Rechtsform

Damit Neugründer für Ihr KMU die ideale Rechtsform finden, sind im Vorfeld einige Fragen und Formalitäten zu klären.

Die drei beliebtesten Rechtsformen in der Schweiz sind:

  • GmbH
  • Einzelfirma
  • AG

​Eine GmbH wird in knapp 40% der Fälle gewählt. Auf dem zweiten und dritten Platz sind die Einzelfirma (ca. 28%) und die AG (26%). Die restlichen Prozente bilden die Kommandit- und Kollektivgesellschaften sowie Vereine und Genossenschaften. Weitere Fakten und Trends finden Sie auch in unserer Infografik für Neugründer.

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Einzelfirma – Unkomplizierter Gründungsprozess

Wer:

  • Kleinst- oder Kleinfirmen
  • Natürliche Person, die in eigenem Namen und unter eigener Verantwortung ein Unternehmen betreibt.

Vorteile:

  • Die unternehmerische Tätigkeit kann sofort aufgenommen werden.
  • Lediglich der Eintrag ins Handelsregister und die Buchführungspflicht sind ab 100’000 CHF gesetzlich vorgeschrieben.

Nachteile:

  • Haftung mit dem Privatvermögen.
  • Je nach Kanton keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung und keine Familienzulagen.
  • Begrenzte Freiheiten bei der Wahl des Firmennamens: Familienname muss zwingend integriert sein.

Gut zu wissen:

  • Die Anmeldung bei der SVA (Sozialversicherungsanstalt des Kantons) ist aufgrund der Beiträge an die AHV, IV und EO gesetzlich vorgeschrieben. 


GmbH – die beliebteste Rechtsform für KMU

Wer:

  • Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
  • Eine juristische Person zusammen, die mit der Gründungsversammlung vor dem Notar und dem Eintrag im Handelsregister entsteht (analog zu AG). Eine übersichtliche Checkliste für die nötigen formalen Aspekte finden Sie hier. 

Vorteile:

  • Im Vergleich zur AG tiefes Stammkapital von 20’000 CHF erforderlich
  • Haftung mit Gesellschaftsvermögen
  • Grosse Freiheiten bei Firmennamen, nur der Zusatz "GmbH" ist zwingend

Nachteile:

  • Buchführungspflicht
  • Ab 10 Vollzeitangestellten muss eine Revisionsstelle zur Überprüfung der Jahresrechnung angegeben werden. 
  • Separate Besteuerung, da sich die GmbH aus einer juristischen Person zusammensetzt. Unter Umständen hat das eine Doppelbesteuerung zur Folge: Macht die Gesellschaft Gewinn, bezahlt sie Ertragssteuern. Wird aus dem Gewinn eine Dividende ausgezahlt, hat man diese zusätzlich als persönliches Einkommen zu versteuern.

Gut zu wissen:


Aktiengesellschaft – Aufwändiger Gründungsprozess bei minimalem Risiko

Wer:

  • Sowohl Kleinfirmen als auch Grossfirmen
  • Mindestens ein Aktionär, wobei dies natürliche oder juristische Personen oder andere Handelsgesellschaften sein können. 

Vorteile:

  • Haftung ausschliesslich mit dem Gesellschaftsvermögen
  • Mehrere Partner können sich als Aktionäre beteiligen, die gegen aussen anonym bleiben.
  • Grosse Freiheiten bei der Namenswahl, lediglich der Zusatz “AG” ist vorgeschrieben.
  • Die Aktionäre können sich von der AG als Arbeitnehmer anstellen lassen und so einen normalen Lohn beziehen. Dabei profitieren sie v.a. von sozialversicherungsrechtlichen Arbeitnehmerrechten geniessen, wie etwa die obligatorische Unfallversicherung.

Nachteile:

  • Die Gründung der Aktiengesellschaft ist mit grossen Aufwand verbunden:
    • Die Gründungsversammlung der Aktionäre vor dem Notar ist dazu notwendig, ebenso der Eintrag im Handelsregister.
    • Hohe finanzielle Hürden: Ein Mindestkapital von 100’000 CHF ist nötig, davon muss die Hälfte, also 50’000 CHF vorab eingezahlt (liberiert) sein.

​​Gut zu wissen:

  • Bezüglich Buchführungspflicht, Revision und Doppelbesteuerung gelten die gleichen Gesetze wie bei der GmbH.

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