Überblick PlotterFür viele Anwendungsbereiche reichen einfache Drucker und Kopierer nicht aus, insbesondere dann, wenn es sich um Sondergrössen handelt. Hier kommen Plotter oder sogenannte LFP (Large Format Printer) zum Zug. Plotter sind Grossformatdrucker, welche Ausgabegrössen jenseits des DIN-A3-Format problemlos bedrucken können.
Für Architekten, Bauzeichner, Werbeagenturen oder Grafiker gehören Plotter meist zur Standardausrüstung. Auch für andere Unternehmen kann sich die Anschaffung eines Plotters rechnen. Die Alternative - der Gang zur Druckerei oder zum Copyshop, doch das kostet Zeit und Geld. Denn auch Druckereien und Copyshops lassen sich Ihre Dienstleistung ordentlich bezahlen.
Die Anschaffung eines Plotters will jedoch gut überlegt sein, je nach Anforderungen und Formate kommt man schnell einmal in Preisregionen jenseits von 10'000 CHF. Prüfen Sie daher genau, welcher Plotter Ihren eigenen Bedürfnissen voll umfänglich entspricht. Kurz zur Begriffserklärung und dem Unterschied von Plottern und Grossformatdruckern: Grundsätzlich sind Plotter und Drucker unterschiedliche Geräte. Ein Plotter ist ein Gerät mit eingespanntem Tuschestift oder Schneidemesser. Diese arbeiten Vektor-basiert und werden frei über dem Papier oder Ausgabematerial hin- und her bewegt. Grossformatdrucker hingegen, arbeiten mit einem Druckkopf auf Basis eines Punkterasters und funktionieren somit nach dem Prinzip eines Tintenstrahdruckers. Zwischenzeitlich haben sich die Bezeichnungen aber vermischt, so dass diese Unterscheidung von den meisten Herstellern nicht mehr verwendet wird.
GerätetypenPrinzipiell wird nach folgenden Gerätetypen unterschieden: StiftplotterDer Stiftplotter findet heute nur noch selten Anwendung und wurde in der Zwischenzeit von Laser- oder Tintenstrahldruckern für Grossformate abgelöst. Der Stiftplotter benutzt einen Tuschestift, der auf einem Wagen hin- und her bewegt wird. Dieser Wagen bewegt sich auf einer Schiene, die über die gesamte Papierbreite verschoben werden kann (Flachbettplotter). Alternativ kann die Schiene fix montiert sein und das Papier über eine Walze gerollt werden (Rollenplotter). SchneideplotterDer Schneideplotter arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der Stiftplotter, verwendet aber Schneidemesser um die Vorlage zu beschneiden, ohne das Trägerpapier zu beschädigen. Damit werden z.B. Klebefolien für Beschriftungen beschnitten. Schneideplotter sind die heute am stärksten verbreitete Plotterart. LaserplotterLaserplotter sind eine Weiterentwicklung der Schneideplotter und verwenden anstatt der Schneidemesser einen Laserstrahl. Der Laserstrahl wird in der Regel auf der Rückseite des Geräts erzeugt. Der Vorteil der Lasermethode ist, dass der Schnitt ohne Druck auf das Trägermaterial durchgeführt werden kann und somit auch sehr feine Konturen möglich sind. Zusätzlich erlaubt ein Laserplotter die Gravur von zusätzlichen Trägermaterialien wie Holz, Leder oder eloxiertes Aluminium. Ein weiterer Vorteil liegt in der Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit. PhotoplotterEin Photoplotter enthält einen Lichtkopf, welcher auf Filme zeichnen kann, man nennt ihn deswegen auch Lichtzeichenanlage. Der Film kann nach dem Entwickeln als Kopiervorlage verwendet werden. Photoplotter finden Ihre Anwendung nicht nur in der Filmherstellung sondern z.B. auch in der Leiterplattenindustrie. Tintenplotter (LFP-Large Format Printing/Grossformatdrucker)Tintenplotter sind die eigentlichen Drucker untern den Plottertypen. Sie arbeiten nämlich mit einem Punkteraster und bewegen dabei die Schreibeinheit Zeile für Zeile über das Papier. Vektorbasierte Daten müssen vom Tintenplotter via Druckertreiber in ein Rasterformat umgerechnet werden. Diese Drucker findet man auch häufig unter der Bezeichnung LFP für Large Format Printing.
Trägermaterial & DrucktechnikEin Vorteil von Plottern gegenüber herkömmlichen Tischgeräten ist nicht nur die Grösse der zu bedruckenden Flächen, sondern auch die Vielfalt möglicher Trägermaterialien. Neben Papier kann auch Kunststoff, Karton, Vinyl, Stoff, z.T. Holz und andere Materialien beschnitten bzw. bedruckt werden. Plotter können je nach Beschaffenheit sehr schwer sein und sind daher nicht als Tischgerät geeignet. Daher benötigen sie eigenen Standbeine. Bei Grossformatdruckern unterscheidet man folgende Drucktechniken:
TintendruckTintendruck ist die derzeit noch gängigste Drucktechnik, der Anteil von LED-Plottern wächst jedoch stetig mit der Weiterentwicklung der Technik an. Bei Tintenplottern findet man den thermischen und den piezoelektrischen Tintenauftrag. Beim thermischen Auftrag werden winzige Tintentropfen mithilfe von Erwärmung auf das Trägermaterial aufgetragen. Bei der piezoelektrischen Methode hingegen werden dazu elektrisch geladene Kristalle verwendet. Die Vorteile der Tintenplotter im Vergleich zu LED-Druckern sind:
LED-DruckLED bedeutet Light Emitting Diode und ist eine eher neuere Technologie, die derzeit ständig weiterentwickelt wird. Als Wärmequelle wird eine Lichteinheit mit Leuchtdioden verwendet. Im Gegensatz zum Laser, der ständig eine Zeile hin- und herbewegt wird, beleuchtet hier eine Leiste mit LEDs eine ganze Zeile gleichzeitig. Die Leiste ist genauso breit wie die Papierrolle. Ein Nachteil aus heutiger Sicht ist jedoch, dass LED-Geräte die Farben nicht mischen können und daher die Ausdrucke weniger natürlich wirken. Die LED Drucker können jedoch problemlos in wenigen Sekunden ein DIN A0 Dokument bedrucken. Das LED Gerät arbeitet dabei nicht mit Papierbögen, sondern mit Papierrollen. Dies hat den Vorteil, dass ein LED Plotter 15m Papier am Stück bedrucken kann. MultifunktionsgeräteLED-Plotter werden meist als Multifunktionsgerät mit Scanner- und Kopierfunktionalität angeboten. Bei Tintenplotter hingegen braucht es dazu eine zusätzliche Erweiterung, welche aber nicht für alle Geräte erhältlich ist. Klären Sie daher beim Kauf eines Tintenplotters ab, ob dieser später mit der Zusatzfunktionalität aufgerüstet werden kann. Da der Aufpreis für diese Zusatzfunktionen meist recht hoch ist, lohnt sich eine Kostenabschätzung mit einem Vergleich zum Copyshop. Wenn Sie nur gelegentlich Scannen müssen, ist letztere meist die günstigere Alternative. Auswahl Plotter-Typ und AnbieterDie Auswahl des Plotters/Grossformatdruckers hängt vor allem von dessen Einsatzgebiet ab. Dabei unterscheidet man vor allem zwischen dem grafischen und dem technischen Bereich. Technischer Bereich (Architekten, Konstrukteure, technische Abteilungen, Planungsbüros):Für diese Anwendungsbereiche ist die gute Qualität von Strichzeichnungen für die Wahl des Gerätetypen ausschlaggebend. In der Kartographie und für geografische Informationssysteme (GIS) kommt die Anforderung des Vollfarbdruckes hinzu. Ideal für die technische Anwendung sind vor allem Tintenplotter. Benötigt man viele Ausdrucke pro Tag und muss keine Fotos in hoher Qualität drucken, kann der LED-Plotter langfristig die günstigere Alternative sein. Planungsbüros setzen in der Regel grosse A0 Plotter ein, da diese für ihre Pläne in der Regel sehr grosse Papierformate benötigen. Grafischer Bereich (Grafiker, Designer, Fotostudios, Druckereien):Im grafischen Gewerbe werden Grossformatdrucker vor allem in der Druckvorstufe für das Ausdrucken und Erstellen von den sogenannten Proofs (Testausdruck) verwendet. Dabei wird darauf geachtet, dass der Proof genau mit dem Druckergebnis aus der Druckerei übereinstimmt. Dazu braucht es eine sogenannte RIP-Lösung (Raster Image Processor), eine Software, welche die exakte Einstellung für das Farbmanagement vornimmt. Weiterhin ist die naturgetreue Farbdarstellung ein wichtiges Kriterium für den grafischen Anwendungsbereich. Deswegen wird hier ausdrücklich der Tintenplotter empfohlen, weil LED-Drucker diese Anforderungen in der Qualität meist nicht erzielen können. Weitere Kriterien sind die benötigten Papiergrössen (A0, A0+, A1, A2, ...) bzw. Druckformate, sowie die Standortwahl, welche ebenfalls für die Wahl des geeigneten Gerätes zu berücksichtigen sind. Plotter AnbieterNeben der Qualität des Gerätes, sollte auch ein Augenmerk auf den dahinter stehenden Service des Anbieters geworfen werden.Auf dem Markt gibt es nur knapp ein Duzend große Hersteller, deren Geräte meist über lokale Fachhändler vertrieben werden. Anbieter in Ihrer Nähe können Sie beraten und Ihnen Modelle zeigen und erklären, bevor Sie sich endgültig für einen Plotter entscheiden. Professionelle Fachhändler beraten Sie kompetent zu folgenden Punkten:
Manche Händler bieten auch gebrauchte Kopiergeräte an, fragen Sie nach, wenn Ihr Budget knapp bemessen ist. Plotter Service und WartungFachhändler unterscheiden zum Teil zwischen den so genannten Wartungs- und Serviceverträgen, die nachfolgend kurz erläutert werden. In der Schweiz wird oft nur die Variante Servicevertrag inkl. Reparatur innert Tagesfrist angeboten. Hier lohnt es sich, die Leistungen im Detail zu vergleichen. Wartungsvertrag In einem Wartungsvertrag erklärt sich der Anbieter des Kopierers bereit, im Falle von Fehlermeldungen oder Schäden innerhalb eines definierten Zeitfensters vor Ort Reparaturen vorzunehmen. Wartungsverträge sind insbesondere dann sinnvoll, wenn Ihr Kopiervolumen hoch ist und Sie nicht auf das Gerät verzichten können (z.B. wenn nur ein einziges Gerät vorhanden ist). Servicevertrag Während der Wartungsvertrag nicht immer benötigt wird, stellt der Servicevertrag ein Basisangebot vieler Anbieter dar. Der Servicevertrag garantiert Ihnen sämtliche Verbrauchsmaterialien zu einem monatlichen Pauschalpreis. Dies umfasst vor allem Tinte und Toner, aber auch Trägermaterial. Abzuklären ist bei den Anbietern, ob auch die Anlieferung und Fixierung, sowie die Installation des Gerätes und die Einbindung ins Netzwerk enthalten sind. Plotter (LFP) Kosten und OffertenBei der Anschaffung eines Plotters kann man feststellen, dass i.d.R. die Anschaffung eines LED-Plotters teurer ist als ein Tintenplotter, dass man aber im Unterhalt mit dem LED-Gerät günstiger weg kommt. Tinte kostet mehr als Toner und ist nicht so ergiebig. Deshalb steigen die Gesamtkosten bei hohem Druckaufkommen für Tintenplotter wesentlich schneller an als bei LED-Geräten. Für einen Fotodruck mit einem Plotter sollte man mit rund 20 CHF Druckkosten pro Quadratmeter rechnen. Den grössten Anteil an diesen hohen Kosten hat die Tinte. Werden mit dem gleichen Gerät Konstruktionspläne gedruckt, so können die Druckkosten auf 2 - 3 CHF gesenkt werden. Dies geschieht einerseits durch die Wahl eines einfachen Papiers und durch die wesentlich geringere Menge an Tinte, weil das Papier nicht vollständig mit Farbe bedeckt wird. Mit LED-Plottern auf Laserbasis können nochmals zusätzlich Kosten eingespart werden. Geld darf jedoch nicht das alleinige Argument für oder gegen eine Technik sein, denn die wichtigste Rolle bei der Entscheidung sollte der Anwendungsbereich spielen. Egal welche Art des Service- oder Wartungsvertrag Sie abschliessen, sollten Sie darauf achten, dass der Abschluss auch einen gewissen Spielraum für Verhandlungen beim Anschaffungspreis des Gerätes ermöglicht. Plotter OffertenPrüfen Sie die Offerten verschiedener Anbieter auf folgende Punkte:
Plotter Mieten, Leasen oder Kaufen?Viele Firmen leasen heute ihre Geräte. Dies zu einem um die hohen Anschaffungskosten zu vermeiden, zum anderen um mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung mitzuhalten. Oft enthalten Leasing-Verträge spezielle Trade-Up-Möglichkeiten auf neuere Modelle. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Miete oder Leasing bei Plottern. Ein Preisvergleich von mehreren Anbietern lohnt sich bei Plottern, welche schnell einmal in die Preisklasse eines Gebrauchtwagens kommen auf jeden Fall.
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