Bereit für das neue Rechnungslegungsrecht?

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Das neue Jahr bringt nicht nur gute Vorsätze, sondern auch ein neues Rechnungslegungsrecht mit sich. Dieses gilt für KMUs ab dem 1. Januar 2015. Grössere Konzerne sind von der Umstellung erst ab 2016 betroffen.

Die neuen Richtlinien sind rechtsformneutral, das heisst, alle Gesellschaftsformen müssen sich zukünftig an die Anpassungen halten, unabhängig von der Eintragungspflicht im Handelsregister und der Rechtsform.

 

Betreffen die Anpassungen mein Unternehmen?

Zur Buchführung und Rechnungslegung nach neuer Norm sind sämtliche juristische Personen sowie Einzelunternehmen und Personengesellschaften verpflichtet, die einen Umsatz von mindestens 500'000 CHF erwirtschaften. Folgende Gesellschaften müssen sich an die neuen Richtlinien halten:

 

Gesellschaften mit ...

  • einer Bilanzsumme bis 20 Mio. CHF.
  • einem Umsatz von 500'000 - 40 Mio. CHF.
  • und einer Mitarbeiteranzahl bis 250.
  • Die eingeschränkte Revision muss durchgeführt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit der Opting out.


Gesellschaften mit...

  • einer Bilanzsumme ab 20 Mio. CHF.
  • einem Umsatz ab 40 Mio. CHF.
  • sowie einer Mitarbeiteranzahl über 250 .
  • Es besteht die ordentliche Revisionstellenpflicht.
  • Ausserdem müssen zusätzliche Berichtspflichten (z.B. Lagebericht) angegeben werden.


Börsenkotierte Gesellschaften, Grossgenossenschaften (mind. 2'000 G.), Stiftungen mit einer ordentlichen Revision:

  • Die ordentliche Revision muss durch ein staatlich beaufsichtiges Revisionsunternehmen erfolgen.
  • Für die Rechnungslegung müssen anerkannte Regelwerke, wie beispielsweise der IFRS, angewendet werden.
 
Einschneidende Veränderungen?

Gravierende Änderungen gegenüber den bisherigen Richtlinien bleiben aus. Die neuen Normen halten nach wie vor an den stillen Reserven und am steuerlichen Massgeblichkeitsprinzip fest. Die Pflicht zur Buchführung und der Rechnungslegung ist neu von der wirtschaftlichen Bedeutung eines Unternehmens abhängig und nicht mehr von der entsprechenden Rechtsform.

Weitere Neuerungen:

  • Die Mindestgliederung der Bilanz und Erfolgsrechnung wird verfeinert. Einzelne Positionen müssen ausführlicher beschrieben werden. Beispiel: Kurzfristig gehaltene Aktiven werden neu unterteilt in Wertschriften mit Börsenkurs oder Wertschriften ohne Börsenkurs.
  • Der Mindestinhalt des Anhangs wird ausgeweitet. Der Anhang wird somit wichtiger. Bewertungsrichtlinien müssen offen gelegt werden.
  • Die Buchführung und Rechnungslegung kann neu in Schweizer Franken oder in einer Fremdwährung, die für die Geschäftstätigkeit entscheidend ist, angegeben werden. Wird für die Rechnungslegung nicht die Landeswährung verwendet, müssen die Werte noch in Schweizer Franken umgerechnet werden. Der Kurswert muss dabei stets vermerkt werden. Achtung: Kursdifferenzen werden als Kapitaleinbussen (Eigenkapital) und nicht als Währungsverluste in der Erfolgsrechnung aufgeführt.
  • Die Buchführung kann auf Englisch oder in einer anerkannten Landessprache erfolgen.
  • Grössere Unternehmen werden rechtlich dazu verpflichtet, eine Geldflussrechnung und einen Lagebericht zu publizieren.
  • Börsenkotierte Gesellschaften müssen neu noch zusätzlich einen Abschluss nach einem anerkannten Standard erstellen. Grossgenossenschaften (mit mehr als 2'000 Genossenschaftern) und ordentlich prüfpflichtige Stiftungen sind ebenfalls dazu verpflichtet. Anerkannte Regelwerke sind der IFRS, IPSAS, Swiss GAAP FER, US-GAAP und die Finma-Regularien.

 

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