AG gründen in der Schweiz

Die Aktiengesellschaft (AG) gehört zu den beliebtesten Rechtsformen in der Schweiz. Zwar ist das Eigenkapital gegenüber einer GmbH um ein Vielfaches höher, dafür zeichnet sich eine AG durch eine höhere Kreditwürdigkeit aus und die Anonymität der Aktionäre ist möglich. Möchten Sie eine Aktiengesellschaft gründen? Hier finden Sie alles, was Sie über diese Unternehmensform wissen müssen.

Voraussetzungen für eine AG

Die wichtigsten Punkte zum Thema AG Gründung in der Schweiz sind: 

  • Mindestkapital: Mindestens 100’000 CHF sind als Kapital vorgeschrieben, wovon mindestens die Hälfte bei der Gründung einbezahlt werden muss. Es muss also nicht das ganze Aktienkapital von Anfang an einbezahlt (liberiert) werden.
  • Firmenname: Der Name kann frei gewählt werden, der jedoch den Zusatz AG tragen muss.
  • Verwaltungsrat und Aktionäre: Es muss mindestens eine Person als Aktionär und eine Person als Verwaltungsratsmitglied mit Wohnsitz in der Schweiz bestehen.
  • Revisionsstelle: Bei der Gründung muss eine Aktiengesellschaft eine staatlich zugelassene Revisionsstelle einsetzen. Eine AG kann sich aber auch von der eingeschränkten Revision befreien (Opting-out), sofern sämtliche Aktionäre / Gesellschafter dem Verzicht zustimmen (Art. 727a Abs. 2).


Was ist eine AG?

Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft, die eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzt. Vor allem für Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf eignet sich eine AG. Hierfür tun sich eine oder mehrere natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter zusammen und investieren ein bestimmtes Startkapital von mindestens 100’000 CHF. Davon können vorerst mindestens 50‘000 CHF einbezahlt und die restlichen 50’000 CHF allerspätestens bei der Liquidation oder im Falle eines Konkurses liberiert werden. Das Kapital muss man nicht zwingend in bar einzahlen – dieses kann auch mit Sacheinlagen (z.B. Immobilien) eingebracht werden. Auf den Firmennamen der AG muss ein Sperrkonto bei einer Schweizer Bank eröffnet werden. Auf das Geld kann man jedoch erst zugreifen, sobald die Publikation der Firmengründung im Schweizerischen Handelsamtsblatt angemeldet wurde. 


Aktiengesellschaft gründen in 12 Schritten

Die Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) erfolgt in mehreren Schritten. Damit Sie Ihre AG gründen können, haben wir für Sie alle wichtigen Schritte aufgelistet: 

  1. Firmennamen wählen und beim Handelsregisteramt abklären
  2. Gesellschaftssitz festlegen 
  3. Die Gründer der Aktiengesellschaft bestimmen 
  4. Die Liberierung festlegen und das Aktienkapital sowie die Aktienaufteilung vornehmen
  5. Kapitaleinzahlungskonto bei einer Schweizer Bank eröffnen  
  6. Verwaltungsrat und Revisionsstelle festlegen 
  7. Gründungsunterlagen durch einen Notar beurkunden 
  8. AG im Handelsregisteramt anmelden
  9. Zahlungen auf dem Sperrkonto freigeben 
  10. Aktienurkunde erstellen und Aktienregister eröffnen
  11. AHV und obligatorische Versicherungen anmelden (z.B. BVG, UVG, KTG
  12. Mehrwertsteuerpflicht anmelden


Vor- & Nachteile einer AG in der Schweiz 

Vor der Gründung einer AG ist es wichtig, sich genau darüber im Klaren zu sein, welche Vor- und Nachteile die angestrebte Rechtsform besitzt.  

Vorteile:

  • Der Firmenname ist frei wählbar (Zusatz "AG" ist vorgeschrieben) 
  • Die Übertragbarkeit von Anteilen ist unkompliziert
  • Aktionäre haften nur für ihren Anteil am Aktienkapital
  • AGs sind finanziell unabhängig von Kreditinstituten durch Börsengang und kurzfristige Kapitalerhöhung 
  • Die Rechtsform geniesst hohe Reputation 
  • Geschäftsführung ist gegenüber Aktionären nicht weisungsgebunden
  • Kontrolle durch Aufsichtsrat ist gegeben
  • Aktien lassen sich einfach übertragen
  • AG hat eine viel grössere Kreditwürdigkeit 

Nachteile:

  • Der Gründungsaufwand ist relativ hoch 
  • Im Gegensatz zur GmbH ist ein höheres Grundkapital von mindestens 50'000 CHF erforderlich
  • Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung bedeuten hohen Organisationsaufwand und Kosten
  • Aktionäre haben wenig Einfluss auf die Handlungen des Vorstands
  • Es sind mehr gesetzliche Vorschriften gegeben (z.B. Generalversammlung abhalten und Bücher führen) 

 

Was regelt der Aktionärbindungsvertrag?

Ein Aktionärsbindungsvertrag ist das Kernstück für die Festlegung von Stimmbindungen und findet ausschliesslich bei der Rechtsform einer Aktiengesellschaft Anwendung. Das grundlegende Ziel dieses Vertrags besteht darin, die Rechte und Pflichten der Aktionäre untereinander zu regeln. Der Abschluss eines Aktionärsbindungsvertrags ist nicht verpflichtend, erscheint jedoch für die meisten KMU als sinnvoll. Da der ABV in der Schweiz ge­setzlich nicht geregelt ist, lässt er den Parteien einerseits viel gestalterischen Freiraum – sei es die Nachfolgeplanung, die Aufrechterhaltung eines bestimmten Aktionärskreises oder die Verhinderung einer Konkurrenzierung durch einen Aktionär.


Firmenwert ermitteln: So viel ist Ihre AG wert 

Sobald eine AG gegründet wird, spielt der Firmenwert noch keine wichtige Rolle. Dieser sollte erst zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt werden, sobald man Aktionäre dazu holen möchte. Der Firmenwert stellt den Wert dar, den ein Käufer bereit ist, für die Übernahme eines Unternehmens zu zahlen. Diese Punkte beeinflussen den Firmenwert:

  • Effektive Werbekampagnen 
  • Regionaler und internationaler Wiedererkennungswert 
  • Gute Standorte 
  • Innovative Entwicklungen 
  • Grösse und Solidarität des Kundenstamms
  • Wiedererkennungswert 
  • Zuverlässige Partner 

Um den tatsächlichen Wert einer Aktie zu ermitteln, bietet die fundamentale Aktienanalyse verschiedene Methoden der Unternehmensbewertung an. Heutzutage wird der Wert eines Unternehmens häufig anhand der Berechnung des Discounted Cashflow (DCF) beurteilt. Mit der DCF-Methode wird ermittelt, mit welchen Erträgen ein Investor künftig rechnen muss. Denn die derzeitige Zusammensetzung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) hat einen Einfluss darauf, wie die zukünftigen Zahlungsströme eines Unternehmens ausfallen.


Kosten einer AG Gründung

Die Gebühren der Gründungskosten fallen von Kanton zu Kanton unterschiedlich aus. Sie können Ihre Unterlagen von einem Anwalt, Treuhänder oder einer Bank erstellen lassen. Falls Sie Ihre Unterlagen selbstständig vorbereiten, ist es ratsam, diese durch das Handelsregisteramt prüfen zu lassen. Günstig ist der Schritt aber nicht. Zuallererst fallen verschiedene administrative Kosten an, und zwar für:

  • Gründungsgebühr 
  • Notariat 
  • Eintrag ins Handelsregister 
  • Kontoeröffnung 
  • Anwalts- und Treuhänderkosten 

Die Gründung kann auch von einem sogenannten Gründungsservice übernommen werden. Beachten Sie hierzu unser Gründer-Special, um diesen Service günstiger zu erhalten. Ein solcher Gründungsservice kann unter normalen Umständen nochmals zusätzliche Kosten von ca. 1’000 CHF beinhalten. 

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Kostenlose Gründung für AG


Versteckte Gefahren bei der Gründung der Aktiengesellschaft 

Es gibt sowohl während des Gründungsprozesses als auch nach der Eintragung im Handelsregister einige Stolperfallen, die man auf dem Weg umgehen sollte. Zwei mögliche Stolpersteine:

  • Hat man als Geschäftspartner einer AG in die 50’000 CHF mit investiert und möchte nach 3 Jahren die AG verlassen, hat man kein Recht auf das Kapital, da die Firma weiterhin bestehen bleibt. Käufer für die Aktien findet man meist nicht und für Dividienden reicht der Gewinn in der Regel ebenfalls nicht. 
  • Die falsche Wortwahl in der Beschreibung des statutarischen Zwecks, eine falsche Bezeichnung des Domizils mit CO Adresse und weitere scheinbar bedeutungslose Details können eine Kontoeröffnung behindern.

Um solche Stolpersteine zu umgehen, lohnt sich ein Beratungsgespräch mit einem Experten, beispielsweise mit einem Treuhänder oder mit einem spezifischen Gründungsservice (beachten Sie hierzu unsere Gründer-Special). Er entlastet sie in administrativen Belangen und kann auch finanzielle Tipps geben, zum Beispiel beim Finanzplan der AG oder welche Versicherungslösung für Sie optimal wäre.


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