Worauf Sie bei der Unternehmensnachfolge achten müssen

Zehntausende Schweizer KMUs sind gezwungen, in den nächsten Jahren ihre Nachfolge zu regeln. Mit Unternehmensnachfolge ist der Prozess des Überführens von Verantwortung (Führung und
Kapital) auf die nachfolgende Firmengeneration gemeint.

Dabei kommen in der Regel drei mögliche Varianten in Frage:

  • Familieninterne Lösung
  • Verkauf an Dritte
  • Mischformen (Fremdmanagement, Management Buyout, Öffnung Aktionariat, Liquidation etc.)

Nachfolgereglungen sind so individuell und komplex wie die einzelnen Unternehmen, die dahinter stehen. Käufer und Verkäufer verfolgen unterschiedliche Interessen und sehen eine Unternehmenstransaktion aus verschiedenen Perspektiven. Nachfolgeregelungen stellen hohe Anforderungen in allen Transaktionsphasen und setzen integrales Wissen voraus.

Wie geht man einen solchen Prozess an? Wie finden verkaufswillige Firmeninhaber den richtigen Käufer?  Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Vertraulichkeit während der Abwicklung zu gewährleisten?
Was ist eine realistische Bewertung? Wie ist eine zielorientierte Verhandlungsführung zu bewerkstelligen? Welches sind mögliche 'Dealbreaker'?
Diese und weitere Fragen stellen sich Unternehmerinnen und Unternehmern im Rahmen einer Nachfolgeregelung.

Vorbereitung

Die Vorbereitungsphase bildet die Basis für den weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses. In dieser Phase werden die Weichen für die Planung gestellt, Strategieoptionen evaluiert und Käufer auf ihre Potenziale hin untersucht. Dabei werden folgende Schritte in Angriff genommen:

  • Erarbeiten eines aussagekräftigen Firmenprofils 
  • Erstellen einer Unternehmensdokumentation
  • Bereinigung der Finanzdaten
Wertüberlegung

Die Wahl der richtigen Bewertungsmethodik und die Ermittlung von Wertebandbreiten dienen als Basis für die Verhandlungen. Dabei gilt es nicht, den absolut richtigen Wert zu finden. Unternehmenswerte stellen keine rein objektiven Werte dar, sondern beruhen vielmehr auf subjektiv festgelegten Annahmen. Es geht darum, eine Wertebandbreite zu bestimmen, welche sich jederzeit plausibilisieren und kommunizieren lässt.

Um aussagekräftige Wertüberlegungen, unabhängig von der gewählten Methode, durchführen zu können, sind einige zentrale Elemente zu beachten:

  • Bereinigung der Jahresrechnungen
  • Wertüberlegungen mit Methodenmix
  • Vergleich und Interpretation der Resultate
Steuerliche Aspekte

Die Gesetzgebung im Bereich der Unternehmensbesteuerung ist komplex und unterliegt einem permanenten Wandel. Den Eigenheiten und Vor- und Nachteilen verschiedener Gesellschaftsformen sowie den zur Verfügung stehenden Transaktionsmöglichkeiten ist früh genug Beachtung zu schenken, um steuerliche Überraschungen zu vermeiden. Dabei sind auch andere Überlegungen wie die persönliche Vorsorge und güter- und erbrechtliche Aspekte in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen.

Rechtliche Aspekte

Jede Unternehmenstransaktion ist so einzigartig wie das damit verkaufte Unternehmen. Jede Transaktion beinhaltet Herausforderungen, die zwingend einer Einzelfallbetrachtung bedürfen. Dieser Umstand spiegelt sich, wenn es um die Erstellung des Vertragswerks geht. Dabei ist entscheidend, dass den individuellen Umständen Rechnung getragen wird.

Due Diligence

Die Due Diligence ist die Prüfung der wesentlichen Risiken und Chancen eines Unternehmens im Rahmen einer Firmentransaktion. Dabei hat die Verkäuferseite einen Informationsvorsprung gegenüber der Käuferseite hinsichtlich des Transaktionsobjekts. Die Verkäufer kennen das Unternehmen und dessen interne Abläufe und können die Entwicklung besser abschätzen. Die potenziellen Käufer versuchen, während der Due Diligence möglichst viel über das Unternehmen zu erfahren und den Informationsrückstand auszugleichen. Die Due Diligence hat folgende Ziele:

  • Informationsoffenlegung / Beweissicherung
  • Analyse von potenziellen Risiken und Chancen
  • Erarbeiten von Bewertungsgrundlagen
Verkaufsverhandlungen

Die Preis- und Vertragsverhandlungen verlangen ausserordentliches Fingerspitzengefühl. Viele Transaktionen scheitern, wenn Missverständnisse, falscher Stolz oder emotionale Bindungen den Deal gefährden. Die Art der Kommunikation, das Verhandlungsgeschick und gegenseitiger Respekt begünstigen eine Vertragsunterzeichnung.

Nachbetreuung

Mit der Vertragsunterzeichnung bzw. dem späteren Vollzug ist der Verkauf keineswegs abgeschlossen. Der Verkäufer kann noch über Garantien oder Verpflichtungen, im Zusammenhang mit der
Einarbeitung des neuen Eigentümers, mit der Firma verbunden sein, während für den Käufer die Integration beginnt. Eine zielgerichtete und transparente Kommunikation mit Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten, Behörden und Banken sollte nach dem Vollzug koordiniert und in gegenseitiger Absprache gemeinsam angegangen werden.

Die erfahrenen Beraterinnen und Berater von Kendris gehen professionell vor. Sie definieren kritische Fragen, entscheidende Erfolgsfaktoren und steuern den Verhandlungs-/Verkaufsprozess mit Blick auf psychologische und emotionale Aspekte. Damit können Chancen genutzt, Risiken minimiert und unnötige Experimente, die mit viel Geld und Zeit verbunden sind, vermieden werden.

Kevin Dietiker KENDRIS AG
Mühlemattstrasse 56
5001 Aarau
058 450 58 54
www.kendris.com
Kevin Dietiker ist Partner bei der KENDRIS AG sowie der Leiter der Abteilung Accounting und Outsourcing am Standort Aarau.
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