollen.
  • eher Firmenkunden als Privatkunden ansprechen wollen.
  • eher eine kleine Zielgruppe haben.
  • in höchst spezialisierten Branchen unterwegs sind.
  • eher mit Zahlen sowie bereits erzielten Erfolgen und einer guten Bonität überzeugen, anstatt mit Ideen und Visionen.
  • genügend Garantien dafür haben, dass der Kredit vollumfänglich inkl. Zins zurückgezahlt werden kann.


Fazit

Ob sich nun Crowdfunding oder Crowdlending für Ihr Projekt eignet, hängt auch davon ab, welche Zielgruppe sich auf welcher Plattform bewegt. Auf Crowdfunding-Plattformen verkehren eher Privatpersonen, die kreative Visionen unterstützen und gute Belohnungen ergattern wollen, zu denen sie einen persönlichen Bezug haben. Crowdlending-Plattformen werden hingegen von profitorientierten Personen und Unternehmen besucht, die durch bisherige Erfolge und eine gute Bonität überzeugt werden wollen. 

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